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All-IP Telekom Umstellung - Das sollten Sie für 2022 wissen!

Frau tippt etwas am Handy ein

Die Tage von ISDN und klassischer Telefonie sind gezählt, denn die Telekom stellt nach und nach alle ihre Netze auf All-IP um. Was hinter dem Begriff All-IP steckt, warum er das Aus für ISDN und klassische TK-Anlagen bedeutet, worauf Sie besonders achten sollten und was auf Sie zukommt, erfahren Sie im folgenden Artikel.


1. Was ist All-IP?

1. Was ist All-IP? Definition und Erklärung

Die All-IP Umstellung ist schon lange in aller Munde. Kein Wunder, war die anfängliche, vollständige Umstellung der Telekom doch bereits bis Ende 2018 geplant. Doch noch immer werden vereinzelt Anschlüsse auf die All-IP Technologie umgestellt. In den letzten Jahren gab es aber große Fortschritte. So hieß es im letzten Jahr bereits, dass über 90 Prozent der Kunden auf VoIP umgestellt worden seien. Die Telekom ist damit der vorletzte der großen Telekommunikationsanbieter, die diesen Schritt geht. Danach folgt nur noch Vodafone, die ihren Kunden noch eine längere Übergangszeit ermöglicht. Doch spätestens 2022 soll es keine Analog- oder ISDN-Anschlüsse mehr geben.

All-IP bezeichnet die Umstellung der bisher verwendeten Übertragungstechniken in Telekommunikationsnetzen auf ein einheitliches IP-basiertes System. Die bisher verwendete analoge Telefon-Technik wird dann durch VoIP (Voice-over-IP) ersetzt, die das Telefonieren über das Internet ermöglicht. Die Abkürzung IP steht für “Internet Protokoll”und bezeichnet eine Kommunikationstechnik im Internet, mit der Informationen digital und paketvermittelt übertragen werden können.

Durch All-IP ist es Telekommunikationsanbietern nun möglich, dem Kunden alle Dienste wie Telefonie, Fax, TV, Internet und Mobilfunk in nur einem einzigen Netzwerk, dem sogenannten Next Generation Netzwerk (NGN), zur Verfügung zu stellen. Hierfür ist ein Internet- Anschluss vollkommen ausreichend. Ein separater ISDN-Anschluss wird nicht mehr benötigt.

All-IP-Anschluss: So funktioniert die VoIP-Technik dahinter

Im Gegensatz zu analogen oder ISDN-Telefonanschlüssen sind IP-Telefonanschlüsse an das Breitband gekoppelt. Bei Voice over IP werden die Telefongespräche also nicht mehr über Telefonanschlüsse abgewickelt, sondern über das Internet. Beim All-IP-Anschluss ist, anders als bei einer DSL-Leitung mit analogem oder ISDN-Anschluss, kein Splitter mehr für die Trennung der für Internet und Telefonie verwendeten Frequenzbereiche notwendig.

Stattdessen kann der Router, der eine direkte Verbindung zur Telefonbuchse hat, sofort mit der DSL-Leitung verbunden werden. Analoge oder digitale Telefone sowie Faxe können dann, falls der Router über eine Telefonanlagenfunktion verfügt, mit dem Router verbunden werden. Wenn Sie eine IP-Telefonanlage oder ein IP-fähiges Telefon besitzen, können Sie dieses auch unmittelbar an den Router anschließen.

Bei der VoIP-Telefonie wird die Sprache in Datenpakete transformiert und über das IP-Netzwerk an den Empfänger übertragen und dort wieder als Sprachinformation zusammengesetzt. Um eine Verbindung aufzubauen, wird das Session Initiation Protocol (SIP) verwendet. Die tatsächlichen Sprachinformationen werden über das Internet und das Internet -Protokoll in Echtzeit übertragen.

