Teilen

Was ist eine VoIP Telefonanlage?

Alles, was Sie für 2022 über IP-Telefonanlagen wissen müssen.

Von Michael Raußen
Schaubild eines Rechenzentrums

Ihre alte ISDN-Telefonanlage hat ausgedient und Sie sind aktuell auf der Suche nach einer moderneren Lösung? Dann geht es Ihnen wie vielen anderen Unternehmen, die derzeit über eine VoIP-Telefonanlage nachdenken und den Umstieg planen. Was eine VoIP-Telefonanlage genau ist, was sie kostet und welche Vorteile Sie für Anwender bereithält, wollen wir Ihnen in diesem Ratgeber beantworten und Ihnen so Ihre Entscheidung für oder gegen eine VoIP-Telefonanlage erleichtern.

Was ist eine VoIP-Telefonanlage?

Was ist eine VoIP Telefonanlage?

Bei einer VoIP-Telefonanlage, auch VoIP Anlage oder IP-PBX genannt, handelt es sich um eine Telefonanlage bei der kein herkömmlicher Telefonanschluss mehr erforderlich ist, sondern die Gespräche über eine Internetverbindung geführt werden. Die Sprachinformationen werden dabei in kleinen Datenpaketen über ein Datennetzwerk anstatt über das herkömmliche Telefonnetz transportiert. Hierbei kommt das Netzwerkprotokoll SIP (Session Initiation Protocol) zum Einsatz.

Da die VoIP Telefonanlage das Datennetzwerk nutzt, um sich mit den Telefonen oder anderen IP-fähigen Endgeräten zu verbinden, ist eine Telefonverkabelung am Firmenstandort nicht länger notwendig. Mittels VoIP-Gateway lassen sich VoIP-Anlagen an klassische Telefonleitungen anschließen, wodurch der Umstieg mit wenig Aufwand verbunden ist.

Bei einer VoIP-Telefonanlage unterscheidet man zwei verschiedene Arten:

  • Lokal installierte Hardware-Telefonanlage (On-Premise)
  • Gehostete Telefonanlage aus der Cloud (On-Demand)
Funktionsweise der IP-Telefonanlage

Wie funktioniert die IP-Telefonanlage?

Eine VoIP Telefonanlage besteht aus einem oder mehreren VoIP-Telefonen, einem IP-Telefonanlagen-Server und einem optionalen VoIP-Gateway, über das herkömmliche Telefonleitungen (PSTN-Leitungen) angebunden werden können.

Lokale SIP-Telefonanlagen lassen sich über SIP-Trunks an das Internet anbinden und per VoIP (SIP) mit einem Trunking-Dienst wie Placetel verbinden.

Grafik, die erklärt, wie ein SIP-Trunk funktioniert

VoIP-Anbieter sind in der Lage, über SIP eine beliebige Anzahl an Sprachkanälen mit der Telefonanlage ihrer Kunden zu verknüpfen. Dadurch ist es möglich eingehende Gespräche vom SIP-Trunking Provider zu erhalten und an die Teilnehmer, die an der Telefonanlage angemeldet sind, weiterzuleiten und auch ausgehende Telefonate über den SIP-Trunking Anbieter zu führen.

Der IP-Telefonanlagen Server kann mit einem Proxy-Server verglichen werden. SIP-Clients, bei denen es sich um Hardphones (IP-Telefon) oder Softphones (Software-Telefon) handeln kann, melden sich zunächst am Server an.

Wichtig zu wissen:
Bei einer IP-Telefonanlage werden die Telefone nicht länger in die TAE-Buchse oder in eine ISDN-Box oder in einen Splitter eingestöpselt wie bei einer herkömmlichen ISDN-Telefonanlage. Stattdessen werden sie an den DSL-Router oder ein VoIP-fähiges Kabelmodem angebunden, über die eine Anbindung an das Internet besteht.

