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CYOD

Alles Wichtige zu Choose your own Device

Von Sandra Plett  | 
Mann telefoniert mit seinem Arbeitshandy im Büro

Ob im Büro, Homeoffice oder von unterwegs: Viele Mitarbeiter möchten heutzutage flexibel über ihren Arbeitsort entscheiden. Doch dafür braucht es das richtige mobile Setup. Unternehmen müssen sich in Sachen Enterprise Mobility entsprechend für eine Strategie entscheiden. Eine Lösung kann zum Beispiel Choose your own Device (CYOD) sein. Was es mit diesem Modell auf sich hat, welche Vorteile es bietet und viele weitere Fragen soll der folgende Artikel beantworten.

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Was ist Choose your Own Device?

Was ist Choose your Own Device?

Unter Choose your Own Device – oder abgekürzt CYOD – versteht man ein Modell, bei dem das Unternehmen verschiedene Mobilgeräte für Mitarbeiter zum Arbeiten bereitstellt und sich die Angestellten ihr Wunschgerät aus einer Auswahlliste selbst aussuchen dürfen. Das ausgewählte Mobilgerät - ein Smartphone, Tablet oder Laptop – darf vom Mitarbeiter sowohl für berufliche als auch private Zwecke genutzt werden, verbleibt aber im Firmenbesitz.

Bei Choose your Own Device werden die ausgewählten Devices in der Regel von der IT verwaltet, die häufig ein sogenanntes Mobile Device Management (MDM) nutzt, wodurch der Verwaltungsaufwand deutlich verringert und die Datensicherheit gesteigert werden kann. Mitarbeiter können so zwar Anpassungen vornehmen, für administrative Veränderungen oder Softwareinstallationen muss jedoch die IT-Abteilung hinzugezogen werden.

Ab- und Eingrenzung weiterer Begriffe

Wer sich mit dem Thema Unternehmensmobilität beschäftigt, wird schnell auf die Begriffe BYOD, CYOD, COPE und COBO stoßen. Doch was bedeuten die Akronyme eigentlich? Damit Sie hier den Überblick behalten, möchten wir Ihnen im Folgenden die verschiedenen Modelle und Definitionen einmal vorstellen.

  • BYOD (Bring your own Device):
    Bedeutet, dass Mitarbeiter unter Einhaltung bestimmter Regeln ihre privaten Endgeräte auch für die Arbeit, d.h. für berufliche Zwecke nutzen dürfen.

  • COPE (Corporate owned, Personally Enabled):
    Sehr ähnlich zu CYOD mit dem Unterschied, dass das Unternehmen das Mobilgerät für den jeweiligen Mitarbeiter auswählt und nicht dieser selbst. Gemein haben CYOD und COPE, dass Mitarbeiter das Mobilgerät für berufliche und private Angelegenheiten nutzen dürfen.

  • COBO (Corporate owned, Business-only):
    Mitarbeiter dürfen das von Unternehmen bereitgestellte Gerät nur für berufliche Zwecke nutzen. Die Nutzung für private Zwecke ist vom Unternehmen verboten, sodass Mitarbeiter ein zweites Handy für private Zwecke benötigen.

CYOD BYOD COPE COBE
Eigentum Arbeitgeber Arbeitnehmer Arbeitgeber Arbeitgeber
Verwaltung Arbeitgeber Arbeitnehmer Arbeitgeber Arbeitgeber
Vorteile ⊕ Mitarbeiter­zufriedenheit ⊕ Mitarbeiter­zufriedenheit ⊕ Mitarbeiter­zufriedenheit ⊕ Volle Kontrolle
⊕ einheitliche Verwaltung ⊕ Kosten ⊕ einheitliche Verwaltung ⊕ Höchste Sicherheit
⊕ Incentive ⊕ Incentive
Nachteile − Kosten − Sicherheit − Kosten − Kosten
− Arbeitsprofil erforderlich − fehlende Überwachung − Arbeitsprofil erforderlich − 2 Handys (beruflich & privat) nötig
− Höherer Support­aufwand − Gefahr von Kompatibilitäts­problemen − Höherer Support­aufwand
Eignung bzgl. Sicherheit 👍👍 👍 👍👍 👍👍👍
Was sind die Vorteile von CYOD?

Was sind die Vorteile von CYOD?