2. Die Vorteile von All-IP

2. Die Vorteile von All-IP: Der neue Standard der Business Telefonie?

Viele Unternehmen verwenden die neue Technik bereits seit Jahren erfolgreich in ihrem Business. Und es zahlt sich aus, denn All-IP bietet für Unternehmen viele Vorteile. So kann beispielsweise die interne und die externe Kommunikation durch All-IP wesentlich effektiver gestaltet werden. Auch Vodafone-Technik-Chef Eric Kuisch ist der Meinung, dass All-IP die Grundlage für die Kommunikation der Zukunft darstellt:

“All-IP ist die Zukunftstechnologie, die Mobilfunk und Festnetz miteinander vereint. Sie macht Kommunikation für Kunden einfacher, flexibler, schneller- und macht moderne Festnetzanwendungen wie Chats oder Videotelefonie erst möglich.” (Vodafone/Pressearchiv)

Ein Überblick über die Vorteile von All-IP:

  • Einfachere Einrichtung
    Ein äußerst wichtiger Vorteil, den All-IP-Anschlüsse gegenüber herkömmlichen Telefonanschlüssen bieten, ist die äußerst einfache Handhabung. Dank der neuen Technik ist ein DSL-Splitter oder ein NTBA nicht mehr länger notwendig. Stattdessen können Sie Ihren Router direkt an die Telefondose anschließen.

  • Kostenersparnis durch Komplettangebot:
    Mit All-IP ist es möglich, alle Services wie Fernsehen, Telefon, Internet und Mobilfunk in einem Angebot zu bündeln. Dadurch, dass alle Dienste von nur einem Anbieter bezogen werden können, wird das Angebot für den Kunden in vielen Fällen preislich günstiger sein, als wenn er verschiedene Anbieter für die einzelnen Dienste bräuchte.

  • Ortsunabhängige Nutzung sorgt für eine höhere Erreichbarkeit
    Unabhängig davon, wo sich ein Mitarbeiter befindet, ist er auf allen Geräten unter seiner virtuellen Festnetznummer erreichbar - vorausgesetzt, ein Breitbandzugang ist verfügbar. Dadurch, dass der Mitarbeiter über eine einzige Rufnummer erreichbar ist, sowohl im Büro als auch unterwegs, wird die Erreichbarkeit der einzelnen Mitarbeiter erhöht. Des Weiteren ist es möglich, zu jeder Rufnummer einen virtuellen Anrufbeantworter einzurichten.

Immer mehr Menschen arbeiten im Home-Office. Denn durch die fortschreitende Digitalisierung ist eine ortsunabhängige Erreichbarkeit gewährleistet.

  • Ausgezeichnete Sprachqualität
    Durch die Umstellung auf IP-Telefonie profitieren Sie außerdem dank der High-Definition-Voice Technologie von einer ausgezeichneten Sprachqualität - ganz ohne Rauschen oder Hall. Hierfür sind jedoch geeignete Endgeräte wie HD-Voice-taugliche Telefone und VoIP-Telefonanlagen notwendig. Auch die meisten Smartphones unterstützen seit 2013 HD-Voice. Wichtig ist, dass nicht nur das eigene Telefon HD-Voice für eine ausgezeichnete Sprachqualität unterstützen muss, sondern auch das Endgerät, der Router und die Technik des Gesprächspartners.

  • Höhere Geschwindigkeit
    Schnelleres Internet ist ein weiterer großer Vorteil der IP-Telefonie. Frequenzbereiche, die zuvor für Analog- und ISDN-Telefonie (Annex A/B) reserviert waren, werden durch die Umstellung frei. Das führt dazu, dass mehr Daten transportiert werden können. Der Upload ist bei herkömmlichen DSL-Anschlüssen dann mehr als doppelt so hoch. Durch höhere Bandbreiten (bis zu 100 Mbit/s), kann auch ein schnellerer Datenaustausch mit Kunden, Lieferanten und Partnern gewährleistet werden.