Die IP-Telefone sowie die Computer der Mitarbeiter werden über das Unternehmensnetzwerk direkt mit der VoIP-Telefonanlage verbunden. So wird eine Verbindung zu externen Nebenstellen hergestellt. Für den Gesprächsauf- und abbau sowie für die Verbindungskontrolle ist das SIP-Protokoll zuständig und mittels VoIP (Voice over IP) werden die analogen Sprachsignale in digitale Datenpakete umgewandelt, sodass sie über das Internet weitergeleitet werden können. Das SIP-Protokoll sorgt dafür, dass alle angeschlossenen IP-Endgeräte miteinander kommunizieren können.

Die SIP-Telefonanlage verfügt über Informationen zu allen angemeldeten Telefonen/Nutzern und deren SIP-Adressen. Diese Informationen dienen zum dazu, interne Gespräche zu verbinden oder ausgehende Gespräche mittels VoIP-Gateway oder eines SIP-Anbieters weiterzuleiten.

Nutzt der Gesprächspartner keine VoIP-Telefonie oder einen anderen Provider, werden die analogen Sprachsignale mittels VoIP Gateway ins herkömmliche Telefonnetz eingespeist.

Vorteile und Nachteile einer VoIP Telefonanlage

Vorteile und Nachteile einer VoIP-Telefonanlage

Frau, die über die VoIP-Telefonanlage selbst im Park über die Festnetznummer erreichbar ist.
Virtuelle VoIP-Telefonanlagen ermöglichen es via Softphone überall unter der Festnetznummer erreichbar zu bleiben

Virtuelle VoIP Telefonanlagen bieten sowohl gegenüber herkömmlichen Telefonanlagen [ISDN und analog] als auch gegenüber lokal installierten IP-Telefonanlagen eine Menge Vorteile, weshalb sie sich einer zunehmenden Beliebtheit erfreuen. Die Vor- und Nachteile haben wir für Sie einmal übersichtlich gegenübergestellt. Auf die einzelnen Pro- und Contra-Punkte gehen wir später noch im Detail ein.

Vorteile Nachteile
Kosteneinsparungen
⊖ Abhängigkeit von der Internetverbindung
Wartungsfreiheit
⊖ Probleme beim Stromausfall
Höchstmögliche Sicherheit
⊖ Notwendigkeit sicherer Passwörter
Hohe Benutzerfreundlichkeit

Flexible Skalierbarkeit

Ortsunabhängigkeit

Riesiger Funktionsumfang


7 Vorteile einer VoIP-Telefonanlage

  • Kosteneinsparungen

    Im Gegensatz zu einer lokal installierten Telefonanlage fallen für Sie bei einer gehosteten IP-Telefonanlage keine zusätzlichen Anschaffungskosten an. Vor allem Startups und KMUs greifen daher häufig auf eine On-Demand-Lösung zurück, da auf Unternehmensseite keine Kosten für eine Telefonanlage, zusätzliche Hardware, die Installation oder geschultes IT-Personal entstehen.

Durch die zahlreichen Erweiterungen hat Placetel uns die perfekte Lösung für den Start unseres Unternehmens geboten – nicht nur weil alles schnell und einfach eingerichtet war, sondern auch weil keine Investitionen zum Start notwendig waren!
Tim Bäcker | Gründer & CEO, socialeyes

Zudem lassen sich durch kostenlose interne Gespräche, günstige Verbindungsentgelte und den Wegfall eines Telefonanschlusses weitere Kostenvorteile sichern. Nur eine ausreichende Internet Breitbandverbindung ist für den Betrieb Ihrer neuen VoIP-Telefonanlage erforderlich. Wie viel eine Voice over IP Telefonanlage kostet, erfahren Sie in unserem Kostenbeispiel.

  • Wartungsfreiheit

    Die Verantwortung für die Bereitstellung, die Wartung und anfallende Updates der virtuellen Business Telefonanlage liegt allein beim SIP Provider. Sie als Nutzer brauchen sich dadurch um nichts kümmern. Alle Updates werden automatisiert durchgeführt.

