Die Tage von ISDN und klassischer Telefonie sind gezĂ€hlt, denn die Telekom plant bis Ende 2018 alle ihre Netze auf All-IP umzustellen. Was hinter dem Begriff All-IP steckt, warum er das Aus fĂŒr ISDN und klassische TK-Anlagen bedeutet, worauf Sie besonders achten sollten und was auf Sie zukommt, erfahren Sie im folgenden Artikel.


1. Was ist All-IP?

1. Was ist All-IP? Definition und ErklÀrung

Die Umstellung von Business-Telefon- und Breitband-AnschlĂŒssen auf All-IP Technologie ist in vollem Gange. Doch was bedeutet All-IP eigentlich?

All-IP bezeichnet die Umstellung der bisher verwendeten Übertragungstechniken in Telekommunikationsnetzen auf ein einheitliches IP-basiertes System. Die AbkĂŒrzung IP steht fĂŒr “Internet Protokoll”und bezeichnet eine Kommunikationstechnik im Internet, mit der Informationen digital und paketvermittelt ĂŒbertragen werden können.

Durch All-IP ist es Telekommunikationsanbietern nun möglich, dem Kunden alle Dienste wie Telefonie, Fax, TV, Internet und Mobilfunk in nur einem einzigen Netzwerk, dem sogenannten Next Generation Netzwerk (NGN), zur VerfĂŒgung zu stellen. HierfĂŒr ist ein Internet- Anschluss vollkommen ausreichend. Ein separater ISDN-Anschluss wird nicht mehr benötigt.

All-IP-Anschluss: So funktioniert die VoIP-Technik dahinter

Im Gegensatz zu analogen oder ISDN-TelefonanschlĂŒssen sind IP-TelefonanschlĂŒsse an das Breitband gekoppelt. Bei Voice over IP werden die TelefongesprĂ€che also nicht mehr ĂŒber TelefonanschlĂŒsse abgewickelt, sondern ĂŒber das Internet. Beim All-IP-Anschluss ist, anders als bei einer DSL-Leitung mit analogem oder ISDN-Anschluss, kein Splitter mehr fĂŒr die Trennung der fĂŒr Internet und Telefonie verwendeten Frequenzbereiche notwendig.

Stattdessen kann der Router, der eine direkte Verbindung zur Telefonbuchse hat, sofort mit der DSL-Leitung verbunden werden. Analoge oder digitale Telefone sowie Faxe können dann, falls der Router ĂŒber eine Telefonanlagenfunktion verfĂŒgt, mit dem Router verbunden werden. Wenn Sie eine IP-Telefonanlage oder ein IP-fĂ€higes Telefon besitzen, können Sie dieses auch unmittelbar an den Router anschließen.

Bei der VoIP-Telefonie wird die Sprache in Datenpakete transformiert und ĂŒber das IP-Netzwerk an den EmpfĂ€nger ĂŒbertragen und dort wieder als Sprachinformation zusammengesetzt. Um eine Verbindung aufzubauen, wird das Session Initiation Protocol (SIP) verwendet. Die tatsĂ€chlichen Sprachinformationen werden ĂŒber das Internet und das Internet -Protokoll in Echtzeit ĂŒbertragen.

2. Die Vorteile von All-IP

2. Die Vorteile von All-IP: Der neue Standard der Business Telefonie?

Viele Unternehmen verwenden die neue Technik bereits seit Jahren erfolgreich in ihrem Business. Und es zahlt sich aus, denn All-IP bietet fĂŒr Unternehmen viele Vorteile. So kann beispielsweise die interne und die externe Kommunikation durch All-IP wesentlich effektiver gestaltet werden. Auch Vodafone-Technik-Chef Eric Kuisch ist der Meinung, dass All-IP die Grundlage fĂŒr die Kommunikation der Zukunft darstellt:

“All-IP ist die Zukunftstechnologie, die Mobilfunk und Festnetz miteinander vereint. Sie macht Kommunikation fĂŒr Kunden einfacher, flexibler, schneller- und macht moderne Festnetzanwendungen wie Chats oder Videotelefonie erst möglich.” (Vodafone/Pressearchiv)

Ein Überblick ĂŒber die Vorteile von All-IP:

  • Einfachere Einrichtung
    Ein Ă€ußerst wichtiger Vorteil, den All-IP-AnschlĂŒsse gegenĂŒber herkömmlichen TelefonanschlĂŒssen bieten, ist die Ă€ußerst einfache Handhabung. Dank der neuen Technik ist ein DSL-Splitter oder ein NTBA nicht mehr lĂ€nger notwendig. Stattdessen können Sie Ihren Router direkt an die Telefondose anschließen.