  • Bessere Zusammenarbeit und Effizienz dank hervorragender Vernetzung
    Durch die All-IP Umstellung ergeben sich ganz neue Möglichkeiten der Vernetzung. Mobile Endgeräte können zum Beispiel in Telefonanlagen integriert werden. So können Mitarbeiter, die gerade unterwegs sind, nicht nur von Kunden unter Ihrer Festnetz-Durchwahl angerufen werden, sondern sie können auch ganz einfach in Telefonkonferenzen oder in Videokonferenzen miteinbezogen werden.

    Ist ein Mitarbeiter nicht erreichbar, bekommt er eine auf die Mailbox gesprochene Nachricht als Audio-Datei per E-Mail zugeschickt. Alle Endgeräte, egal ob Smartphone, PC, Tablet oder Telefon sprechen die gleiche Sprache und können nach Bedarf die Aufgaben und Funktionen anderer Devices übernehmen.

    Die Unabhängigkeit von Ort und Endgerät des Users stellt die Grundlage für effizientes Zusammenarbeiten dar. So können Teams Daten ganz einfach miteinander teilen und Aufgaben gemeinsam bearbeiten. Abstimmungen können dank Sprachtelefonie, Voicemail, E-Mail, Instant Messaging oder Collaboration-Tools schneller und effizienter durchgeführt werden.

  • Höhere Anzahl paralleler Gespräche
    Die komplette Kommunikation läuft bei All-IP über einen einzigen Netzwerkzugang. Anhand dieses IP-Anschlusses können Sie anders als bei einem herkömmlichen ISDN-Anschluss eine Vielzahl an Gesprächen gleichzeitig führen. Die Anzahl paralleler Kanäle ist nun nicht mehr auf zwei beschränkt, sondern hängt von der Datenübertragungsrate des Anschlusses sowie von der Anzahl der vom Provider zur Verfügung gestellten Telefonnummern ab.

  • Zukunftsfähigkeit: Viele neue nützliche Funktionen
    Die All-IP Technik ist zukunftssicher und bringt eine Vielzahl interessanter und hilfreicher Anwendungen mit, die die Kommunikation vereinfachen und Daten- und Sprachservices verschmelzen lassen. So können Sie mittels Protokollen wie T.38 ganz einfach auch Faxgeräte in All-IP-Netzwerken nutzen. Des Weiteren lassen sich Anrufer vorqualifizieren und an den richtigen Ansprechpartner weiterleiten.

    Bei der Umstellung auf All-IP werden Sie langfristig von einem gesicherten Support profitieren und können sich auf interessante Entwicklungen in der Zukunft freuen.
    Auch der Journalist Hannes Rügheimer gibt auf der Vodafone-Seite zu verstehen, dass es keinen Grund gibt, der ISDN-Abschaltung traurig entgegen zu sehen:

    “Angesichts dieser Vorteile sollten Unternehmen aller Größenordnungen der sich nun verabschiedenden ISDN-Technik keine Tränen nachweinen. Die IP-Zukunft hat gerade erst begonnen und hält viele handfeste Vorteile bereit.“
    (featured-magazin für digitale Kultur-Vodafone)

3. Umstellung auf All-IP

3. Umstellung auf All-IP- Sie sind betroffen? Das ist zu tun:

Wie bereits erwähnt, läuft die Umstellung von ISDN auf All-IP im Festnetz der Deutschen Telekom bereits auf Hochtouren und befindet sich in den letzten Zügen. Im April 2017 lag die Anzahl der Geschäftskunden, die auf All-IP umgestiegen sind, erst bei 45%. Mittlerweile wurde die 90% Marke überschritten.

Und auch die Grafik von Statista macht das Ende von ISDN und der analogen Telefonie deutlich.

Infografik: ISDN und analoge Telefonie sterben aus | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Während nach Schätzung der Bundesnetzagentur in 2006 noch 25,44 Millionen Haushalte über einen Analogen Telefonanschluss und 12,69 Millionen Haushalte über einen ISDN-Basisanschluss verfügten, waren es 2019 schätzungsweise nur noch 90.000 mit analogem und 530.000 Haushalte mit ISDN-Anschluss.