  • Höchstmögliche Sicherheit

    Viele Unternehmen hegen nach wie vor Sicherheitsbedenken gegenüber gehosteten IP-Telefonanlagen bzw. Cloud-Telefonanlagen. Diese sind jedoch völlig unbegründet, solange Sie bei der Auswahl Ihres Anbieters auf bestimmte Kriterien achten. Seriöse VoIP-TK-Anbieter können Ihnen höchstmögliche Sicherheit bieten, da die Technologie der Telefonanlage meist in verschiedenen Hochleistungs-Rechenzentren in Deutschland gehostet und abgesichert wird. Dadurch profitieren Sie bei den meisten Anbietern von einer Hochverfügbarkeit von über 99,9%.

    Zudem werden kontinuierliche Sicherheitsupdates der Telefonanlage durchgeführt. Wird die VoIP Telefonanlage im eigenen Unternehmen installiert, können häufig nicht dieselben hohen Sicherheitsstandards wie mit einer gehosteten VoIP-Telefonsystem eingehalten werden.

  • Hohe Benutzerfreundlichkeit

    Für das Bedienen einer virtuellen IP-PBX ist kein fachliches Know-How erforderlich. Alle Einstellungen können über eine Benutzeroberfläche im Browser vorgenommen werden. Innerhalb weniger Minuten ist die VoIP Telefonanlage eingerichtet und Sie können lostelefonieren.

  • Flexible Skalierbarkeit

    Da wir uns in dynamischen Zeiten befinden, spielt eine hohe Flexibilität und Skalierbarkeit gerade für kleine Unternehmen eine große Rolle. Aus einem Zweimannbetrieb kann auch schnell mal ein größeres Unternehmen werden. Hierfür ist es wichtig, dass die Telefonanlage sich flexibel an die Ansprüche des Unternehmens anpassen kann.

    Mit einer gehosteten VoIP-Telefonanlage ist das gar kein Problem. Sie wächst ganz einfach mit Ihrem Unternehmen mit. Rufnummern können Sie beliebig be- und abbestellen und zahlen so nur für die Nebenstellen, die Sie auch wirklich brauchen.

Einfache Skalierung dank VoIP-Telefonanlage: Links zwei Mitarbeiter, rechts sind es 12 Mitarbeiter
Aus einem Zweimannbetrieb kann auch schnell mal ein größerer Betrieb werden.
  • Ortsunabhängigkeit

    Virtuelle VoIP-Anlagen punkten vor allem aufgrund ihrer hohen Mobilität und Flexibilität. VoIP Telefonanlagen können nach der Einrichtung von jedem beliebigen Standort aus und mit unterschiedlichen Endgeräten (Smartphone, PC, Tablet oder Telefon) eingesetzt werden. Vorausgesetzt der Nutzer hat eine Internetverbindung. Das ermöglicht es Ihnen, unterschiedliche Standorte und Mitarbeiter, die im Home Office arbeiten, an dieselbe Telefonanlage anzubinden.

    Auf Wunsch bleiben Sie bei der Cloud-Telefonie zudem jederzeit unter Ihrer Bürorufnummer erreichbar - und das weltweit. So ist gewährleistet, dass Sie keinen Anruf mehr verpassen- egal wo Sie sich gerade befinden.

Für mich als „Arbeitsnomade“ ist besonders die standortunabhängige Telefonie wichtig. Egal, ob ich aus unserem Office im Ausland, unterwegs oder aus dem Büro aus telefonieren möchte - ich bin stets bestens unter der Firmennummer erreichbar.
Wolfgang-Udo Mertens | Haus IT Service & Vertrieb Mentor GmbH
  • Riesiger Funktionsumfang

    Der Funktionsumfang herkömmlicher Telefonanlagen kann bei weitem nicht mit dem moderner VoIP-Telefonanlagen mithalten. Hier stehen einem häufig weit über 100 Funktionen zur Verfügung. Darunter Leistungsmerkmale wie Telefonkonferenzen, IVR, Wartemusik, BLF und viel mehr.