  • Kostenersparnis durch Komplettangebot:
    Mit All-IP ist es möglich, alle Services wie Fernsehen, Telefon, Internet und Mobilfunk in einem Angebot zu bĂŒndeln. Dadurch, dass alle Dienste von nur einem Anbieter bezogen werden können, wird das Angebot fĂŒr den Kunden in vielen FĂ€llen preislich gĂŒnstiger sein, als wenn er verschiedene Anbieter fĂŒr die einzelnen Dienste brĂ€uchte.

  • OrtsunabhĂ€ngige Nutzung sorgt fĂŒr eine höhere Erreichbarkeit
    UnabhĂ€ngig davon, wo sich ein Mitarbeiter befindet, ist er auf allen GerĂ€ten unter seiner Festnetznummer erreichbar - vorausgesetzt, ein Breitbandzugang ist verfĂŒgbar. Dadurch, dass der Mitarbeiter ĂŒber eine einzige Rufnummer erreichbar ist, sowohl im BĂŒro als auch unterwegs, wird die Erreichbarkeit der einzelnen Mitarbeiter erhöht. Des Weiteren ist es möglich, zu jeder Rufnummer einen virtuellen Anrufbeantworter einzurichten.

Immer mehr Menschen arbeiten im Home-Office. Denn durch die fortschreitende Digitalisierung ist eine ortsunabhÀngige Erreichbarkeit gewÀhrleistet.

  • Ausgezeichnete SprachqualitĂ€t
    Durch die Umstellung auf IP-Telefonie profitieren Sie außerdem dank der High-Definition-Voice Technologie von einer ausgezeichneten SprachqualitĂ€t - ganz ohne Rauschen oder Hall. HierfĂŒr sind jedoch geeignete EndgerĂ€te wie HD-Voice-taugliche Telefone und VoIP-Telefonanlagen notwendig. Auch die meisten Smartphones unterstĂŒtzen seit 2013 HD-Voice. Wichtig ist, dass nicht nur das eigene Telefon HD-Voice fĂŒr eine ausgezeichnete SprachqualitĂ€t unterstĂŒtzen muss, sondern auch das EndgerĂ€t, der Router und die Technik des GesprĂ€chspartners.

  • Höhere Geschwindigkeit
    Schnelleres Internet ist ein weiterer großer Vorteil der IP-Telefonie. Frequenzbereiche, die zuvor fĂŒr Analog- und ISDN-Telefonie (Annex A/B) reserviert waren, werden durch die Umstellung frei. Das fĂŒhrt dazu, dass mehr Daten transportiert werden können. Der Upload ist bei herkömmlichen DSL-AnschlĂŒssen dann mehr als doppelt so hoch. Durch höhere Bandbreiten (bis zu 100 Mbit/s), kann auch ein schnellerer Datenaustausch mit Kunden, Lieferanten und Partnern gewĂ€hrleistet werden.

  • Bessere Zusammenarbeit und Effizienz dank hervorragender Vernetzung
    Durch die All-IP Umstellung ergeben sich ganz neue Möglichkeiten der Vernetzung. Mobile EndgerÀte können zum Beispiel in Telefonanlagen integriert werden. So können Mitarbeiter, die gerade unterwegs sind, nicht nur von Kunden unter Ihrer Festnetz-Durchwahl angerufen werden, sondern sie können auch ganz einfach in Telefonkonferenzen oder in Videokonferenzen miteinbezogen werden.

    Ist ein Mitarbeiter nicht erreichbar, bekommt er eine auf die Mailbox gesprochene Nachricht als Audio-Datei per E-Mail zugeschickt. Alle EndgerĂ€te, egal ob Smartphone, PC, Tablet oder Telefon sprechen die gleiche Sprache und können nach Bedarf die Aufgaben und Funktionen anderer Devices ĂŒbernehmen.

