Immer mehr Unternehmen entscheiden sich im Zuge der All-IP-Umstellung fĂŒr eine VoIP-Telefonanlage und profitieren somit von zahlreichen Vorteilen wie einer flexiblen Skalierbarkeit oder maximaler FlexibilitĂ€t. Wie VoIP-Telefonanlagen funktionieren, welche Unterschiede es bei On-Premise und On-Demand-Modellen gibt und was es Neues zum Thema IP-Telefonie gibt, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

1. Was ist eine VoIP-Telefonanlage?

1. Was ist eine VoIP-Telefonanlage?

Bei einer VoIP-Telefonanlage, auch IP-PBX genannt, handelt es sich um eine Telefonanlage bei der kein herkömmlicher Telefonanschluss mehr erforderlich ist, sondern die GesprĂ€che ĂŒber eine Internetverbindung gefĂŒhrt werden. Die Sprachinformationen werden dabei in kleinen Datenpaketen ĂŒber ein Datennetzwerk anstatt ĂŒber das herkömmliche Telefonnetz transportiert. Hierbei kommt das Netzwerkprotokoll SIP (Session Initiation Protocol) zum Einsatz. Da die VoIP-Telefonanlage das Datennetzwerk nutzt, um sich mit den Telefonen oder anderen IP-fĂ€higen EndgerĂ€ten zu verbinden, ist eine Telefonverkabelung am Firmenstandort nicht lĂ€nger notwendig. Mittels VoIP-Gateway lassen sich VoIP-Telefonanlagen an klassische Telefonleitungen anschließen, wodurch der Umstieg mit wenig Aufwand verbunden ist.

2. Funktionsweise der IP-Telefonanlage

2. Wie funktioniert die IP-Telefonanlage?

Im Folgenden wollen wir kurz auf die Voraussetzungen und die Technik von VoIP-Telefonanlagen eingehen. FĂŒr den reinen Anwender ist das VerstĂ€ndnis der Funktionsweise nicht erforderlich, aber möglicherweise interessant. Administratoren einer lokalen Installation sollten mit der Funktionsweise einer VoIP-Telefonanlage jedoch vertraut sein. IP-Telefonanlagen können als Hosted PBX, als Software-Lösung oder als PC Ă€hnliche Hardware als On-Premise-Lösung genutzt werden. Die folgenden ErlĂ€uterungen beziehen sich nicht wie meist ĂŒblich auf eine Cloud-Telefonanlage, sondern auf eine physische, im Unternehmen installierte VoIP-Telefonanlage.

2.1 Voraussetzungen

FĂŒr die Nutzung einer IP-basierten Hardware-Telefonanlage sind außer der TK-Anlage selbst eine ausreichend schnelle Breitband-Internetverbindung wie beispielsweise DSL, IP-fĂ€hige EndgerĂ€te, die SIP unterstĂŒtzen, ein SIP-Trunk und je nach dem ein VoIP-Gateway erforderlich. Die VoIP-Telefonanlage kann mittels VoIP-fĂ€higer Hardware-Telefone (IP-Telefonen) oder mittels einer Software, einem sogenannten SIP-Client, der als Telefon agiert, genutzt werden.

2.2 Technik

Eine VoIP-Telefonanlage besteht aus einem oder mehreren VoIP-Telefonen, einem IP-Telefonanlagen-Server und einem optionalen VoIP-Gateway, ĂŒber das herkömmliche Telefonleitungen (PSTN-Leitungen) angebunden werden können.

Lokale SIP-Telefonanlagen lassen sich ĂŒber SIP-Trunks an das Internet anbinden und per VoIP(SIP) mit einem Trunking-Dienst wie Placetel verbinden.

Infografik, die SIP-Trunking erklÀrt.

VoIP-Anbieter sind in der Lage, ĂŒber SIP eine beliebige Anzahl an SprachkanĂ€len mit der Telefonanlage ihrer Kunden zu verknĂŒpfen. Dadurch ist es möglich eingehende GesprĂ€che vom SIP-Trunking Provider zu erhalten und an die Teilnehmer, die an der Telefonanlage angemeldet sind, weiterzuleiten und auch ausgehende Telefonate ĂŒber den SIP-Trunking Anbieter zu fĂŒhren.