Aber warum ist der Wechsel von ISDN auf All-IP unausweichlich?

3.1 Hintergründe der Umstellung

3.1 Hintergründe der Umstellung

Die ISDN-Abschaltung liegt zum einen an der inzwischen veralteten Technik. Zum anderen wird seit Jahren der Aufbau eines zweiten Netzes für den Internetzugang und die Datenkommunikation vorangetrieben. Der Betrieb von ISDN ist für die Telekom nur noch teuer.

Aus diesem Grund hat die Deutsche Telekom schon haufenweise Kündigungen an Firmenkunden geschrieben. Unternehmen, die noch ISDN-Anschlüsse haben, sollten sich jetzt auf den Umstieg auf IP vorbereiten, denn er ist unausweichlich. Ihr jetziger Telefonanbieter hat zwei Möglichkeiten: Er wird Sie entweder irgendwann zu All-IP zwangsmigrieren oder Ihren Vertrag kündigen.

Die Deutsche Telekom baut das Netz der Zukunft auf. Um das jedoch realisieren zu können, muss sie die veralteten analogen Anschlusstypen abschalten und sie auf Ethernet- IP umstellen. Bis dahin plant die Deutsche Telekom (DTAG) bereits 53 Großstädte in Deutschland, darunter Hamburg, München und Berlin, auf IP-Telefonie umgestellt zu haben.

Auch wenn einige wenige Anbieter wie z.B. Vodafone ihren Kunden noch eine längere Übergangszeit gewähren wollen, damit sie selbst entscheiden können, wann Sie auf die zukunftsfähige All-IP Technologie umstellen, so wird es doch spätestens 2022 kein ISDN mehr geben!

Das hat vor allem 3 Gründe:

  • Nur noch ein Netz: Mit der Umstellung wird verhindert, dass mehrere Technologien nebeneinander existieren. Das hat den Vorteil, dass IP-Telefonate nicht in ein analoges Netz übertragen werden müssen. So können Energie und Kosten gespart werden. Dem Kunden werden alle Dienste wie Telefonie, Fax, TV, Internet und Mobilfunk in nur einem einzigen Netzwerk zur Verfügung gestellt.

  • Verfügbarkeit von Ersatzteilen: Es wird immer schwieriger, erforderliche Ersatzteile für veraltete ISDN-Anschlüsse zu erwerben, da die Hersteller diese kaum noch produzieren.

  • Das Netz der Zukunft:
    All-IP ist die Zukunftstechnologie, die die Kommunikation immer einfacherer und schneller macht. Durch sie können neue Dienste wie Webkonferenzen oder Unified Communications genutzt werden.

    3.2 Was Sie für die Telekom IP-Umstellung tun müssen

    3.2 Was Sie für die Telekom IP-Umstellung tun müssen

  1. Überprüfen Sie, ob Sie eine Telefondose, einen passenden Internet-Router sowie ein dazu passendes DSL-Kabel haben.

    Voraussetzung für die erfolgreiche Umstellung auf einen IP-Anschluss ist eine Telefondose, ein passender Internet-Router sowie ein dazu passendes DSL-Kabel. Da das bisherige Kabel die neue Technik nicht unterstützt, kann es nicht länger verwendet werden.

    Ein passender Internet-Router verfügt über zwei Telefonbuchsen (TAE-Buchsen), an denen sich analoge Endgeräte wie Telefone, Anrufbeantworter oder Faxgeräte anschließen lassen. Falls bei der Verwendung des Faxgerätes Probleme auftreten sollten, kann es helfen, eine niedrige Übertragungsrate (meist 9600 Bit/s) einzustellen.

    Die Umstellung gestaltet sich für Sie äußerst einfach. Sie müssen lediglich den Splitter und das NTBA entfernen, sobald der Anschluss auf das Internet-Protokoll umgestellt wurde. Anschließend stecken Sie das Kabel für den neuen Router in die TAE-Buchse des Breitbandanschlusses, verbinden das Telefon mit dem Router und richten den Internet- und Telefonzugang im Browser ein.