    Die UnabhĂ€ngigkeit von Ort und EndgerĂ€t des Users stellt die Grundlage fĂŒr effizientes Zusammenarbeiten dar. So können Teams Daten ganz einfach miteinander teilen und Aufgaben gemeinsam bearbeiten. Abstimmungen können dank Sprachtelefonie, Voicemail, E-Mail, Instant Messaging oder Collaboration-Plattform schneller und effizienter durchgefĂŒhrt werden.

  • Höhere Anzahl paralleler GesprĂ€che
    Die komplette Kommunikation lĂ€uft bei All-IP ĂŒber einen einzigen Netzwerkzugang. Anhand dieses IP-Anschlusses können Sie anders als bei einem herkömmlichen ISDN-Anschluss eine Vielzahl an GesprĂ€chen gleichzeitig fĂŒhren. Die Anzahl paralleler KanĂ€le ist nun nicht mehr auf zwei beschrĂ€nkt, sondern hĂ€ngt von der DatenĂŒbertragungsrate des Anschlusses sowie von der Anzahl der vom Provider zur VerfĂŒgung gestellten Telefonnummern ab.

  • ZukunftsfĂ€higkeit: Viele neue nĂŒtzliche Funktionen
    Die All-IP Technik ist zukunftssicher und bringt eine Vielzahl interessanter und hilfreicher Anwendungen mit, die die Kommunikation vereinfachen und Daten- und Sprachservices verschmelzen lassen. So können Sie mittels Protokollen wie T.38 ganz einfach auch FaxgerÀte in All-IP-Netzwerken nutzen. Des Weiteren lassen sich Anrufer vorqualifizieren und an den richtigen Ansprechpartner weiterleiten.

Bei der Umstellung auf All-IP werden Sie langfristig von einem gesicherten Support profitieren und können sich auf interessante Entwicklungen in der Zukunft freuen.
Auch der Journalist Hannes RĂŒgheimer gibt auf der Vodafone-Seite zu verstehen, dass es keinen Grund gibt, der ISDN-Abschaltung traurig entgegen zu sehen:

“Angesichts dieser Vorteile sollten Unternehmen aller GrĂ¶ĂŸenordnungen der sich nun verabschiedenden ISDN-Technik keine TrĂ€nen nachweinen. Die IP-Zukunft hat gerade erst begonnen und hĂ€lt viele handfeste Vorteile bereit.“ (featured-magazin fĂŒr digitale Kultur-Vodafone)


3. Umstellung auf All-IP

3. Umstellung auf All-IP- Sie sind betroffen? Das ist zu tun:

Wie bereits erwĂ€hnt, lĂ€uft die Umstellung von ISDN auf All-IP im Festnetz der Deutschen Telekom bereits auf Hochtouren. Das beweisen auch Zahlen, die Klaus MĂŒller, Leiter fĂŒr strategische Entwicklung und Transformation der Telekom Deutschland, im Oktober 2016 preisgab. Demnach hatte die Telekom zu diesem Zeitpunkt bereits 1,1 Millionen geschĂ€ftliche TelefonanschlĂŒsse auf IP umgestellt, was einem Drittel aller GeschĂ€ftskundenanschlĂŒssen entspricht.

Neuen Angaben zufolge habe sich die Zahl der IP-basierten AnschlĂŒsse im GeschĂ€ftsbereich seit Oktober noch einmal um 10% gesteigert. So liege die Anzahl der GeschĂ€ftskunden, die bereits auf All-IP umgestiegen sind laut Telekom derzeit bei 45% (Stand April 2017).

Aber warum ist der Wechsel von ISDN auf All-IP unausweichlich?

3.1 HintergrĂŒnde der Umstellung

3.1 HintergrĂŒnde der Umstellung

Die ISDN-Abschaltung liegt zum einen an der inzwischen veralteten Technik. Zum anderen wird seit Jahren der Aufbau eines zweiten Netzes fĂŒr den Internetzugang und die Datenkommunikation vorangetrieben. Der Betrieb von ISDN ist fĂŒr die Telekom nur noch teuer.