    Manche Provider bieten sogar Unified Communication Features wie Screen-Sharing, Videokonferenzen und Instant Messaging, wodurch die Zusammenarbeit im Team deutlich effizienter gestaltet werden kann. Aber auch herkömmliche Funktionen wie Makeln, Halten oder die Rufweiterleitung sind natürlich im Funktionsumfang enthalten.

3 Nachteile einer VoIP-Telefonanlage

  • Abhängigkeit von der Internetverbindung

    Mit der VoIP-Telefonie kann eine ausgezeichnete Sprachqualität erzielt werden, die der ISDN-Telefonie in nichts nachsteht. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine stabile Internetverbindung, denn die Sprachqualität ist immer nur so gut wie das Übertragungsnetz selbst.

    Bei einer instabilen DSL-Leitung wird die Gesprächsqualität darunter leiden und es kann zu Aussetzern oder Gesprächsabbrüchen kommen. Sofern einmal keine Internetverbindung besteht, kann auch nicht telefoniert werden. Um Gesprächsabbrüche zu vermeiden, empfehlen wir deshalb eine Breitbandverbindung mit garantierter Verfügbarkeit zu nutzen.

  • Probleme beim Stromausfall

    Eine VoIP-Telefonanlage funktioniert wie bereits erwähnt nur mit einer stabilen Internetverbindung. Im Falles eines Stromausfalls wird der Router jedoch nicht mehr mit Strom versorgt und die Internetverbindung wird getrennt. Gegen dieses Problem hilft z.B. eine Pufferbatterie (USV). Alternativ kann bei einer gehosteten VoIP Anlage aber auch ein Notfallplan erstellt werden. Wie das z.B. bei Placetel funktioniert, zeigt Ihnen das folgende Video:

  • Notwendigkeit sicherer Passwörter

    Online-Dienste sollten grundsätzlich mit sicheren Passwörtern geschützt werden. Das gilt auch für ein Benutzerkonto bei einem VoIP-Anbieter Ihrer Wahl. Sichere Passwörter zeichnen sich durch viele Zeichen aus (mindestens acht), bestehen aus Groß- und Kleinbuchstaben und verfügen zumindest über ein Sonderzeichen. Bei den meisten VoIP-Providern ist es außerdem möglich bzw. erforderlich für die Weboberfläche eine Zwei-Faktor-Authentifizierung einzurichten.

Voraussetzungen für die Voice over IP Telefonanlage

Voraussetzungen für die Voice over IP Telefonanlage

  • Internetanschluss mit ausreichend großer Bandbreite

    Die Grundvoraussetzung um über VoIP telefonieren zu können, ist eine stabile Internetverbindung. Als Richtwert, um eine gute Sprachqualität sicherzustellen, muss mit etwa 100kbit/s an Bandbreite (in Up- und Downloadrichtung) pro Sprachkanal gerechnet werden.

    Bitte beachten Sie, dass Sie nicht nur Bandbreite für Telefongespräche, sondern auch noch für die normale Internetnutzung benötigen.

    In unserem VoIP-Bandbreiten Ratgeber erfahren Sie, worauf Sie bei der Auswahl Ihres Internetanschlusses achten sollten und wie sich die Bandbreite priorisieren lässt.

Die drei Eckpfeiler der VoIP-Telefonie: SIP-Provider, Internet und voip-fähige Endgeräte
  • SIP-Anbieter

    Der SIP-Anbieter kann als eine Art zentrale Schnittstelle verstanden werden, bei der man sich ein Benutzerkonto einrichten muss, um die VoIP-Telefonie nutzen zu können - er stellt also quasi den Service bereit, um über das Internet telefonieren zu können.

