Haben Sie sich schon einmal gefragt was IP-Telefonie ist und wie diese funktioniert? Dann ist dieser Blogbeitrag genau richtig fĂĽr Sie! Wir informieren Sie in dieser Woche ĂĽber die Technik, die Anbieter, den Wechsel von ISDN auf IP-Telefonie sowie die Vorteile der IP-Telefonie.

Was ist IP-Telefonie?

Mit dem Thema IP-Telefonie kommt man als Unternehmen zur Zeit häufiger in Kontakt. Das liegt vor allem an der Abschaltung des ISDN-Netzes durch die großen Telekommunikationsanbieter in den kommenden Jahren. Spätestens kurz vor dessen Umsetzung müssen sich die betroffenen Unternehmen nach einer Alternative, nämlich der IP-Telefonie, umsehen.

IP-Telefonie ist die gängige Sprachkommunikation über das Internet Protokoll und wird auch als Voice-over-IP (VoIP) bezeichnet. Der generische Begriff “Internet-Telefonie” ist ebenfalls häufig anzutreffen. Die Erwartung der Nutzer ist die gleiche wie bei der analogen Telefonie: Sprachkommunikation über die Telefonleitungen. Doch im Detail unterscheiden sich die beiden Dienste deutlich voneinander.

Wie funktioniert die IP-Technik?

Bei der IP-Telefonie werden, wie bei der klassischen Telefonie, physikalisch analoge Leitungen verwendet. Der technische Vorgang im Hintergrund ist jedoch ein völlig anderer: Den Verbindungen werden keine festen Leitungen mehr zugewiesen - stattdessen wird die Sprache, wie jeder andere digitale Dienst auch, in Form von Datenpaketen über das Internet versandt. Dies geschieht aufgrund der Echtzeitanforderungen dabei in der Regel priorisiert. Auch ein Telefongespräch, das über das Internet geführt wird, lässt sich wie bei der klassischen Telefonie in drei grundlegende Vorgänge einteilen:
(1) Verbindungsaufbau, (2) Gesprächsübertragung sowie (3) Verbindungsabbau


Wie funktioniert der Verbindungsaufbau/-abbau?

Für den Auf- und Abbau von VoIP-Verbindungen wird bei der Internet-Telefonie ein anderes Protokoll verwendet als für die Sprachübertragung. Um eine Verbindung herstellen zu können, muss die IP-Adresse des B-Teilnehmers, also des Angerufenen, dem A-Teilnehmer, also dem Anrufer, bekannt sein. Das ist jedoch aufgrund unterschiedlicher Faktoren schwierig, da es öffentliche sowie private IP-Adressen gibt, diese sich häufig ändern und daher nicht einer festen Telefonnummer zugeordnet werden können. Die Lösung für dieses Problem besteht darin, dass die Endgeräte der Teilnehmer sich mit ihrer aktuellen IP-Adresse sowie Nutzername und Passwort bei einem Server anmelden. So sind nicht nur die für den Rufaufbau relevanten Daten bekannt, sondern der Nutzer kann sich sogar an jedem SIP-Endgerät auf der ganzen Welt anmelden und seine Dienste inklusive der Rufnummer nutzen – solange er nur Zugang zum Internet hat.

Das gängigste Protokoll für Verbindungsauf und -abbau ist das Session-Initiation-Protocol (SIP), welches die herstellerübergreifende Integration von VoIP-Komponenten ermöglicht. SIP eignet sich für viele Szenarien der VoIP- und Videotelefonie. Bei SIP-basierten Systemen besitzt jeder Teilnehmer eine SIP-Adresse, ähnlich einer E-Mail-Adresse, beispielsweise “sip:0123456789@example.de”. Die SIP-Adresse setzt sich aus dem SIP-User des Teilnehmers und dem Domainnamen des Registrar-Servers zusammen.

Vor der Initiierung muss sich jedes Endgerät einmalig an dem Registrar-Server angemeldet haben. Wenn nun eine Verbindung zwischen zwei Teilnehmern hergestellt werden soll, sendet das Endgerät des A-Teilnehmers eine Nachricht mit der Rufnummer des B-Teilnehmers an den Server seines Providers A. Im nächsten Schritt tauscht dieser Server die Informationen mit dem Server des Providers B aus, welcher wiederum das Endgerät des B-Teilnehmers anspricht.