Aus diesem Grund hat die Deutsche Telekom schon haufenweise KĂŒndigungen an Firmenkunden geschrieben. Unternehmen, die noch ISDN-AnschlĂŒsse haben, sollten sich jetzt auf den Umstieg auf IP vorbereiten, denn er ist unausweichlich. Ihr jetziger Telefonanbieter hat zwei Möglichkeiten: Er wird Sie entweder irgendwann zu All-IP zwangsmigrieren oder Ihren Vertrag kĂŒndigen.

Die Deutsche Telekom baut das Netz der Zukunft auf. Um das jedoch realisieren zu können, muss sie die veralteten analogen Anschlusstypen abschalten und sie auf Ethernet- IP umstellen. Das soll spĂ€testens bis 2018 geschehen. Bis dahin plant die Deutsche Telekom (DTAG) bereits 53 GroßstĂ€dte in Deutschland, darunter Hamburg, MĂŒnchen und Berlin, auf IP-Telefonie umgestellt zu haben.

Auch wenn einige wenige Anbieter wie z.B. Vodafone ihren Kunden noch eine lĂ€ngere Übergangszeit gewĂ€hren wollen, damit sie selbst entscheiden können, wann Sie auf die zukunftsfĂ€hige All-IP Technologie umstellen, so wird es doch spĂ€testens 2022 kein ISDN mehr geben!

Das hat vor allem 3 GrĂŒnde:

  • Nur noch ein Netz: Mit der Umstellung wird verhindert, dass mehrere Technologien nebeneinander existieren. Das hat den Vorteil, dass IP-Telefonate nicht in ein analoges Netz ĂŒbertragen werden mĂŒssen. So können Energie und Kosten gespart werden. Dem Kunden werden alle Dienste wie Telefonie, Fax, TV, Internet und Mobilfunk in nur einem einzigen Netzwerk zur VerfĂŒgung gestellt.

  • VerfĂŒgbarkeit von Ersatzteilen: Es wird immer schwieriger, erforderliche Ersatzteile fĂŒr veraltete ISDN-AnschlĂŒsse zu erwerben, da die Hersteller diese kaum noch produzieren.

  • Das Netz der Zukunft:
    All-IP ist die Zukunftstechnologie, die die Kommunikation immer einfacherer und schneller macht. Durch sie können neue Dienste wie Videokonferenzen oder Unified Communications genutzt werden.

    3.2 Was Sie fĂŒr die Telekom IP-Umstellung tun mĂŒssen

    3.2 Was Sie fĂŒr die Telekom IP-Umstellung tun mĂŒssen

  1. ÜberprĂŒfen Sie, ob Sie eine Telefondose, einen passenden Internet-Router sowie ein dazu passendes DSL-Kabel haben.

    Voraussetzung fĂŒr die erfolgreiche Umstellung auf einen IP-Anschluss ist eine Telefondose, ein passender Internet-Router sowie ein dazu passendes DSL-Kabel. Da das bisherige Kabel die neue Technik nicht unterstĂŒtzt, kann es nicht lĂ€nger verwendet werden.

    Ein passender Internet-Router verfĂŒgt ĂŒber zwei Telefonbuchsen (TAE-Buchsen), an denen sich analoge EndgerĂ€te wie Telefone, Anrufbeantworter oder FaxgerĂ€te anschließen lassen. Falls bei der Verwendung des FaxgerĂ€tes Probleme auftreten sollten, kann es helfen, eine niedrige Übertragungsrate (meist 9600 Bit/s) einzustellen.

    Die Umstellung gestaltet sich fĂŒr Sie Ă€ußerst einfach. Sie mĂŒssen lediglich den Splitter und das NTBA entfernen, sobald der Anschluss auf das Internet-Protokoll umgestellt wurde. Anschließend stecken Sie das Kabel fĂŒr den neuen Router in die TAE-Buchse des Breitbandanschlusses, verbinden das Telefon mit dem Router und richten den Internet- und Telefonzugang im Browser ein.

    Falls Sie ein ISDN-Telefon weiterverwenden möchten, benötigen Sie einen IP-fĂ€higen Router mit einem integrierten Anschluss fĂŒr ISDN-EndgerĂ€te (S0-Port). An diesen S0 Port des Routers/ Adapters wird Ihr ISDN Telefon dann angeschlossen. Haben Sie ein schnurloses Telefon? Dann schließen Sie einfach die Basisstation an den S0-Port des Routers an.