  • Rufnummern

    Um telefonieren zu können, brauchen Sie selbstverständlich noch eine Telefonnummer. Ob Sie Ihre bisherige Rufnummer behalten wollen oder neue Rufnummern bestellen möchten, ist ganz Ihre Entscheidung. Bei Ersterem müssen Sie bei Ihrem neuen Anbieter einen Portierungsantrag ausfüllen. Hat der alte Anbieter der Rufnummernportierung zugestimmt, legt dieser einen Portierungstermin fest, welchen Sie von Ihrem neuen VoIP-Anbieter mitgeteilt bekommen.

Interessant zu wissen:
Neue Rufnummern können Sie bei gehosteten IP-Telefonanlagen meist einfach und flexibel über eine Weboberfläche hinzubuchen.

  • VoIP-fähige Endgeräte

    Für die Nutzung einer VoIP Telefonanlage werden voip-fähige Endgeräte benötigt. Dafür ist es jedoch nicht zwangsweise erforderlich, sich IP-Telefone anzuschaffen. Im Allgemeinen können Sie auch Ihre bisher verwendeten analogen oder ISDN-Telefone behalten. Hierfür ist es allerdings erforderlich, sich einen analogen Telefonadapter (ATA) bzw. sich einen ISDN-Telefon-Adapter (ITA) anzuschaffen.

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie in unserem Artikel ISDN-Telefonanlage am VoIP-Anschluss. Eine weitere Möglichkeit stellt das Telefonieren über den PC oder das Smartphone via Softphone dar.

Über das Cloud-Netzwerk ist das IP-Telefon, das Smartphone, der Computer und das herkömmliche Telefon mit der VoIP-Telefonanlage verbunden.
Telefonieren via IP-Telefon

Telefonieren via IP-Telefon

Cisco IP Telefon 8865
Cisco IP-Telefon 8865

Auch wenn das Telefonieren über eine IP-Telefonanlage den Einsatz von IP-Telefonen nicht voraussetzt, so sind diese trotzdem empfehlenswert, da sie oft einen größeren Funktionsumfang und mehr Komfort bieten. Welches VoIP-Telefon am besten für Ihr Unternehmen geeignet ist, hängt von den benötigten Funktionen ab. Generell haben wir gute Erfahrungen mit den IP-Telefonen der Hersteller Cisco, Snom oder Yealink gemacht. In unserem Endgeräte-Shop finden Sie eine große Auswahl.

Telefonieren mit einem Softclient/Softphone
Abbildung eines PC, Laptops, Smartphones und Tablets

Wenn Sie nur gelegentlich Telefonate führen und sich keine SIP-Telefone anschaffen möchten, können Sie durchaus einfach über die integrierten Lautsprecher und Mikrofone Ihres Computers oder Laptops telefonieren oder ein Smartphone nutzen. Bei vielen Telefongesprächen empfiehlt es sich aber eher ein Headset zu nutzen. Um über das Smartphone oder über den PC via VoIP zu telefonieren, ist eine App bzw. ein sogenanntes Softphone erforderlich.

Vor allem für den Einsatz von unterwegs, zum Beispiel während einer Dienstreise, hat sich der Einsatz von Softphones bewährt. Für den Arbeitsalltag im Büro oder fürs Homeoffice sind IP-Telefone zu bevorzugen.

IP-Telefon anschließen und einrichten

IP-Telefon anschließen und einrichten

IP-Telefone benötigen keinen herkömmlichen Telefonanschluss mehr, sondern sie werden über einen freien LAN-Port des Routers direkt ans Internet angeschlossen. Anschließend werden die SIP-Daten des Providers eingegeben, um sich mit der VoIP-Telefonanlage zu verbinden.