Der IP-Telefonanlagen Server kann mit einem Proxy-Server verglichen werden. SIP-Clients, bei denen es sich um Hardphones (IP-Telefon) oder Softphones (Software-Telefon) handeln kann, melden sich zunÀchst am Server an.

Bei einer IP-Telefonanlage werden die Telefone nicht lĂ€nger in die TAE-Buchse oder in eine ISDN-Box oder in einen Splitter eingestöpselt. Stattdessen werden sie an den DSL-Router oder ein VoIP-fĂ€higes Kabelmodem angebunden, ĂŒber die eine Anbindung an das Internet besteht.

Die IP-Telefone sowie die Computer der Mitarbeiter werden ĂŒber das Unternehmensnetzwerk direkt mit der Telefonanlage verbunden. So wird eine Verbindung zu externen Nebenstellen hergestellt. FĂŒr den GesprĂ€chsauf- und abbau sowie fĂŒr die Verbindungskontrolle ist das SIP-Protokoll zustĂ€ndig und mittels VoIP (Voice over IP) werden die analogen Sprachsignale in digitale Datenpakete umgewandelt, sodass sie ĂŒber das Internet weitergeleitet werden können. Das SIP-Protokoll sorgt dafĂŒr, dass alle angeschlossenen IP-EndgerĂ€te miteinander kommunizieren können.

Die IP-Telefonanlage verfĂŒgt ĂŒber Informationen zu allen angemeldeten Telefonen/Nutzern und deren SIP-Adressen. Diese Informationen dienen zum dazu, interne GesprĂ€che zu verbinden oder ausgehende GesprĂ€che mittels VoIP-Gateway oder eines VoIP-Anbieters weiterzuleiten.

Nutzt der GesprÀchspartner keine IP-Telefonie oder einen anderen Provider, werden die analogen Sprachsignale mittels Gateway ins herkömmliche Telefonnetz eingespeist.

2.2.1 Umwandlung einer ISDN-Telefonanlage in eine IP-Telefonanlage

Vom technischen Standpunkt aus, lĂ€sst sich auch eine ISDN-Telefonanlage ĂŒber einen SIP TK-Anlagenanschluss an das Next Generation Network (NGN) anschließen. Beim Next Generation Network handelt es sich um eine Netzwerktechnologie, die alle herkömmlichen Telekommunikationsnetze wie Telefonnetze, Mobilfunknetze und Kabelfernsehnetze durch eine paketvermittelnde Netzinfrastruktur ersetzt.

Im Zentrum befindet sich das IP-Netz, drum herum steht das Internet, TV, die Telefonie und der Mobilfunk.

Alle Dienste wie Telefonieren, Surfen und Fernsehen basieren auf dem Internet-Protokoll und können so ĂŒber ein einziges Netzwerk angeboten werden.

FĂŒr den Anschluss ans NGN ist es erforderlich, dass Ihre bestehende ISDN-Telefonanlage SIP-fĂ€hig ist. Ist das nicht der Fall, lassen sich die meisten Telefonanlagen jedoch ĂŒber ein Media Gateway an das Internet anschließen. Das ist jedoch vom Anbieter abhĂ€ngig.

Analoge Signale werden mittels SIP-Trunk und ggf. mithilfe eines Media Gateways in digitale Signale umgewandelt. Dadurch können Sie Ihre bestehende ISDN-Telefonanlage behalten und trotzdem von den gĂŒnstigen Verbindungsentgelten der Internettelefonie profitieren. Wenn Sie sich spĂ€ter dann doch dazu entschließen sollten, auf eine Cloud-Telefonanlage umzusteigen, kann das vorhandene SIP-Trunking einfach in diese integriert werden. Da Sie ĂŒber SIP-Trunks die Vorteile des NGNs jedoch nur eingeschrĂ€nkt nutzen können, sollte Sie diese Möglichkeit eher als Übergangslösung ansehen und langfristig auf eine Telefonanlage aus der Cloud umzusteigen, um auch weiterhin alle ISDN-Funktionen wie “Halten”, “Vermitteln”, “Besetzt” oder “Transfer” nutzen zu können. Diese gehen nĂ€mlich durch SIP-Trunking zum Teil verloren.