    Falls Sie ein ISDN-Telefon weiterverwenden möchten, benötigen Sie einen IP-fähigen Router mit einem integrierten Anschluss für ISDN-Endgeräte (S0-Port). An diesen S0 Port des Routers/ Adapters wird Ihr ISDN Telefon dann angeschlossen. Haben Sie ein schnurloses Telefon? Dann schließen Sie einfach die Basisstation an den S0-Port des Routers an.

    Bei Telefonanlagen muss im Einzelfall geprüft werden, ob Sie am IP-Anschluss weiter genutzt werden können. Bei vielen ist dies jedoch der Fall. Hierbei wird die ISDN-Anlage am S0-Port oder einem Adapter angeschlossen. Hybride TK-Anlagen lassen sich einfach auf die IP-Technologie umstellen.

  2. Suchen Sie Ihre Zugangsdaten für den Internetzugang.

  3. Klären Sie, was der Wegfall von ISDN für Sie konkret bedeutet.

    Ein ISDN-Anschluss wird häufig nicht nur für die reine Sprachtelefonie verwendet. Probleme können z.B. bei Sonderdiensten wie Notrufsystemen, Alarmanlagen oder Aufzugnotrufen auftreten. Sie sollten auf Ihre Serviceanbieter zugehen und klären, ob die Sonderdienste mit einem IP-basierten Anschluss der Telekom einwandfrei funktionieren. Ist das nicht der Fall, müssen Sie die Geräte ggf. austauschen. Auch bei Faxgeräten kann es zum Teil zu Problemen kommen, z.B. wenn der Provider das VoIP-Fax-Protokoll T.38 nicht unterstützt.

  4. Sorgen Sie für ausreichend Bandbreite.

    Bei IP-Anschlüssen läuft die Telefonie nur noch über einen Internetanschluss. Das bedeutet, dass Sie pro Sprachkanal freie Bandbreite der Internetleitung brauchen. Der Anschluss muss genügend Bandbreite in Upload- und Downloadrichtung liefern. Als Richtwert gelten hier 100 kbit/s pro Gespräch. War Ihre Bandbreite bis jetzt gerade so ausreichend, müssen Sie sich vermutlich nach einem neuen Tarif umschauen, damit Sie ohne Einschränkungen telefonieren können.

    Wie Sie sich konkret auf die All-IP Umstellung der Telekom vorbereiten können, können Sie im offiziellen Telekom-Umstellungs-Guide nachlesen.

4. IP-Anschluss einrichten: Ihre Möglichkeiten

4. IP-Anschluss einrichten: Welche Möglichkeiten habe ich?

Um zu gewährleisten, dass eine Umstellung auf All-IP reibungslos verläuft, sollten sich Unternehmen im Vorfeld mit dem Thema auseinandersetzen und sich für eine Lösung entscheiden. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Sie die Umstellung bewerkstelligen können.

Wenn Sie Glück haben, verwendet das System Ihrer Firma bereits IP für die Sprachübertragung. Ist das der Fall, müssen die bisherigen verwendeten Endgeräte oder Ihre Telefonanlage höchstwahrscheinlich nicht ausgetauscht werden und diese können dann problemlos auf einen All-IP-Anschluss umgestellt werden.

Unternehmen, die eine ISDN-TK-Anlage verwenden, haben verschiedene Möglichkeiten, auf All-IP umzustellen. Sie können zum Beispiel eine Cloud-Telefonanlage verwenden oder auf eine SIP-Trunk-Lösung zurückgreifen.

SIP-Trunking

Für Unternehmen, die ihre jetzige Telefonanlage weiter nutzen möchten, bietet ein SIP TK-Anlagenanschluss eine gute Alternative. Die analoge Telefonanlage kann via SIP-Trunking an das All-IP-Netz angebunden werden. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die bestehende Telefonanlage SIP-fähig ist. Zudem können bei dieser Variante die Kostenvorteile von VoIP genutzt werden.

