Die Abkürzung TK-Anlage steht für Telekommunikationsanlage und meint eine private Vermittlungseinrichtung, die es ermöglicht, gleichzeitig mehrere Telekommunikationsendgeräte wie z.B. Telefone, Anrufbeantworter, Faxgeräte oder Modems untereinander und mit dem öffentlichen Telefonnetz (PSTN) zu verbinden.

Synonym verwendete Begriffe für TK-Anlage sind Telefonanlage, Teilnehmervermittlungsanlage, Nebenstellenanlage oder auch PBX. Mit einer TK-Anlage können Nutzer sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens kommunizieren. Das Führen betriebsinterner Gespräche ist hierbei kostenlos. TK-Anlagen kommunizieren mit dem öffentlichen Netz über analoge Leitungen, ISDN (Integrated Services Digital Network), Mobilfunk oder VoIP (Voice over IP).

1. Klassische TK-Anlage

Klassische TK-Anlage - der Ursprung

Unter einer klassischen TK-Anlage versteht man im heutigen Sinne eine analoge- oder eine ISDN TK-Anlage, die jedoch in Zeiten der All-IP-Umstellung immer häufiger durch VoIP TK-Anlagen ersetzt werden.

Grafik einer TK-Anlage.

Bei klassischen Telefonanlagen werden die Gespräche über das öffentliche Telefonnetz (PSTN) geleitet, die aus Kupfer- oder Glasfaserkabeln bestehen.

Eine analoge Telefonanlage bietet Anschlussmöglichkeiten für ein bis zwei Amtsleitungen für die jeweils bis zu 8 Nebenstellen eingerichtet werden können. Analoge Leitungen lassen jeweils nur eine Verbindung zu, wodurch es anders als bei ISDN-Anschlüssen nicht möglich ist, zwei Gespräche parallel zu führen.

Eine ISDN TK-Anlage nutzt einen ISDN-Anlagenanschluss. Ein Anschluss an einen analogen Telefonanschluss ist in der Regel nicht möglich. Ein großer Vorteil gegenüber dem analogen Festnetz-Anschluss besteht darin, dass mittels ISDN zwei Kanäle gleichzeitig zur Verfügung stehen. Das bedeutet, dass wenn ein Nutzer ein Telefonat auf einem Kanal führt, der zweite Kanal noch frei ist. Auf diesem anderen Kanal wäre also ein paralleles Gespräch möglich.
Evolutionsstufen der Telefonanlage

Früher nutzten TK-Systeme die analoge Technik und wurden so über mehrere parallele Anschlüsse mit dem öffentlichen Telefonnetz verbunden. ISDN gewann jedoch mit der fortschreitenden Digitalisierung immer mehr an Bedeutung und so wurden über viele Jahre hinweg ISDN-Primärmultiplexanschlüsse verwendet, da dadurch 30 parallele Verbindungen ins öffentliche Telefonnetz möglich waren.

Mit der Verbreitung von VoIP, sind viele Menschen jedoch verunsichert, was mit ihrer bisherigen Telefonanlage nun passiert. In der Regel können aber auch analoge- und ISDN-Telefonanlagen am IP-Anschluss weiter betrieben werden. Wie das funktioniert, erfahren Sie in unserem Blog-Artikel „ISDN-Telefonanlage am VoIP-Anschluss“.

Leistungsmerkmale der klassischen TK-Anlage

Mit dem Einsatz von TK-Anlagen stehen Nutzern eine Reihe von Funktionen zur Verfügung, die die Kommunikation um einiges komfortabler gestalten. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige der wichtigsten Standardfunktionen vor. Die Liste ist jedoch nicht vollständig, da die Funktionen von Modell zu Modell variieren.

Makeln

Makeln meint das Hin- und Herschalten zwischen mehreren aktiven Verbindungen. So kann ein Nutzer immer einen Teilnehmer wegschalten, um mit dem anderen zu sprechen. Währenddessen verbleiben die anderen Teilnehmer jedoch in der Leitung.

Halten

Mit der Funktion „Halten“ ist es möglich, einen Anrufer in eine Warteschleife zu schieben und ihn so in der Leitung zu halten. Dadurch kann der andere Teilnehmer beispielsweise kurz einen Rat von einem anderen Kollegen einholen, ohne dass der Anrufer das mitbekommt.

Anklopfen

Beim Leistungsmerkmal Anklopfen wird einem sich gerade im Gespräch befindenden Mitarbeiter ein weiterer eingehender Anruf durch ein Anklopfzeichen signalisiert. Der Mitarbeiter kann dann darüber entscheiden, ob er das zweite Gespräch entgegennehmen, ignorieren oder sogar abweisen möchte.

