Haben Sie sich schon einmal gefragt was IP-Telefonie ist und wie diese funktioniert? Dann ist dieser Blogbeitrag genau richtig fĂŒr Sie! Wir informieren Sie in diesem Artikel ĂŒber die Technik, die Anbieter, den Wechsel von ISDN auf IP-Telefonie sowie die Vorteile der All-IP-Umstellung.

1. Was ist IP-Telefonie?

1. Was ist IP-Telefonie?

IP-Telefonie ist die gĂ€ngige Sprachkommunikation ĂŒber das Internet Protokoll und wird auch als Voice-over-IP (VoIP) bezeichnet. Der generische Begriff “Internettelefonie” ist ebenfalls hĂ€ufig anzutreffen. Die Nutzer haben an die IP-Telefonie die gleichen Erwartungen wie an die analoge Telefonie: Sprachkommunikation ĂŒber Telefonleitungen. Doch im Detail unterscheiden sich die beiden Dienste deutlich voneinander.

Mit dem Thema IP-Telefonie kommt man als Unternehmen zur Zeit hĂ€ufiger in Kontakt. Das liegt vor allem an der Abschaltung des ISDN-Netzes durch die großen Telekommunikationsanbieter in den kommenden Jahren. Die Deutsche Telekom plant bereits bis 2018 die All-IP-Umstellung abzuschließen. Deshalb sollten sich die betroffenen Unternehmen möglichst jetzt schon nach einer Alternative, nĂ€mlich der IP-Telefonie, umsehen.


Wie funktioniert die IP-Technik?

Bei der Internettelefonie werden, wie bei der klassischen Telefonie, physikalisch analoge Leitungen verwendet. Der technische Vorgang im Hintergrund ist jedoch ein völlig anderer: Den Verbindungen werden keine festen Leitungen mehr zugewiesen - stattdessen wird die Sprache, wie jeder andere digitale Dienst auch, in Form von Datenpaketen ĂŒber das Internet versandt. Dies geschieht aufgrund der Echtzeitanforderungen dabei in der Regel priorisiert. Auch ein TelefongesprĂ€ch, das ĂŒber das Internet gefĂŒhrt wird, lĂ€sst sich wie bei der klassischen Telefonie in drei grundlegende VorgĂ€nge einteilen:

(1) Verbindungsaufbau, (2) GesprĂ€chsĂŒbertragung sowie (3) Verbindungsabbau

Grafik, die die GesprĂ€chsĂŒbertragung zwischen den EndgerĂ€ten zeigt. Der Verbindungsaufbau erfolgt ĂŒber die jeweiligen SIP-Server der GesprĂ€chsteilnehmer.


Wie funktioniert der Verbindungsaufbau/-abbau?

FĂŒr den Auf- und Abbau von VoIP-Verbindungen wird bei der Internettelefonie ein anderes Protokoll verwendet als fĂŒr die SprachĂŒbertragung. Um eine Verbindung herstellen zu können, muss die IP-Adresse des Angerufenen (B-Teilnehmer) dem Anrufer (A-Teilnehmer) bekannt sein. Das ist jedoch aufgrund unterschiedlicher Faktoren schwierig, da es öffentliche sowie private IP-Adressen gibt, diese sich hĂ€ufig Ă€ndern und daher nicht einer festen Telefonnummer zugeordnet werden können.

Die Lösung fĂŒr dieses Problem besteht darin, dass die EndgerĂ€te der Teilnehmer sich mit ihrer aktuellen IP-Adresse sowie ihrem Benutzernamen und Passwort bei einem Server anmelden. So sind nicht nur die fĂŒr den Rufaufbau relevanten Daten bekannt, sondern der Nutzer kann sich sogar an jedem SIP-EndgerĂ€t auf der ganzen Welt anmelden und seine Dienste inklusive der Rufnummer nutzen – solange er nur Zugang zum Internet hat. In rein IP-basierten Netzen gibt es somit keine AnschlĂŒsse mehr wie im Festnetz (PSTN), die standortabhĂ€ngig sind.

Das gĂ€ngigste Protokoll fĂŒr den Verbindungsauf und -abbau ist das Session-Initiation-Protocol (SIP), welches die herstellerĂŒbergreifende Integration von VoIP-Komponenten ermöglicht. SIP eignet sich fĂŒr viele Szenarien der VoIP- und Videotelefonie. Bei SIP-basierten Systemen besitzt jeder Teilnehmer eine SIP-Adresse, Ă€hnlich einer E-Mail-Adresse, beispielsweise “sip:0123456789@example.de”.

Beispiel einer SIP-Adresse
Die SIP-Adresse setzt sich aus dem SIP-User des Teilnehmers und dem Domainnamen des Registrar-Servers zusammen.