Wenn dies erfolgreich ist, klingelt Endgerät B und sendet eine Nachricht zurück an das Endgerät des A-Teilnehmers. Dieses registriert, dass der andere Teilnehmer gefunden wurde und gibt ein entsprechendes Tonsignal aus. Wenn die Session erfolgreich aufgebaut wurde, findet die weitere Kommunikation nicht mehr über die SIP-Server statt, sondern in der Regel direkt zwischen den Endgeräten. In einigen Fällen wird ein Media-Server zwischen die Teilnehmer geschaltet. Unabhängig davon wird entweder das Real-Time Transport Protocol (RTP) oder bei verschlüsselten Verbindungen das Secure Real-Time Transport Protocol (SRTP) verwendet. Zum Beenden einer Verbindung sendet eines der Endgeräte das entsprechende SIP-Paket an seinen Server, dieser leitet die Information an das andere Endgerät weiter und die Verbindung wird beendet.


Wie funktioniert die Gesprächsübertragung?

Wie eingangs erwähnt, wird bei VoIP nicht mehr mit analogen Sprachdaten gearbeitet, sondern mit digitalen Datenpaketen. Zunächst wird, wie bei der klassischen Telefonie, das akustische Signal analog durch ein Mikrofon aufgenommen, um dann in analoge elektrische Signale umgewandelt zu werden. Im zweiten Schritt werden diese digitalisiert bzw. codiert. Anschließend werden die digitalisierten Signale in viele kleine Pakete aufgeteilt und über ein öffentliches oder privates Netz versandt. Für den Transport spielt die Art der Codierung eine wichtige Rolle, da diese direkten Einfluss auf die Qualität des Gesprächs hat. Die wählbaren Codecs unterscheiden sich dementsprechend in der Datenrate. So sind einige Codecs dazu erdacht worden, eine möglichst geringe Datenrate im Vergleich zum Standard G.711 zu erreichen und so möglichst wenig Traffic zu erzeugen. Codecs wie G.722 zielen auf Telefonate in HD-Qualität ab und benötigen daher eine deutlich höhere Datenrate, ermöglichen aber auch eine bessere Sprachqualität. Am Endgerät des Angerufenen müssen die Daten letztendlich wieder decodiert werden, um sie für das menschliche Gehör verständlich zu machen. Viele Endgeräte verfügen über mehrere Codecs, damit eine erfolgreiche Decodierung sichergestellt ist. Dabei verständigen sich die Softphones und Telefone in der Regel automatisch auf den qualitativ besten Codec, der auf beiden Seiten verfügbar ist.


Anbieter fĂĽr IP-Telefonie

Die Anbieter von Cloud-Telefonanlagen greifen alle auf die oben genannte Technik zurück und bieten grundsätzlich ähnliche Features. Dennoch gibt es Unterschiede zwischen ihnen und es sollten einige Kriterien beachtet werden. Zu diesen Kriterien gehören die Skalierbarkeit der Telefonanlage, die Datensicherheit, Verfügbarkeit des Dienstes durch den VoIP-Anbieter sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis. Zudem sind Faktoren wie langjährige Erfahrung am Markt oder die Anzahl der Kunden gute Indikatoren für einen verlässlichen, erfahrenen Anbieter. Wenn Sie genauere Informationen zu den Kriterien erfahren wollen, schauen Sie am Besten einmal in unseren Blogbeitrag zum Thema VoIP Anbieter.


Was muss beim Wechsel von ISDN auf IP-Telefonie beachtet werden?

Aufgrund der Abschaltung des ISDN-Netzes durch die großen, deutschen Telekommunikationsanbieter in den kommenden Jahren rückt ein Wechsel von ISDN zur IP-Telefonie - und damit möglicherweise zu einer Cloud-TK-Anlage - immer näher. Sie sollten beachten, dass für eine Telefonanlage aus der Cloud eine Internetanbindung mit ausreichend hoher Down- & Uploadrate bereitgehalten werden muss. Wenn Sie hierzu mehr Informationen brauchen, werfen Sie einmal einen Blick in unsere letzten Blogposts zum Thema ISDN versus VoIP oder auf unsere Themenseite zur ISDN-Abschaltung.