3. Was ist IP-Telefonie?

3. Was ist VoIP bzw. IP-Telefonie?

VoIP (Voice over IP), auch IP-Telefonie (kurz fĂŒr Internet-Protokoll-Telefonie oder Internettelefonie) genannt, ist eine Technologie bei der Telefonate ĂŒber ein Datennetzwerk ĂŒbertragen werden. Mittels VoIP ist es nun möglich, die DatenĂŒbertragung und die Telefonie ĂŒber ein und dasselbe Netzwerk zu fĂŒhren. Hierdurch ergeben sich sowohl fĂŒr den Netzbetreiber als auch fĂŒr den Anwender viele Vorteile, weshalb die herkömmliche analoge und ISDN-Telefonie immer weiter an Bedeutung verliert und letztendlich vollstĂ€ndig durch die VoIP-Telefonie ersetzt werden wird.

Bei der IP-Telefonie werden die analogen Sprachsignale fĂŒr die Übertragung im Internet in digitale Signale umgewandelt. Beim EmpfĂ€nger werden die einzelnen IP-Pakete dann wieder als Sprachinformation zusammengesetzt. FĂŒr den Verbindungsauf- und Abbau wird in den meisten FĂ€llen das Session Initiation Protocol (SIP) genutzt. Hierbei registriert sich jeder GesprĂ€chsteilnehmer mit seiner SIP-Adresse bei einem SIP-Server. Damit ein Verbindungsaufbau erfolgen kann, wendet sich das EndgerĂ€t des Anrufers an den SIP-Server und bekommt von diesem die IP-Adresse des EmpfĂ€ngers.

Über das Cloud-Netzwerk ist das IP-Telefon, das Smartphone, der Computer und das herkömmliche Telefon mit der VoIP-Telefonanlage verbunden.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie per Voice over IP ĂŒber die Internetverbindung telefonieren können: Mittels Software können Sie Ihren PC, Laptop oder Ihr Smartphone verwenden. Eine andere Möglichkeit ist der Einsatz von IP-Telefonen oder herkömmlichen Telefonen, die mittels Adapter an den Router angeschlossen werden.

Wenn Sie nur gelegentlich Telefonate fĂŒhren und sich keine IP-Telefone anschaffen möchten, können Sie durchaus einfach ĂŒber die integrierten Lautsprecher und Mikrofone Ihres Computers oder Laptops telefonieren. Bei vielen TelefongesprĂ€chen empfiehlt es sich aber eher ein Headset oder ein Telefon zu nutzen.

UnabhĂ€ngig davon, fĂŒr welches EndgerĂ€t Sie sich letztendlich entscheiden, ist eine ausreichende Breitband-Internetverbindung fĂŒr die Nutzung der Internettelefonie Voraussetzung, um eine gute SprachqualitĂ€t sicherzustellen. Hierbei gilt ein Richtwert von 100 kbit/s pro Sprachkanal in Up- und Downloadrichtung.

4. Cloud oder On-Premise?

4. Cloud oder On-Premise?

Unternehmen, die sich fĂŒr eine VoIP-Telefonanlage interessieren, stehen vor einer schwierigen Entscheidung. Sie haben die Wahl zwischen einer physischen VoIP-Telefonanlage, die lokal am Firmenstandort installiert wird und einer gehosteten (virtuellen) Lösung, die von einem Serviceprovider als Dienst in der Cloud bereitgestellt wird.

Sowohl eine On-Premise als auch eine On-Demand-Lösung bieten Vorteile. Ob sich Ihr Unternehmen bei der Auswahl einer VoIP-Telefonanlage eher fĂŒr eine On-Premise oder eine On-Demand Lösung entscheiden sollte, hĂ€ngt von mehreren Faktoren wie beispielsweise der Netzwerksituation, den GeschĂ€ftsanforderungen und Ihrer finanziellen Situation ab. In den nĂ€chsten Kapiteln werden wir darauf eingehen, fĂŒr wen eine VoIP-Telefonanlage im Allgemeinen geeignet ist und werden die unterschiedlichen Lösungen auf Ihre Vor- und Nachteile ĂŒberprĂŒfen.