Vor der Initiierung muss sich jedes EndgerÀt einmalig an dem Registrar-Server angemeldet haben. Wenn nun eine Verbindung zwischen zwei Teilnehmern hergestellt werden soll, sendet das EndgerÀt des A-Teilnehmers eine Nachricht mit der Rufnummer des B-Teilnehmers an den Server seines Providers A. Im nÀchsten Schritt tauscht dieser Server die Informationen mit dem Server des Providers B aus, welcher wiederum das EndgerÀt des B-Teilnehmers anspricht.

Wenn das erfolgreich ist, klingelt EndgerĂ€t B und sendet eine Nachricht zurĂŒck an das EndgerĂ€t des A-Teilnehmers. Dieses registriert, dass der andere Teilnehmer gefunden wurde und gibt ein entsprechendes Tonsignal aus. Wenn die Session erfolgreich aufgebaut wurde, findet die weitere Kommunikation nicht mehr ĂŒber die SIP-Server statt, sondern in der Regel direkt zwischen den EndgerĂ€ten.

In einigen FĂ€llen wird ein Media-Server zwischen die Teilnehmer geschaltet. UnabhĂ€ngig davon wird entweder das Real-Time Transport Protocol (RTP) oder bei verschlĂŒsselten Verbindungen das Secure Real-Time Transport Protocol (SRTP) verwendet. Zum Beenden einer Verbindung sendet eines der EndgerĂ€te das entsprechende SIP-Paket an seinen Server, dieser leitet die Information an das andere EndgerĂ€t weiter und die Verbindung wird beendet.


Wie funktioniert die GesprĂ€chsĂŒbertragung?

Wie eingangs erwĂ€hnt, wird bei VoIP nicht mehr mit analogen Sprachdaten wie im Festnetz gearbeitet, sondern mit digitalen Datenpaketen. ZunĂ€chst wird, wie bei der klassischen Telefonie, das akustische Signal analog durch ein Mikrofon aufgenommen, um dann in analoge elektrische Signale umgewandelt zu werden. Im zweiten Schritt werden diese digitalisiert bzw. codiert. Anschließend werden die digitalisierten Signale in viele kleine Pakete aufgeteilt und ĂŒber ein öffentliches oder privates Netz versandt.

FĂŒr den Transport spielt die Art der Codierung eine wichtige Rolle, da diese direkten Einfluss auf die QualitĂ€t des GesprĂ€chs hat. Die wĂ€hlbaren Codecs unterscheiden sich dementsprechend in der Datenrate. So sind einige Codecs dazu erdacht worden, eine möglichst geringe Datenrate im Vergleich zum Standard G.711 zu erreichen und so möglichst wenig Traffic zu erzeugen. Codecs wie G.722 zielen auf Telefonate in HD-QualitĂ€t ab und benötigen daher eine deutlich höhere Datenrate, ermöglichen aber auch eine bessere SprachqualitĂ€t.

Am EndgerĂ€t des Angerufenen mĂŒssen die Daten letztendlich wieder decodiert werden, um sie fĂŒr das menschliche Gehör verstĂ€ndlich zu machen. Viele EndgerĂ€te verfĂŒgen ĂŒber mehrere Codecs, damit eine erfolgreiche Decodierung sichergestellt ist. Dabei verstĂ€ndigen sich die Softphones und Telefone in der Regel automatisch auf den qualitativ besten Codec, der auf beiden Seiten verfĂŒgbar ist.

2. Anbieter fĂŒr IP-Telefonie

2. Anbieter fĂŒr IP-Telefonie

Die Anbieter von Cloud-Telefonanlagen greifen alle auf die oben genannte Technik zurĂŒck und bieten grundsĂ€tzlich Ă€hnliche Features. Dennoch gibt es Unterschiede zwischen ihnen und es sollten einige Kriterien beachtet werden:

  • Skalierbarkeit der Telefonanlage
  • Die Datensicherheit
  • Die VerfĂŒgbarkeit des Dienstes durch den VoIP-Anbieter
  • Das Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnis
  • LangjĂ€hrige Erfahrung am Markt oder die Anzahl der Kunden sind weitere gute Indikatoren fĂŒr einen verlĂ€sslichen, erfahrenen Anbieter.

Wenn Sie genauere Informationen zu den Kriterien erfahren wollen, schauen Sie sich am besten einmal unseren Blogbeitrag zum Thema VoIP-Anbieter an.

3. Wechsel von ISDN auf IP-Telefonie

3. Was muss beim Wechsel von ISDN auf IP-Telefonie beachtet werden?

Aufgrund der Abschaltung des ISDN-Netzes durch die großen, deutschen Telekommunikationsanbieter in den kommenden Jahren, rĂŒckt eine Umstellung von ISDN zur IP-Telefonie - und damit möglicherweise zu einer Cloud-TK-Anlage - immer nĂ€her.