RĂĽckfrage

Anhand der Funktion Rückfrage kann zu einem bestehenden Gespräch, das mit Halten in eine Warteschleife verschoben wurde, vom selben Endgerät eine zweite Verbindung aufgebaut oder ein anklopfendes Gespräch entgegengenommen werden.

Heranholen

Ist ein Mitarbeiter gerade nicht anwesend und sein Telefon klingelt, so kann der Anruf per Tastendruck auch von einem anderen Telefon entgegengenommen werden.

Rufumleitung

Mit der Rufumleitung ist es möglich, eingehende Anrufe an einen anderen Mitarbeiter weiter- bzw. umzuleiten.

Wartemusik

Die Funktion Wartemusik bietet die Möglichkeit, während einer Warteschleife Musik abzuspielen, um so die Wartezeit für den Anrufer möglichst angenehm zu gestalten.

2. (Vo)IP TK-Anlage

(Vo)IP TK-Anlage - die Erweiterung

Bei einer IP TK-Anlage ist im Gegensatz zu einer ISDN TK-Anlage kein herkömmlicher Telefonanschluss mehr erforderlich, sondern die Telefonate werden über eine Internetverbindung geführt. Dabei werden die Sprachinformationen in kleinen Datenpaketen via Datennetzwerk und nicht über das herkömmliche Telefonnetz transportiert. Für die Datenübertragung kommt hierbei das Netzprotokoll SIP (Session Initiation Protocol) zum Einsatz. Für den Anschluss von Telefonen oder anderen IP-fähigen Endgeräten nutzt die VoIP TK-Anlage das Datennetzwerk, sodass eine Telefonverkabelung am Unternehmensstandort nicht länger erforderlich ist. So können die benötigten Endgeräte via Kabel oder drahtlosen Techniken wie DECT an das Datennetzwerk erfolgen. Besuchen Sie bei weiteren Fragen zur VoIP-TK-Anlage gerne unseren VoIP-Telefonanlagen-Ratgeber.

Die Cloud-Telefonanlage von Placetel. Bekannt aus diesen Medien.
3. Cloud TK-Anlage

Cloud TK-Anlage - der aktuelle Stand

Eine Cloud TK-Anlage, häufig auch als „virtuelle Telefonanlage“ bezeichnet, ist eine softwarebasierte Telefonie-Lösung, bei der weder Hardware, noch analoge Telefonleitungen, ISDN oder PMX-AnlagenanschlĂĽsse benötigt werden. Alle Funktionen werden dem Nutzer aus dem Rechenzentrum eines VoIP-Anbieters ĂĽber das Internet per VoIP zur VerfĂĽgung gestellt.

Dabei profitieren Nutzer einer Cloud TK-Anlage von meist mehr als 150 Funktionen . Und auch auf altbekannte Funktionalitäten wie Halten, Makeln und Weiterleiten müssen Sie bei der modernen Telefonie nicht verzichten. Einzige Voraussetzung, um eine Cloud TK-Anlage nutzen zu können, ist ein leistungsstarker Internetanschluss mit ausreichender Bandbreite. Die Anzahl der parallel geführten Gespräche ist nämlich nicht mehr wie bei der analogen- oder der ISDN TK Anlage von vornherein begrenzt, sondern ist von der vorliegenden Bandbreite abhängig.

Eine softwarebasierte TK-Anlage- wie die Placetel Cloud-Telefonanlage - lässt sich zudem jederzeit weltweit über ein Webportal steuern und immer an die Bedürfnisse Ihres Unternehmens anpassen. Denn die enorme Flexibilität ist einer der größten Vorteile einer virtuellen TK Anlage. Sollen neue Mitarbeiter oder weitere Standorte mit an die TK Anlage angebunden werden, kann das mit wenigen Klicks eingestellt werden. Und das Beste: Sie zahlen immer nur für die Nebenstellen, die Sie auch wirklich brauchen. Und egal, wo Sie sind auf der Welt – Sie telefonieren immer mit Ihrer Festnetznummer und profitieren zusätzlich von günstigen Verbindungsentgelten.

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4. Unified Communications - das Extra

Unified Communications - das Extra

Unified Communications bedeutet so viel wie „vereinheitlichte Kommunikation“ und stellt eine Art Plattform dar, auf der alle Dienste der Kommunikationstechnik wie z.B. die klassische Telefonie, E-Mails, Videokonferenzen, Voice-Mail und Instant Messaging gebĂĽndelt werden. Hierbei stellt der UC-Client das Herz Ihrer Business-Kommunikation dar, der alle relevanten Kommunikationsdienste in einer zentralen Anwendung vereint.

Mit dem Einsatz von Unified Communication können Kommunikations- und Geschäftsprozesse effizienter gestaltet werden und die Flexibilität und Mobilität von Mitarbeitern wird deutlich erhöht.