Bei Placetel wird für bestimmte IP-Telefone der Hersteller Cisco, Snom und Yealink darüber hinaus eine Autoprovisionierung, d.h. eine automatische Konfiguration, unterstützt. Für die Einrichtung muss dann lediglich die MAC-Adresse des Endgerätes, die sich auf der Rückseite des IP-Telefons befindet, eingetragen werden. Danach übernimmt das Telefon die hinterlegten Einstellungen automatisch.

In unserer Online-Hilfe erfahren Sie mehr zur Einrichtung von IP-Telefonen.

Was kostet eine VoIP-Telefonanlage?

Was kostet eine VoIP-Telefonanlage?

Wie bereits erwähnt, können Nutzer von VoIP-Telefonanlagen aufgrund wegfallender Hardware, Installations- und Wartungskosten gegenüber herkömmlichen Telefonanlagen eine Menge Geld einsparen. Häufig lassen sich die Kosten um bis zu 50% reduzieren. Welche Kosten Sie bei der Nutzung einer virtuellen VoIP-Telefonanlage erwarten, haben wir Ihnen einmal zusammengefasst:

Einrichtungsgebühr

Je nach Anbieter müssen Sie mit einer geringen, einmaligen Einrichtungsgebühr rechnen. Bei Placetel fällt z.B. keine Einrichtigungsgebühr für die Bereitstellung der VoIP Telefonanlage an. Die Telefonanlage können Sie ganz einfach selbst mit wenigen Klicks online einrichten. Sollten Sie die Telefonanlage von unseren professionellen Mitarbeitern einrichten lassen wollen, können Sie bei Bedarf optionale Einrichtungspakete hinzubuchen.

Monatliche Kosten

Anbieter einer VoIP-Telefonanlage aus der Cloud veranschlagen in der Regel eine monatliche Grundgebühr pro Nebenstelle, d.h. pro aktivierter Rufnummer oder pro genutztem Endgerät. Die Gebühr variiert je nach Anbieter leicht. Bei Placetel beträgt die monatliche Grundgebühr für die Profi Telefonanlage 4,90 € monatlich pro Nebenstelle. Rufnummern können jederzeit aktiviert oder auch deaktiviert werden.

Zu den monatlichen Grundgebühren kommen die Verbindungsentgelte, also die Kosten für die vertelefonierten Gesprächsminuten hinzu. Verbindungsentgelte sind bei VoIP-Telefonanlagen im Allgemeinen als vergleichsweise günstig einzustufen. Bei Placetel fällt z.B. nur 1 Cent pro Minute für Gespräche ins deutsche Festnetz an. Ins Mobilfunknetz kann ab 9,9 Cent pro Minute telefoniert werden. Betriebsinterne Gespräche - auch mit Niederlassungen im Ausland – sind komplett kostenlos. Für Vieltelefonierer empfiehlt sich das Hinzubuchen einer Flatrate.

Kosten für Rufnummern

Die Rufnummernportierung ist bei den meisten VoIP-Anbietern kostenlos. Sollen Rufnummernblöcke bestellt werden, fällt dafür eine einmalige Gebühr an. Der erste 10er Rufnummernblock kostet bei Placetel 10,00 €, jeder weitere 20,00 €. Darüber hinaus können optional auch Servicerufnummern (0800) oder internationale Rufnummern gegen eine geringe monatliche Gebühr gebucht werden.

Ein Rechenbeispiel

Im Folgenden möchten wir Ihnen die Kosten für eine VoIP-Telefonanlage an einem kleinen Rechenbeispiel veranschaulichen: Ihr Unternehmen hat 5 Mitarbeiter, die alle eine eigene Rufnummer erhalten sollen. Da in Ihrer Firma viel telefoniert wird, entscheiden Sie sich für eine Flatrate ins deutsche Festnetz.

Rechenbeispiel für die Placetel VoIP-Telefonanlage
Welche Telefonanlage für VoIP? On-Premise vs. On-Demand

Welche Telefonanlage für VoIP?