    Bei Telefonanlagen muss im Einzelfall geprĂŒft werden, ob Sie am IP-Anschluss weiter genutzt werden können. Bei vielen ist dies jedoch der Fall. Hierbei wird die ISDN-Anlage am S0-Port oder einem Adapter angeschlossen. Hybride TK-Anlagen lassen sich einfach auf die IP-Technologie umstellen.

  2. Suchen Sie Ihre Zugangsdaten fĂŒr den Internetzugang.

  3. KlĂ€ren Sie, was der Wegfall von ISDN fĂŒr Sie konkret bedeutet.

    Ein ISDN-Anschluss wird hĂ€ufig nicht nur fĂŒr die reine Sprachtelefonie verwendet. Probleme können z.B. bei Sonderdiensten wie Notrufsystemen, Alarmanlagen oder Aufzugnotrufen auftreten. Sie sollten auf Ihre Serviceanbieter zugehen und klĂ€ren, ob die Sonderdienste mit einem IP-basierten Anschluss der Telekom einwandfrei funktionieren. Ist das nicht der Fall, mĂŒssen Sie die GerĂ€te ggf. austauschen. Auch bei FaxgerĂ€ten kann es zum Teil zu Problemen kommen, z.B. wenn der Provider das VoIP-Fax-Protokoll T.38 nicht unterstĂŒtzt.

  4. Sorgen Sie fĂŒr ausreichend Bandbreite.

    Bei IP-AnschlĂŒssen lĂ€uft die Telefonie nur noch ĂŒber einen Internetanschluss. Das bedeutet, dass Sie pro Sprachkanal freie Bandbreite der Internetleitung brauchen. Der Anschluss muss genĂŒgend Bandbreite in Upload- und Downloadrichtung liefern. Als Richtwert gelten hier 100 kbit/s pro GesprĂ€ch. War Ihre Bandbreite bis jetzt gerade so ausreichend, mĂŒssen Sie sich vermutlich nach einem neuen Tarif umschauen, damit Sie ohne EinschrĂ€nkungen telefonieren können.

    Wie Sie sich konkret auf die All-IP Umstellung der Telekom vorbereiten können, können Sie im offiziellen Telekom-Umstellungs-Guide nachlesen.

4. IP-Anschluss einrichten: Ihre Möglichkeiten

4. IP-Anschluss einrichten: Welche Möglichkeiten habe ich?

Um zu gewĂ€hrleisten, dass eine Umstellung auf All-IP reibungslos verlĂ€uft, sollten sich Unternehmen im Vorfeld mit dem Thema auseinandersetzen und sich fĂŒr eine Lösung entscheiden. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Sie die Umstellung bewerkstelligen können.

Wenn Sie GlĂŒck haben, verwendet das System Ihrer Firma bereits IP fĂŒr die SprachĂŒbertragung. Ist das der Fall, mĂŒssen die bisherigen verwendeten EndgerĂ€te oder Ihre Telefonanlage höchstwahrscheinlich nicht ausgetauscht werden und diese können dann problemlos auf einen All-IP-Anschluss umgestellt werden.

Unternehmen, die eine ISDN-TK-Anlage verwenden, haben verschiedene Möglichkeiten, auf All-IP umzustellen. Sie können zum Beispiel eine Cloud-Telefonanlage verwenden oder auf eine SIP-Trunk-Lösung zurĂŒckgreifen.

SIP-Trunking

FĂŒr Unternehmen, die ihre jetzige Telefonanlage weiter nutzen möchten, bietet ein SIP TK-Anlagenanschluss eine gute Alternative. Die analoge Telefonanlage kann via SIP-Trunking an das All-IP-Netz angebunden werden. Voraussetzung hierfĂŒr ist jedoch, dass die bestehende Telefonanlage SIP-fĂ€hig ist. Zudem können bei dieser Variante die Kostenvorteile von VoIP genutzt werden.