4.1 FĂŒr wen ist eine VoIP-Telefonanlage geeignet?

4.1 FĂŒr wen ist eine VoIP-Telefonanlage geeignet?

Telefonanlagen fĂŒr VoIP eignen sich grundsĂ€tzlich fĂŒr alle Unternehmen, die bestmöglich fĂŒr das Internet- Zeitalter gerĂŒstet sein möchten und von der maximalen FlexibilitĂ€t und OrtsunabhĂ€ngigkeit sowie vom riesigen Funktionsumfang einer IP-basierten Anlage profitieren möchten. Kleine- und mittelstĂ€ndische Unternehmen können sich genau wie Großunternehmen die Vorteile einer IP basierten Telefonanlage zu Nutze machen. Vor allem fĂŒr Unternehmen, in denen die Mitarbeiter hĂ€ufig intern kommunizieren, oft neue Mitarbeiter hinzukommen oder es mehrere Unternehmensstandorte gibt, stellt VoIP-Telefonie eine geeignete Lösung dar. Denn betriebsintern können die Mitarbeiter kostenlos telefonieren und Kosteneinsparungen bei den Verbindungsentgelten realisieren. Jedoch ist in gewissen Situationen entweder eine On-Premise-Lösung oder eine On-Demand-Lösung von Vorteil.

4.1.1 Wann eignet sich eine On-Premise und wann eine On-Demand Lösung?

Ein Bildschirm, auf dem ein GebÀude vs. Wolke abgebildet ist.

Wenn sich Ihr Unternehmensstandort beispielsweise in einer Region befindet, in der Ultrabreitband verfĂŒgbar ist, können Sie in jedem Fall ĂŒber eine Cloud-Lösung nachdenken.

Befindet sich Ihr Standort jedoch an einem Ort, in dem es nur eine Internetverbindung mit geringen DatenĂŒbertragungsraten gibt, ist es ratsam, auf eine On-Premise-Lösung zurĂŒckzugreifen. Um nĂ€mlich eine gute SprachqualitĂ€t mit einer Cloud-Telefonanlage zu gewĂ€hrleisten, benötigen Sie ca. 100kBit/s pro Sprachkanal in Up- und Downloadrichtung.

Die Netzbetreiber treiben den Ausbau von Breitband-InternetanschlĂŒssen jedoch kontinuierlich weiter, sodass schlechte DatenĂŒbertragungsraten in Zukunft wohl immer seltener werden.

Die Entscheidung fĂŒr oder gegen eine On-Premise oder On-Demand Lösung hĂ€ngt aber vor allem auch von der UnternehmensgrĂ¶ĂŸe ab. Gerade fĂŒr kleine- und mittelstĂ€ndische Unternehmen sind On-Demand-Lösungen meist besser geeignet als On-Premise-Lösungen.

Was es mit On-Premise und On-Demand-Lösungen auf sich hat und welche Vor- und Nachteile die einzelnen Modelle bieten, wollen wir nun nÀher erlÀutern.

4.2 On-Premise

Bei einer On-Premise oder Inhouse- Lösung befindet sich die PBX genau wie Ihre bisherige Telefonanlage in Ihrem Unternehmen. Die Telefonanlage wird kĂ€uflich erworben und anschließend selbst im eigenen Netzwerk betrieben. Bei der On-Premise-Lösung mĂŒssen Sie als Nutzer das System auf Ihren Servern selbst installieren und absichern.

4.2.1 Vorteile einer On-Premise-Lösung

4.2.1 Vorteile einer On-Premise-Lösung

Die folgenden Vorteile ĂŒberzeugen immer noch einige Anbieter eher auf eine On-Premise-Lösung zurĂŒckzugreifen, auch wenn der Trend eher Richtung On-Demand-Lösung geht:

  • Beibehaltung der vollen Kontrolle
    Mit der vor Ort installierten IP-Telefonanlage behalten Sie die volle Kontrolle ĂŒber alle geschĂ€ftskritischen Daten. Diese bleiben vertraulich und werden nicht an Dritte weitergegeben.

  • Vereinfachte Integration von In-House-Lösungen
    Da die Software-Pflege in Ihrer Verantwortung liegt, können Sie vorhandene interne Softwarelösungen wie beispielsweise CRM-Systeme zur einfacheren Kundenbetreuung ganz einfach in die lokale Telefonanlage integrieren.