Definition On-Premise vs. On-Demand

Ein Bildschirm, auf dem ein Gebäude vs. Wolke abgebildet ist.

Unternehmen, die sich für eine VoIP Telefonanlage interessieren, stehen vor einer schwierigen Entscheidung. Sie haben die Wahl zwischen:

  1. Einer physischen IP-Telefonanlage, die lokal am Firmenstandort installiert wird (On-Premise)
  2. Einer gehosteten (virtuellen) Lösung, die von einem Serviceprovider als Dienst in der Cloud bereitgestellt wird (On-Demand).


On-Premise: Wenn die Telefonanlage lokal vor Ort steht

Bei einer On-Premise oder Inhouse- Lösung befindet sich die PBX genau wie Ihre bisherige Telefonanlage in Ihrem Unternehmen. Die Telefonanlage Voice over IP wird käuflich erworben und anschließend selbst im eigenen Netzwerk betrieben. Bei der On-Premise-Lösung müssen Sie als Nutzer das System auf Ihren Servern selbst installieren und absichern.

On-Demand: Wenn die VoIP Telefonanlage in der Cloud gehostet wird

Bei einer On-Demand Lösung wird die Telefonanlage im Gegensatz zu einer On-Premise-Lösung nicht im eigenen Unternehmen installiert, sondern in einem Rechenzentrum des VoIP-Anbieters gehostet. In den Geschäftsräumen steht also keine physische Telefonanlage mehr, sondern dem Nutzer werden alle Funktionalitäten der TK-Anlage über das Internet in der Cloud zur Verfügung gestellt. Man spricht deshalb auch häufig von einer virtuellen Telefonanlage.

Kriterien für die Auswahl einer On-Premise oder On-Demand VoIP Anlage

Ob sich Ihr Unternehmen bei der Auswahl einer Telefonanlage VoIP eher für eine On-Premise oder eine On-Demand Lösung entscheiden sollte, hängt von mehreren Faktoren wie beispielsweise der Netzwerksituation, den Geschäftsanforderungen und Ihrer finanziellen Situation ab.

Wenn sich Ihr Unternehmensstandort beispielsweise in einer Region befindet, in der Ultrabreitband verfügbar ist, können Sie in jedem Fall über eine Cloud-Lösung nachdenken. Befindet sich Ihr Standort jedoch an einem Ort, in dem es nur eine Internetverbindung mit geringen Datenübertragungsraten gibt, ist es ratsam, auf eine Hardeware-Lösung (On-Premise) zurückzugreifen.

Um nämlich eine gute Sprachqualität mit einer Cloud-Telefonanlage zu gewährleisten, benötigen Sie ca. 100kBit/s pro Sprachkanal in Up- und Downloadrichtung. Die Netzbetreiber treiben den Ausbau von Breitband-Internetanschlüssen jedoch kontinuierlich weiter, sodass schlechte Datenübertragungsraten in Zukunft wohl immer seltener werden.

Ob für Sie nun eine On-Premise oder eine On-Demand Lösung geeigneter ist, hängt letztendlich von Ihren individuellen Bedürfnissen ab. Beziehen Sie in Ihre Überlegung unbedingt Faktoren wie die Netzwerksituation und die Kosten-/Nutzen-Frage mit ein. Wenn Sie auf die vollständige Kontrolle der IP-Telefonanlage bestehen und sich selbst um die Instandhaltung der Anlage kümmern möchten, ist eine bei Ihnen vor Ort installierte IP Telefonanlage (On-Premise) vermutlich die richtige Wahl für Sie.

Gerade für Startups und Kleine- und Mittelständische Unternehmen empfiehlt es sich aber auf eine Cloud-Telefonanlage zu setzen, da hierbei keine Investitionen in Hardware anfallen und sie von einer höchstmöglichen Flexibilität profitieren. Sie brauchen sich um nichts kümmern, denn der Provider kümmert sich um den Betrieb, die Wartung und anfallende Updates Ihrer TK-Anlage. Und das vollkommen kostenlos. So bleibt Ihre Telefonanlage immer auf dem technisch neuesten Stand.