Aber auch Telefonanlagen, die nicht SIP-fĂ€hig sind, lassen sich- je nach Anbieter- in den meisten FĂ€llen ĂŒber ein Media Gateway an das Internet anschließen. Dieses stellt einen ISDN-Anschluss zur VerfĂŒgung, der ĂŒber einen SIP Trunk umgesetzt wird. Von der technischen Seite betrachtet, funktioniert der SIP TK-Anlagenanschluss wie ein ISDN- oder PMX-Anschluss, nur dass nicht alle klassischen ISDN-Funktionen genutzt werden können. Es ist jedoch zu empfehlen, direkt auf eine moderne Cloud-Telefonanlage umzusteigen, da das Nutzen eines SIP TK-Anlagenanschlusses eher als Übergangslösung betrachtet werden sollte.

Cloudbasierte Lösung

Zwar bietet die Telekom seit 2016 ĂŒber Router und Gateways an, auch Ă€ltere Anlagen ĂŒber einen IP-Anschluss zu betreiben, aber viele klassische ISDN-Funktionen gehen durch SIP-Trunking verloren.

Wenn Sie in nÀchster Zeit Ihre ISDN-TK-Anlage ersetzen möchten, empfehlen wir Ihnen direkt die Dienste einer Cloud-Telefonanlage in Anspruch zu nehmen. Worauf Sie bei der Wahl eines geeigneten VoIP-Anbieters achten sollten, erfahren Sie hier.

Der Umstieg auf eine Cloud-Telefonanlage bietet den Vorteil, dass Ihnen klassische ISDN-Features wie “Halten, “Vermitteln”, “Transfer” oder “Besetzt” erhalten bleiben. Des Weiteren ist es Ihnen möglich, die komplette Administration wie die Rufnummernverwaltung oder die Aktivierung bzw. Deaktivierung von Unified-Communications-Diensten ĂŒber ein Web-Portal zu steuern. Das heißt, Sie haben alle Features in nur einer zentralen Anwendung gebĂŒndelt.

5. Die hÀufigsten Fragen zu All-IP & der Telekom Umstellung (FAQ)

5. Die hÀufigsten Fragen zu All-IP & der Telekom Umstellung (FAQ)

  1. Wer ist von der Umstellung von ISDN auf All-IP betroffen?

    GrundsĂ€tzlich sind alle Kunden und Unternehmen von der Umstellung auf die IP Telefonie betroffen, die zum jetzigen Zeitpunkt eine ISDN-Leitung fĂŒr ihre Telefonanlage und den Internetzugang verwenden.

    Durch die ISDN-Abschaltung wird dieses System von der Telekom aus ab 2018 nicht mehr zur VerfĂŒgung stehen und muss auf Voice-over-IP umgestellt werden. Aber auch alle anderen Provider werden in den nĂ€chsten Jahren auf All-IP umrĂŒsten.

  2. Kann mich die Telekom zwingen auf All-IP umzusteigen?

    Nein, kein Provider kann Sie zwingen umzusteigen. Sie mĂŒssen allerdings wissen, dass es langfristig keine Alternative geben wird. Zwar gibt es einige Anbieter, die Ihnen noch bis 2022 ISDN anbieten wollen, aber auf kurz oder lang wird es verschwinden. Weigern Sie sich von ISDN auf All-IP umzusteigen, kann die Telekom Ihren bestehenden Vertrag kĂŒndigen. Dann mĂŒssen Sie entweder ohne Telekommunikation auskommen oder ein Angebot eines anderen Providers einholen.

  3. Wie schnell muss mein DSL-Anschluss fĂŒr All-IP sein?

    Um ein VoIP-GesprĂ€ch zu fĂŒhren, ist eine Bandbreite von mindestens 100 kBit/s in Sende- und Empfangsrichtung erforderlich. Selbst ein sehr langsamer DSL-Anschluss verfĂŒgt ĂŒber eine Bandbreite von 384 kBit/s in Empfangsrichtung (Downstream) und 228 kBit/s in Senderichtung (Upstream). Mit dieser Bandbreite können parallel zwei Telefonate gefĂŒhrt werden.

  4. Bezahlt die Telekom die Kosten fĂŒr die Umstellung? Schließlich handelt es sich um eine Zwangsumstellung und unsere TK-Hardware lĂ€uft noch einwandfrei.