  • Sein eigener Herr ĂŒber die Ausfallzeiten sein
    Da die VoIP-Telefonanlage auf Ihren Servern installiert wird und Sie fĂŒr anfallende Updates und die Instandhaltung verantwortlich sind, haben Sie die Ausfallzeiten der Telefonanlage immer selbst im Griff. Gibt es aufgrund einer technischen Störung Schwierigkeiten mit der Internetverbindung, greift die Telefonanlage auf lokale traditionelle Telefonleitungen zurĂŒck, damit der Betrieb aufrechterhalten werden kann.
4.2.2 Nachteile einer On-Premise-Lösung

4.2.2 Nachteile einer On-Premise-Lösung

  • Investitionskosten
    Unternehmen, die sich fĂŒr eine On-Premise-Lösung entscheiden, mĂŒssen mit relativ hohen Anschaffungskosten rechnen.

  • Kosten fĂŒr Bereitstellung, Wartung und laufende Systemverwaltung
    Außerdem fallen Kosten fĂŒr die Bereitstellung einer eigenen Server-Infrastruktur sowie eine WartungsgebĂŒhr fĂŒr Updates und Support an. Des Weiteren brauchen Sie geschultes IT-Personal.

  • Höherer Aufwand
    Bei einem On-Premise-Modell muss der Nutzer mit einem höheren Aufwand rechnen, da er sich selbst um die Installation, die Absicherung, Aktualisierung und Instandhaltung der SIP Telefonanlage kĂŒmmern muss. Zudem muss sich der Nutzer um eine sorgfĂ€ltige Auswahl des Internetanbieters und der Routing- und Firewall-AusrĂŒstung kĂŒmmern, da ansonsten gegebenenfalls Komplikationen mit Routern und Firewalls der Internetanbieter auftreten können. So kann es beispielsweise vorkommen, dass die Router/Firewalls nicht den Anforderungen des SIP-Protokolls entsprechen.

  • HĂ€ufig keine richtige Skalierbarkeit
    Viele Anbieter einer On-Premise-Lösung bieten keine richtige Skalierbarkeit, sodass die Nutzer gezwungen sind, eine umfangreiche Erweiterung mit einer aufwendigen AufrĂŒstung durchfĂŒhren zu lassen.

4.3 Warum eine On-Demand (Cloud-) Lösung besser sein kann

Bei einer On-Demand Lösung wird die Telefonanlage im Gegensatz zu einer On-Premise-Lösung nicht im eigenen Unternehmen installiert, sondern in einem Rechenzentrum des VoIP-Anbieters gehostet. In den GeschĂ€ftsrĂ€umen steht also keine physische Telefonanlage mehr, sondern dem Nutzer werden alle FunktionalitĂ€ten der TK-Anlage ĂŒber das Internet in der Public Cloud zur VerfĂŒgung gestellt. Man spricht deshalb auch hĂ€ufig von einer Virtuellen Telefonanlage.

Bild eines Rechenzentrums

Cloud-Telefonanlagen bieten gegenĂŒber herkömmlichen Telefonanlagen [ISDN und analog] als auch gegenĂŒber einer On-Premise-Lösung eine Menge Vorteile, weshalb sie sich zunehmender Beliebtheit erfreuen und immer mehr Unternehmen ĂŒberzeugen, auf eine gehostete Cloud-Telefonanlage umzusteigen. Mit den folgenden Vorteilen einer Cloud-Telefonanlage wollen wir Ihnen aufzeigen, warum eine On-Demand-Lösung vor allem fĂŒr kleine- und mittelstĂ€ndische Unternehmen in den meisten FĂ€llen besser geeignet ist.

4.3. Vorteile einer Cloud-Telefonanlage

4.3.1 Vorteile einer Cloud-Telefonanlage

  • Keine zusĂ€tzlichen Investitionskosten
    Im Gegensatz zu einer On-Premise-Lösung fallen fĂŒr Sie bei einer Cloud-Telefonanlage keine zusĂ€tzlichen Anschaffungskosten an. Vor allem Startups und KMUs greifen daher hĂ€ufig auf eine On-Demand-Lösung zurĂŒck, da auf Unternehmensseite keine Kosten fĂŒr eine Telefonanlage, zusĂ€tzliche Hardware, die Installation oder geschultes IT-Personal entstehen.
Bild eines durchgestrichenen Wartungsschildes
  • Wartungsfreiheit
    Die Verantwortung fĂŒr die Bereitstellung, die Wartung und anfallende Updates der virtuellen Telefonanlage liegt allein beim Provider. Sie als Nutzer brauchen sich dadurch um nichts kĂŒmmern. Alle Updates werden automatisiert durchgefĂŒhrt.