Aber auch Telefonanlagen, die nicht SIP-fähig sind, lassen sich- je nach Anbieter- in den meisten Fällen über ein Media Gateway an das Internet anschließen. Dieses stellt einen ISDN-Anschluss zur Verfügung, der über einen SIP Trunk umgesetzt wird. Von der technischen Seite betrachtet, funktioniert der SIP TK-Anlagenanschluss wie ein ISDN- oder PMX-Anschluss, nur dass nicht alle klassischen ISDN-Funktionen genutzt werden können. Es ist jedoch zu empfehlen, direkt auf eine moderne Cloud-Telefonanlage umzusteigen, da das Nutzen eines SIP TK-Anlagenanschlusses eher als Übergangslösung betrachtet werden sollte.

Cloudbasierte Lösung

Zwar bietet die Telekom seit 2016 über Router und Gateways an, auch ältere Anlagen über einen IP-Anschluss zu betreiben, aber viele klassische ISDN-Funktionen gehen durch SIP-Trunking verloren.

Wenn Sie in nächster Zeit Ihre ISDN-TK-Anlage ersetzen möchten, empfehlen wir Ihnen direkt die Dienste einer Cloud-Telefonanlage in Anspruch zu nehmen. Erfahren Sie in unserem Ratgeber, worauf Sie bei der Wahl eines geeigneten VoIP-Anbieters achten sollten.

Der Umstieg auf eine Virtuelle Telefonanlage bietet den Vorteil, dass Ihnen klassische ISDN-Features wie Makeln, “Vermitteln”, “Transfer” oder “Besetzt” erhalten bleiben. Des Weiteren ist es Ihnen möglich, die komplette Administration wie die Rufnummernverwaltung oder die Aktivierung bzw. Deaktivierung von Unified-Communications-Diensten über ein Web-Portal zu steuern. Das heißt, Sie haben alle Features in nur einer zentralen Anwendung gebündelt.

5. Die häufigsten Fragen zu All-IP & der Telekom Umstellung (FAQ)

5. Die häufigsten Fragen zu All-IP & der Telekom Umstellung (FAQ)

  1. Wer ist von der Umstellung von ISDN auf All-IP betroffen?

    Grundsätzlich sind alle Kunden und Unternehmen von der Umstellung auf die IP Telefonie betroffen, die zum jetzigen Zeitpunkt eine ISDN-Leitung für ihre Telefonanlage und den Internetzugang verwenden.

    Durch die ISDN-Abschaltung wird dieses System von der Telekom in Kürze nicht mehr zur Verfügung stehen und muss auf Voice-over-IP umgestellt werden. Aber auch alle anderen Provider werden in den nächsten Jahren auf All-IP umrüsten.

  2. Kann mich die Telekom zwingen auf All-IP umzusteigen?

    Nein, kein Provider kann Sie zwingen umzusteigen. Sie müssen allerdings wissen, dass es langfristig keine Alternative geben wird. Zwar gibt es einige Anbieter, die Ihnen noch bis 2022 ISDN anbieten wollen, aber auf kurz oder lang wird es verschwinden. Weigern Sie sich von ISDN auf All-IP umzusteigen, kann die Telekom Ihren bestehenden Vertrag kündigen. Dann müssen Sie entweder ohne Telekommunikation auskommen oder ein Angebot eines anderen Providers einholen.

  3. Wie schnell muss mein DSL-Anschluss für All-IP sein?

    Um ein VoIP-Gespräch zu führen, ist eine Bandbreite von mindestens 100 kBit/s in Sende- und Empfangsrichtung erforderlich. Selbst ein sehr langsamer DSL-Anschluss verfügt über eine Bandbreite von 384 kBit/s in Empfangsrichtung (Downstream) und 228 kBit/s in Senderichtung (Upstream). Mit dieser Bandbreite können parallel zwei Telefonate geführt werden.

  4. Bezahlt die Telekom die Kosten für die Umstellung? Schließlich handelt es sich um eine Zwangsumstellung und unsere TK-Hardware läuft noch einwandfrei.