Whitepaper zum Umstieg auf eine Cloud-Telefonanlage
Kostenloses Whitepaper: Umstieg auf eine Cloud-Telefonanlage
  1. Darum lohnt sich der Schritt in die Cloud
  2. Alle wichtigen Fragen beantwortet
  3. Kriterien zur Anbieter-Auswahl
  4. Inkl. Checkliste: So klappt der Umstieg
Jetzt kostenlos herunterladen
FAQ

FAQ

1. Welche Telefone können an einer VoIP Telefonanlage verwendet werden?
An einer VoIP-Telefonanlage können sowohl IP-Telefone als auch meist herkömmliche analoge oder ISDN-Telefone verwendet werden. Hierfür wird allerdings ein entsprechender Analog-Telefon-Adapter (ATA) oder ein ISDN-Telefon-Adapter (ITA) benötigt. Dieser Adapter wird an den Router angeschlossen und kann dadurch eine Verbindung mit dem Internet herstellen.

2. Was unterscheidet IP-Telefone von herkömmlichen Telefonen?
IP-Telefone (Tischtelefone, DECT-Telefone oder WLAN-Telefone) sehen herkömmlichen Telefonen sehr ähnlich. Im Gegensatz zu den Standard-Telefonen verfügen Sie aber über einen Netzwerkanschluss, sodass sie direkt eine Verbindung mit dem Internet herstellen können. Außerdem verfügen sie nicht selten über ein deutlich größeres Display mit integrierter Kamera.

3. Warum brauche ich eine Telefonanlage?
Eine Telefonanlage wird dann benötigt, wenn mehrere Endgeräte wie Telefon, Fax oder Anrufbeantworter gleichzeitig miteinander verbunden oder wenn mehrere Telefonleitungen gleichzeitig genutzt werden wollen. Die Telefonanlage dient zur Anbindung an das öffentliche Telefonnetz (PSTN) und ermöglicht kostenlose, interne Gespräche.

4. Welche VoIP-Telefonanlage ist die Richtige?
Bevor Sie sich für eine VoIP-Telefonanlage entscheiden, sollten Sie folgende Kriterien berücksichtigen:

  • Kosten pro Nebenstelle oder Mitarbeiter
  • Funktionsumfang und mögliche Integrationen
  • Vertragslaufzeiten
  • Möglichkeit einer kostenlosen Testphase

5. Kann ich mein Faxgerät an einer IP-Telefonanlage weiterhin nutzen?
Ja das ist möglich. Zwar kommunizieren analoge Faxgeräte über eine andere Sprache als IP-Telefonanlagen, aber über ein VoIP Gateway, der das T.38 Protokoll unterstützt, sind Sie in der Lage, Ihre analogen Faxgeräte in das IP-Telefonsystem zu integrieren und Ihre Faxe zu versenden. Wie die Integration genau funktioniert, erfahren Sie in unserer Online-Hilfe.

6. Welche Bandbreite beansprucht ein Telefonat mittels VoIP?
Für das Führen von Gesprächen per Internettelefonie gilt ein Richtwert von 100 kbit/s in Sende- und Empfangsrichtung pro Sprachkanal. Wie Sie die benötigte Bandbreite berechnen und den Sprachverkehr priorisieren können, erfahren Sie in unserem VoIP-Bandbreiten-Ratgeber.

7. Was bedeutet Voice over IP?
Bei Voice over IP, auch IP-Telefonie oder Internettelefonie genannt, werden die Sprachdaten im Gegensatz zur analogen- und ISDN-Telefonie nicht mehr länger über das klassische Telefonnetz (PSTN), sondern über Computernetzwerke, die auf Internet-Standards basieren, übertragen.