Sie sollten beachten, dass fĂŒr eine Telefonanlage aus der Cloud eine Internetanbindung mit ausreichend hoher Down- & Uploadrate bereitgehalten werden muss, da das Netz mit anderen Kommunikationsdiensten zusammen genutzt wird. Es wird eine Datenverbindung z.B. ĂŒber einen DSL-Anschluss von mindestens 100 kbit/s in beide Richtungen empfohlen, um problemlos telefonieren zu können. Wenn Sie hierzu mehr Informationen brauchen, werfen Sie einmal einen Blick in unsere letzten Blogposts zum Thema ISDN versus VoIP oder auf unsere Themenseite zur ISDN-Abschaltung.

WĂ€hrend bei der analogen Telefonie das klassische Telefon das vorherrschende EndgerĂ€t ist, hat man bei der IP-Telefonie mit IP-Telefonen, Softphones fĂŒr den PC/Mac sowie Apps fĂŒr mobile EndgerĂ€te drei Alternativen zur Auswahl. Allen ist gemein, dass sie sĂ€mtliche Funktionen der Internettelefonie unterstĂŒtzen und jeweils in KĂŒrze mit wenig Aufwand eingerichtet werden können.
Dabei ist das IP-Telefon das Pendant zum klassischen Tischtelefon.

IP-Telefone gibt es von vielen unterschiedlichen Herstellern wie beispielsweise Polycom, Snom, Yealink, Panasonic oder Gigaset. Im Gegensatz dazu muss bei der Nutzung eines Softphones keine neue Hardware angeschafft werden und die gesamte Anrufsteuerung geschieht ĂŒber ein Programm auf dem PC/ Mac. Ähnlich funktioniert auch die IP-Telefonie auf dem Smartphone, bei der eine eigene Telefonie-App genutzt wird, um die IP-Funktionen auf dem Smartphone nutzen zu können.

Darstellung eines IP-Telefons, eines Softphones und einem Smartphone mit Mobile App.


4. Vorteile der IP-Telefonie

4. Welche Vorteile bietet die IP-Telefonie?

  1. Flexibel Rufnummern be- oder abbestellen
    Die Vorteile der IP-Telefonie sind vor allem im Business-Bereich von großer Bedeutung. So ist es mit einer Telefonanlage aus der Cloud problemlos möglich, auf das Wachstum eines Unternehmens flexibel zu reagieren. Hierzu können Sie einfach per Mausklick im Konfigurationsbereich neue Rufnummern hinzubuchen oder abbestellen.

  2. Kurze KĂŒndigungsfristen
    Die KĂŒndigungsfrist betrĂ€gt bei den meisten Anbietern lediglich einen Monat und garantiert Ihnen so eine hohe FlexibilitĂ€t.

  3. OrtsunabhÀngige Nutzung
    Des Weiteren sind Ihre Mitarbeiter immer unter der gleichen Rufnummer erreichbar, egal wo im BĂŒro oder auf der Welt sie sich gerade befinden. Hierzu können einfach mehrere EndgerĂ€te und Clients verknĂŒpft werden, sodass die Anrufe immer an die entsprechende, gerade aktive und verfĂŒgbare Endstelle weitergeleitet werden - oder sogar an mehrere gleichzeitig! Das Einzige, was dazu benötigt wird, ist ein Internetzugang z.B. mittels DSL-Leitung.

  4. Kostenvorteile
    FĂŒr Ihr Unternehmen entfallen außerdem alle teuren Wartungskosten der ISDN-Anlage, da die Telefonie nun vollstĂ€ndig von Ihrem VoIP-Anbieter betrieben und gewartet wird. Außerdem sind die Verbindungskosten bei der IP-Telefonie in der Regel gĂŒnstiger als bei der klassischen Telefonie. Durch das Hinzubuchen von Flatrates lassen sich zudem weitere Kosten einsparen.

  5. Neue Funktionen garantieren ZukunftsfÀhigkeit
    Einer der grĂ¶ĂŸten Vorteile der IP-Telefonie ist, dass sich mit Ihr vollkommen neue Funktionen realisieren lassen, die mit der alten ISDN-Technik nicht so einfach und in solchem Umfang möglich sind.

    Hierzu zÀhlt beispielsweise das Einbinden von CRM-Systemen, was Ihnen die Möglichkeit bietet direkt aus dem CRM-System heraus zu wÀhlen oder bei einem eingehenden Anruf alle wichtigen Anruferinformationen angezeigt zu bekommen.
    DarĂŒber hinaus können Sie Videotelefonie betreiben - entweder ĂŒber den Rechner oder ĂŒber ein SIP-Telefon mit einer integrierten Kamera. Zudem gibt es diverse Collaboration Features und natĂŒrlich die klassischen Telefonanlagen-Funktionen wie Telefonkonferenzen, BLF, Makeln und bis zu 150 weitere Features.


Jetzt umsteigen!

Wenn wir Sie fĂŒr die IP-Telefonie begeistern konnten, dann schauen Sie sich doch einmal unsere Cloud-Telefonanlage an. In unserer 30-tĂ€gigen Testphase können Sie sĂ€mtliche Funktionen einmal ganz unverbindlich testen und sich von den Vorteilen dieser Technologie ĂŒberzeugen!