  • Höchstmögliche Sicherheit
    Viele Unternehmen hegen nach wie vor Sicherheitsbedenken gegenĂŒber Cloud-Telefonanlagen. Diese sind jedoch völlig unbegrĂŒndet, solange Sie bei der Auswahl Ihres Anbieters auf bestimmte Kriterien achten. Seriöse Cloud-TK-Anbieter können Ihnen höchstmögliche Sicherheit bieten, da die Technologie der Telefonanlage meist in verschiedenen Hochleistungs-Rechenzentren in Deutschland gehostet und abgesichert wird. Dadurch können Ihnen die Anbieter in den meisten FĂ€llen eine Ausfallsicherheit von ĂŒber 99% garantieren. Zudem werden kontinuierliche Sicherheitsupdates der Telefonanlage durchgefĂŒhrt. Wird die Telefonanlage im eigenen Unternehmen installiert, können hĂ€ufig nicht dieselben hohen Sicherheitsstandards wie mit einer On-Demand-Lösung eingehalten werden.

  • Hohe Benutzerfreundlichkeit
    FĂŒr das Bedienen einer virtuellen Telefonanlage ist kein fachliches Know-How erforderlich. Alle Einstellungen können ĂŒber eine BenutzeroberflĂ€che im Browser vorgenommen werden. Innerhalb von wenigen Minuten ist die Telefonanlage eingerichtet und Sie können lostelefonieren.
    Screenshot der Placetel BenutzeroberflÀche


  • Flexible Skalierbarkeit
    Da wir uns in dynamischen Zeiten befinden, spielt eine hohe FlexibilitĂ€t und Skalierbarkeit gerade fĂŒr kleine Unternehmen eine große Rolle.
    Einfache Skalierung: Links zwei Mitarbeiter, rechts sind es 12 Mitarbeiter

    Aus einem Zweimannbetrieb kann auch schnell mal ein grĂ¶ĂŸerer Betrieb werden.

HierfĂŒr ist es wichtig, dass die Telefonanlage sich flexibel an die AnsprĂŒche des Unternehmens anpassen kann. Mit einer Cloud-Telefonanlage ist das gar kein Problem. Sie wĂ€chst ganz einfach mit Ihrem Unternehmen mit. Rufnummern können Sie beliebig be- und abbestellen und zahlen so nur fĂŒr die Nebenstellen, die Sie auch wirklich brauchen.

  • Hohe MobilitĂ€t
    IP-Telefonanlagen können sie vor allem durch ihre hohe MobilitĂ€t und FlexibilitĂ€t punkten. Die VoIP-Anlage kann nach der Einrichtung von jedem beliebigen Standort aus und mit unterschiedlichen EndgerĂ€ten (Smartphone, PC, Tablet oder Telefon) eingesetzt werden. Vorausgesetzt der Nutzer hat eine Internetverbindung. Das ermöglicht es Ihnen unterschiedliche Standorte und Mitarbeiter, die im Home Office arbeiten, an dieselbe Telefonanlage anzubinden. Auf Wunsch bleiben Sie mithilfe der Funktion “Fixed Mobile Convergence” jederzeit unter Ihrer BĂŒrorufnummer erreichbar - und das weltweit. So ist gewĂ€hrleistet, dass Sie keinen Anruf mehr verpassen- egal wo Sie sich gerade befinden.

4.4 Zusammenfassung

Ob fĂŒr Sie nun eine On-Premise oder eine On-Demand Lösung geeigneter ist, hĂ€ngt letztendlich von Ihren individuellen BedĂŒrfnissen ab. Beziehen Sie in Ihre Überlegung unbedingt Faktoren wie die Netzwerksituation und die Kosten-/Nutzen-Frage mit ein. Wenn Sie auf die vollstĂ€ndige Kontrolle der IP-Telefonanlage bestehen und sich selbst um die Instandhaltung der Anlage kĂŒmmern möchten, ist eine On-Premise-Lösung vermutlich die richtige Wahl fĂŒr Sie. Gerade fĂŒr Startups und Kleine- und MittelstĂ€ndische Unternehmen empfiehlt es sich aber auf eine Cloud-Telefonanlage zu setzen, da hierbei keine Investitionen in Hardware anfallen und sie von einer höchstmöglichen FlexibilitĂ€t profitieren. Achten Sie aber unbedingt auf eine ausreichende Breitband-Internetverbindung, da diese fĂŒr die reibungslose Nutzung der VoIP-Telefonanlage unerlĂ€sslich ist.