    Anders als von vielen angenommen, handelt es sich bei der Telekom VoIP Umstellung nicht um eine Zwangsumstellung. Falls Sie diese Umstellung ablehnen, kann Ihr Anbieter jedoch Ihren Vertrag kündigen. Dann haben Sie die Möglichkeit, sich einen anderen Provider zu suchen.

    Nehmen Sie das Angebot der Telekom an, wird der bisherige Anschluss durch einen All-IP Anschluss ersetzt. Der neue Anschluss wird in den meisten Fällen pro Monat sogar günstiger sein als der alte ISDN-Anschluss.

  5. Was geschieht nach dem Umstieg mit meiner TK-Anlage?

    Hierbei kommt es darauf an, für welche Lösungsmöglichkeit Sie sich entscheiden.
    Wenn Sie Ihre herkömmliche Telefonanlage weiter betreiben möchten, ist dies im Grunde genommen auch an einem IP-basierten Anschluss möglich. Die analoge Telefonanlage kann via SIP Trunking an den IP-Anschluss angeschlossen werden. Ein Nachteil hiervon ist jedoch, dass klassische ISDN-Funktionen nicht länger genutzt werden können.

    Wenn Sie Ihre bisherige TK-Anlage durch eine Cloud-Telefonie Lösung ersetzen, brauchen Sie Ihre alte TK-Anlage nicht mehr. Wenn Sie sich für eine Cloud-Telefonanlage entscheiden, können Sie auch die klassischen ISDN-Features wie “Halten”, “Makeln”, “Besetzt”, ect. weiter verwenden.

  6. Welche Nachteile hat All-IP?

    Die VoIP-Telefonie hat den Nachteil, dass Sie dafür einen funktionierenden Internetanschluss benötigen. Ist gerade keine Internetverbindung vorhanden, kann auch nicht telefoniert werden. Dies kann man umgehen, indem man beispielsweise eine zweite Internetleitung für die IP-Telefonie bereitstellt.

6. Zusammenfassung

6. Zusammenfassung

ISDN-Anschlüsse werden über kurz oder lang verschwinden. Daran führt kein Weg vorbei. Auch wenn Sie einen Provider finden, der Ihnen eine verlängerte Übergangszeit der All-IP-Umstellung bis 2022 anbietet, müssen Sie sich mit dem Gedanken anfreunden, dass es langfristig keine Alternative zu VoIP geben wird.

Machen Sie sich lieber jetzt über die VoIP Umstellung Gedanken und suchen Sie nach einer geeigneten Lösungsmöglichkeit für Ihr Unternehmen. Egal, ob Sie sich dafür entscheiden, Ihre alte Telefonanlage mithilfe geeigneter Hardware weiter zu betreiben oder diese durch eine cloudbasierte Telefonanlage zu ersetzen, Sie sollten lieber früher als später auf All-IP umstellen.

Denken Sie jedoch daran, dass wenn Sie Ihre ISDN-Telefonanlage weiter nutzen möchten, Sie nicht die vielen Vorteile des NGNs nutzen können, die Ihnen beispielsweise bei einer Cloud-Telefonanlage zur Verfügung stehen würden.

Wir hoffen, dass wir Ihnen in diesem Artikel einige Fragen rund um das Thema “All-IP-Umstellung” beantworten konnten. Falls Sie nicht gefunden haben, wonach Sie suchen oder noch weitere Fragen auftauchen, zögern Sie nicht diese zu stellen. Wir freuen uns auch über Kommentare oder Anregungen.

Wenn die Umstellung auf VoIP für Sie interessant ist, und Sie die vielen Vorteile einer Telefonanlage aus der Cloud nutzen wollen, setzen Sie sich einfach mit uns in Verbindung. Wir konnten schon viele Unternehmen erfolgreich bei der Umstellung von ISDN auf VoIP beraten. Wir freuen uns über eine Kontaktaufnahme!

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