    Anders als von vielen angenommen, handelt es sich bei der Telekom VoIP Umstellung nicht um eine Zwangsumstellung. Falls Sie diese Umstellung ablehnen, kann Ihr Anbieter jedoch Ihren Vertrag kĂŒndigen. Dann haben Sie die Möglichkeit, sich einen anderen Provider zu suchen.

    Nehmen Sie das Angebot der Telekom an, wird der bisherige Anschluss durch einen All-IP Anschluss ersetzt. Der neue Anschluss wird in den meisten FĂ€llen pro Monat sogar gĂŒnstiger sein als der alte ISDN-Anschluss.

  5. Was geschieht nach dem Umstieg mit meiner TK-Anlage?

    Hierbei kommt es darauf an, fĂŒr welche Lösungsmöglichkeit Sie sich entscheiden.
    Wenn Sie Ihre jetzige Telefonanlage auch ĂŒber 2018 hinaus betreiben möchten, ist dies im Grunde genommen auch an einem IP-basierten Anschluss möglich. Die analoge Telefonanlage kann via SIP Trunking an den IP-Anschluss angeschlossen werden. Ein Nachteil hiervon ist jedoch, dass klassische ISDN-Funktionen nicht lĂ€nger genutzt werden können.

    Wenn Sie Ihre bisherige TK-Anlage durch eine Cloud-Telefonie-Lösung ersetzen, brauchen Sie Ihre alte TK-Anlage nicht mehr. Wenn Sie sich fĂŒr eine Cloud-Telefonanlage entscheiden, können Sie auch die klassischen ISDN-Features wie “Halten”, “Makeln”, “Besetzt”, ect. weiter verwenden.

  6. Welche Nachteile hat All-IP?

    Die VoIP-Telefonie hat den Nachteil, dass Sie dafĂŒr einen funktionierenden Internetanschluss benötigen. Ist gerade keine Internetverbindung vorhanden, kann auch nicht telefoniert werden. Dies kann man umgehen, indem man beispielsweise eine zweite Internetleitung fĂŒr die IP-Telefonie bereitstellt.


6. Zusammenfassung

6. Zusammenfassung

ISDN-AnschlĂŒsse werden ĂŒber kurz oder lang verschwinden. Daran fĂŒhrt kein Weg vorbei. Auch wenn Sie einen Provider finden, der Ihnen eine verlĂ€ngerte Übergangszeit der All-IP-Umstellung bis 2022 anbietet, mĂŒssen Sie sich mit dem Gedanken anfreunden, dass es langfristig keine Alternative zu VoIP geben wird.

Machen Sie sich lieber jetzt ĂŒber die VoIP Umstellung Gedanken und suchen Sie nach einer geeigneten Lösungsmöglichkeit fĂŒr Ihr Unternehmen. Egal, ob Sie sich dafĂŒr entscheiden, Ihre alte Telefonanlage mithilfe geeigneter Hardware weiter zu betreiben oder diese durch eine cloudbasierte Telefonanlage zu ersetzen, Sie sollten lieber frĂŒher als spĂ€ter auf All-IP umstellen.

Denken Sie jedoch daran, dass wenn Sie Ihre ISDN-Telefonanlage weiter nutzen möchten, Sie nicht die vielen Vorteile des NGNs nutzen können, die Ihnen beispielsweise bei einer Cloud-Telefonanlage zur VerfĂŒgung stehen wĂŒrden.

Wir hoffen, dass wir Ihnen in diesem Artikel einige Fragen rund um das Thema “All-IP-Umstellung” beantworten konnten. Falls Sie nicht gefunden haben, wonach Sie suchen oder noch weitere Fragen auftauchen, zögern Sie nicht diese zu stellen. Wir freuen uns auch ĂŒber Kommentare oder Anregungen.

Wenn die Umstellung auf VoIP fĂŒr Sie interessant ist, und Sie die vielen Vorteile einer Telefonanlage aus der Cloud nutzen wollen, setzen Sie sich einfach mit uns in Verbindung. Wir konnten schon viele Unternehmen erfolgreich bei der Umstellung von ISDN auf VoIP beraten. Wir freuen uns ĂŒber eine Kontaktaufnahme!

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