5. Aktuelles zur IP-Telefonie

5. Aktuelles zur IP-Telefonie: Cloud löst alles ab

Vor zwei Jahrzehnten steckte das Internet noch in den Kinderschuhen. Die wenigsten waren regelmĂ€ĂŸig online. Doch mit der fortschreitenden Digitalisierung Ă€nderte sich das schnell. WĂ€hrend sich der Anteil der Internetnutzer im Jahr 2001 lediglich auf 37% belief, waren es 2016 bereits knapp 80%.

Diagramm: Anteil der Internetnutzer in Deutschland in den Jahren 2001 bis 2016

Quelle: Statista

Mit dem Anstieg der Internetnutzer hat sich auch unser Kommunikationsverhalten drastisch verĂ€ndert. Die Kommunikation ĂŒber soziale Netzwerke oder Messenger-Dienste wie WhatsApp ist bereits zur NormalitĂ€t geworden. Zudem nutzen immer mehr Menschen das Internet zum Telefonieren. WĂ€hrend im Jahre 2013 28% der privaten Internetnutzer ĂŒber das Internet telefonierten oder darĂŒber Videotelefonate fĂŒhrten, waren es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im ersten Quartal 2015 bereits 31%.

Und auch im Arbeitsbereich hat sich einiges verĂ€ndert. Cloud Computing wird immer beliebter. In Zukunft werden sich immer mehr Arbeitsbereiche in die Wolke verlagern. Laut des Marktforschungsunternehmens IDC werden die weltweiten Investitionen in Business-Lösungen aus der Public Cloud bis 2019 deutlich steigen. WĂ€hrend die Höhe der Investitionen im Jahr 2015 noch etwas ĂŒber 60 Milliarden Euro betrug, wird prognostiziert, dass die Investition im Jahre 2019 mehr als das das Doppelte betragen soll.

Auch im Telekommunikationsbereich denken immer mehr Unternehmen ĂŒber eine Telefonanlage aus der Cloud nach. Grund hierfĂŒr ist vor allem die AnkĂŒndigung der Telekom die ISDN- und Analog-Telefonie bis Ende 2018 komplett auf die IP-Telefonie umzustellen. Das Betreiben zweier paralleler Netze ist fĂŒr die Netzbetreiber einfach zu teuer und das klassische analoge TK-Netz und ISDN sind einfach nicht zukunftsfĂ€hig.

Vielen Unternehmen mangelt es bei Ihrer alten TK-Anlage an MobilitĂ€t und FlexibilitĂ€t. Wir arbeiten heute mit mehreren GerĂ€ten gleichzeitig und wollen immer und ĂŒberall auf unsere Daten zugreifen können und auch von unterwegs erreichbar sein. Dieses Problem lĂ€sst sich mittels Cloud-Telefonanlagen lösen. Aus diesem Grund werden immer hĂ€ufiger Software as a Service-Angebote (SAAS) wahrgenommen. Sie ersetzen nach und nach die klassischen On-Premise-Modelle und analoge- und ISDN-Telefonanlagen, die als grauer Kasten im Keller herumstehen, gehören schon bald der Vergangenheit an.

Durch virtuelle Telefonanlagen bekommen Sie alle FunktionalitĂ€ten der Telefonanlage ĂŒber die Cloud zur VerfĂŒgung gestellt. In nur wenigen Minuten ist Ihre Telefonanlage eingerichtet. Diese können Sie ganz einfach ĂŒber eine BenutzeroberflĂ€che im Browser konfigurieren. Sie können mit den unterschiedlichsten EndgerĂ€ten auf die Telefonanlage zugreifen und auch verschiedene Standorte in die Telefonanlage integrieren. Selbst im Ausland können Sie unter Ihrer Festnetznummer erreicht werden. Sie brauchen sich um nichts kĂŒmmern, denn der Provider kĂŒmmert sich um den Betrieb, die Wartung und anfallende Updates Ihrer Telefonanlage. Und das vollkommen kostenlos. So bleibt Ihre Telefonanlage immer auf dem technisch neuesten Stand.