Während bei der analogen Telefonie das klassische Telefon das vorherrschende Endgerät ist, hat man bei der IP-Telefonie mit IP-Telefonen, Softphones für den PC/Mac sowie Apps für mobile Endgeräte drei Alternativen zur Auswahl. Allen ist gemein, dass sie sämtliche Funktionen der IP-Telefonie unterstützen und jeweils in Kürze ohne großen Aufwand eingerichtet werden können. Dabei sind IP-Telefone das Pendant zu den normalen, bekannten Tischtelefonen. IP-Telefone gibt es von vielen unterschiedlichen Herstellern wie beispielsweise Polycom, Snom, Yealink, Panasonic oder Gigaset. Im Gegensatz dazu muss bei der Nutzung eines Softphones keine neue Hardware angeschafft werden und die gesamte Anrufsteuerung geschieht über ein Programm auf dem PC/ Mac. Ähnlich funktioniert auch die IP-Telefonie auf dem Smartphone, bei der eine eigene Telefonie-App genutzt wird, um die IP-Funktionen auf dem Smartphone nutzen zu können.


Welche Vorteile bietet die IP-Telefonie?

Die Vorteile der IP-Telefonie sind vor allem im Business-Bereich von großer Bedeutung. So ist es mit einer Telefonanlage aus der Cloud problemlos möglich, auf das Wachstum eines Unternehmens flexibel zu reagieren. Hierzu können Sie einfach per Mausklick im Konfigurationsportal neue Rufnummern dazu buchen oder abbestellen. Darüber hinaus beträgt die Kündigungsfrist bei den meisten Anbietern lediglich einen Monat und garantiert Ihnen so eine hohe Flexibilität.

Des Weiteren sind Ihre Mitarbeiter immer unter der gleichen Rufnummer erreichbar, egal wo im Büro oder auf der Welt sie sich gerade befinden. Hierzu können einfach mehrere Endgeräte und Clients verknüpft werden, sodass die Anrufe immer an die entsprechende, gerade aktive und verfügbare Endstelle weitergeleitet werden - oder sogar an mehrere gleichzeitig! Das Einzige, was dazu benötigt wird, ist ein Internetzugang. Zudem entfallen für Ihr Unternehmen alle teuren Wartungskosten der ISDN-Anlage, da die Telefonie nun vollständig von Ihrem VoIP-Anbieter betrieben und gewartet wird. Außerdem sind die Verbindungskosten bei der IP-Telefonie in der Regel günstiger als bei der klassischen Telefonie. Durch das Hinzubuchen von Flatrates lassen sich zudem weitere Kosten einsparen.

Einer der größten Vorteile der IP-Telefonie ist, dass sich mit Ihr vollkommen neue Funktionen realisieren lassen, die mit der alten ISDN-Technik nicht so einfach und in solchem Umfang möglich sind. Hierzu zählt beispielsweise das Einbinden von CRM-Systemen, was Ihnen die Möglichkeit bietet direkt aus dem CRM-System heraus zu wählen oder bei einem eingehenden Anruf alle wichtigen Informationen zu dem Anrufer angezeigt zu bekommen. Darüber hinaus können Sie Videotelefonie betreiben - entweder über den Rechner oder über ein SIP-Telefon mit einer integrierten Kamera. Zudem gibt es diverse Collaboration Features und natürlich die klassischen Telefonanlagen-Funktionen wie Telefonkonferenzen, BLF, Makeln und bis zu 150 weitere Features.


Jetzt umsteigen!

Wenn wir Sie für die IP-Telefonie begeistern konnten, dann schauen Sie sich doch einmal unsere Cloud-Telefonanlage an. In unserer 30-tägigen Testphase können Sie sämtliche Funktionen einmal ganz unverbindlich testen und sich von den Vorteilen dieser Technologie überzeugen!