6. FAQ

6. FAQ

1. Können klassische analoge oder ISDN-Telefone fĂŒr die Internettelefonie verwendet werden?
Ja, das ist meist möglich. HierfĂŒr werden aber ein entsprechender Analog-Telefon-Adapter (ATA) oder ein ISDN-Telefon-Adapter (ITA) benötigt. Dieser Adapter wird an den Router angeschlossen und kann dadurch eine Verbindung mit dem Internet herstellen.

2. Was unterscheidet IP-Telefone von herkömmlichen Telefonen?
IP-Telefone sehen herkömmlichen Telefonen sehr Ă€hnlich. Im Gegensatz zu den Standard-Telefonen verfĂŒgen Sie aber ĂŒber einen Netzwerkanschluss, sodass sie direkt eine Verbindung mit dem Internet herstellen können. Außerdem verfĂŒgen sie nicht selten ĂŒber ein deutlich grĂ¶ĂŸeres Display mit integrierter Kamera.

3. Kann ich mein FaxgerÀt an einer IP-Telefonanlage weiterhin nutzen?
Ja das ist möglich. Zwar kommunizieren analoge FaxgerĂ€te ĂŒber eine andere Sprache als IP-Telefonanlagen, aber ĂŒber ein VoIP Gateway, der das T.38 Protokoll unterstĂŒtzt, sind Sie in der Lage, Ihre analogen FaxgerĂ€te in das IP-Telefonsystem zu integrieren und Ihre Faxe zu versenden. Wie die Integration genau funktioniert, erfahren Sie in unserer Online-Hilfe.

4. Welche Bandbreite beansprucht ein Telefonat mittels VoIP?
FĂŒr das FĂŒhren von GesprĂ€chen per Internettelefonie gilt ein Richtwert von 100 kbit/s in Sende- und Empfangsrichtung pro Sprachkanal.

5. Was bedeutet Voice over IP?
Bei Voice over IP, auch IP-Telefonie oder Internettelefonie genannt, werden die Sprachdaten im Gegensatz zur analogen- und ISDN-Telefonie nicht mehr lĂ€nger ĂŒber das klassische Telefonnetz (PSTN), sondern ĂŒber Computernetzwerke, die auf Internet-Standards basieren, ĂŒbertragen.

6. Was ist Software on Demand?
Software on Demand bedeutet, dass der Nutzer die Software nicht bei sich im eigenen Unternehmen installiert hat, sondern dass sie außerhalb des Unternehmens betrieben wird. Der Kunde zahlt bei diesem Modell nach Verbrauch und Zeit.

7. Was bedeutet SaaS?
SaaS steht fĂŒr Software as a Service. Bei diesem Modell bezieht der Nutzer die Software ĂŒber einen Provider im Internet. Die Verantwortung fĂŒr den Betrieb, die Wartung und anfallenden Updates der Software liegt bei diesem Modell beim Dienstleister.

8. Was ist Cloud Computing?
Beim Cloud Computing wird dem Nutzer die Software ĂŒber einen externen Anbieter zur VerfĂŒgung gestellt. Er mietet die Software und ruft diese ĂŒber einen Internet-Browser auf. Dem Kunden entstehen bei diesem Modell keinerlei Kosten fĂŒr Hardware, IT-Infrastruktur oder Personal.

9. Was bedeutet SIP?
SIP (kurz fĂŒr Session Initiation Protocol) ist ein Netzwerkprotokoll mit dem Kommunikationssitzungen zwischen zwei und mehr GesprĂ€chsteilnehmern aufgebaut, gesteuert und beendet werden können. Das Signalisierungsprotokoll ermöglicht es verschiedene Funktionen wie Videokonferenzen, SMS oder Desktop- und Filesharing zu nutzen.

10. Was passiert, wenn ich mich fĂŒr SIP-Trunking entscheide? Muss ich dann auf ISDN verzichten?
Nein. Sie mĂŒssen nicht auf ISDN verzichten. Mit Hybrid-Lösungen ist es möglich, sowohl von den Vorteilen von SIP als auch von ISDN zu profitieren. Dadurch können Sie nicht nur Kostenvorteile realisieren, sondern profitieren zudem von einer besseren Erreichbarkeit.