Frau mit Firmenhandy im Büro
Bei CYOD dürfen Mitarbeitende das Handy sowohl für berufliche als auch für private Zwecke nutzen.
Quelle: © Drobot Dean – stock.adobe.com

Das CYOD Modell zielt darauf ab, die Vorteile von BYOD auszuschöpfen, ohne die Nachteile wie höhere Sicherheitsrisiken und hohe Administrationsaufwände für die IT-Abteilung aufgrund einer zu breiten Endgerätevielfalt in Kauf nehmen zu müssen. Laut einer IDC-Befragung hat Choose your own Device (CYOD) die Alternative Bring your Own Device (ByoD) deshalb bereits vor einigen Jahren überholt. Während die Hälfte der befragten Unternehmen ein CYOD-Modell nutzt, haben nur noch 40% BYOD im Einsatz. Welche Vorteile bei CYOD auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber-Seite entstehen, haben wir Ihnen im Folgenden zusammengefasst:

1. Dank CYOD mehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz

Dürfen sich Mitarbeiter ihr Arbeitsgerät selbst aussuchen, fühlen sie sich wertgeschätzter, was gleichzeitig die Mitarbeiterzufriedenheit steigert. Von Vorteil ist zudem, dass Mitarbeiter bei CYOD nur noch ein Handy für berufliche und private Zwecke benötigen, wodurch sie keine zwei Smartphones mehr mit sich rumschleppen müssen. Des Weiteren zeigt sich, dass zufriedenere Mitarbeiter gleichzeitig auch motivierter und somit produktiver sind, was sich positiv auf die Effizienz des Unternehmens auswirkt.

Tatsächlich denken Mitarbeiter, denen die Auswahlmöglichkeit geboten wird, dass Sie zu 68 % produktiver, 37 % kreativer und 35 % kooperativer seien.
Quelle: Umfrage von jamf

Damit allerdings auch eine Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit erreicht werden kann, sollte die Auswahlliste auch eine hohe Entscheidungsfreiheit bieten, d.h. dass Unternehmen sollte sich bei der Auswahl z.B. nicht nur auf ein Betriebssystem wie Android und Windows beschränken, sondern im gleichen Zuge auch iOS- und macOS-Geräte zur Auswahl anbieten. In manchen Unternehmen ist es auch möglich mittels Aufpreis, der vom Mitarbeiter gezahlt wird, ein hochwertigers Endgerät zu erhalten als dem Mitarbeiter normalerweise zugestanden hätte. Dadurch verhindern Arbeitgeber eine zu hohe Einschränkung der Endgeräte-Auswahl.

2. Mitarbeiter gewinnen und halten

Die wichtigste Ressource eines Unternehmens stellen die Mitarbeiter dar. Nur wenn kontinuierlich neue Mitarbeiter nachrücken, wenn andere das Unternehmen verlassen sollten, kann das Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig bleiben. Choose your own Device kann dabei helfen, sich als moderner und attraktiver Arbeitgeber zu positionieren und Mitarbeiter zu halten und neue Talente dazuzugewinnen.

77 % der Befragten, denen derzeit ein Technologie-Auswahlprogramm im Unternehmen geboten wird, würden lieber in einem Unternehmen arbeiten oder bleiben, in welchem sie ihre Geräte auswählen können.
Quelle: Umfrage von jamf

3. Service & Support auf Anforderungen abstimmen

Choose your own Device bietet Unternehmen den Vorteil, dass sie schon von Anfang an mit potenziellen Endgeräte-Anbietern in Kontakt treten können, um zu gewährleisten, dass sowohl der Service und Support als auch die Garantieleistungen mit den Anforderungen in Einklang stehen. Mithilfe eines umfassenden Mobile Device Managements können Endgeräte wie Firmenhandys und Laptops einheitlich konfiguriert und administriert werden, wodurch der Aufwand für das Gerätemanagement sinkt und sich die IT-Sicherheit verbessert.

4. CYOD ermöglicht höhere Sicherheit als BYOD

Da das Mobilgerät bei CYOD im Firmenbesitz bleibt und somit entsprechend konfiguriert und geschützt werden kann, sind die Sicherheitsstandards deutlich höher als beim BYOD-Modell einzustufen. Mehr zur Sicherheit erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Choose your Own Device & Sicherheit

Choose your Own Device & Sicherheit

Im Vergleich zu BYOD macht CYOD IT-Netzwerke sicherer und leichter kontrollierbar und ermöglicht so höhere Sicherheitsstandards. Dadurch dass Endgeräte im Besitz des Unternehmens verbleiben, behält der Arbeitgeber die volle Kontrolle und kann das Gerät selbst verwalten und den Zugriff auf Anwendungen, Daten und Funktionen nach seinem Ermessen einschränken. Zudem kann das Unternehmen verschiedene Sicherheitslösungen auf den Geräten installieren, um sie vor Malware und Hacker-Angriffen zu schützen und damit auch die Sicherheit von vertraulichen Unternehmensdaten zu sichern.

Unternehmen sind auch bereit, die höheren Kosten von CYOD im Vergleich zu BYOD im Austausch für mehr Kontrolle und Sicherheit zu tragen.
Mark Alexander Schulte | Consultant und Projektleiter bei IDC
Best Practices für CYOD

Best Practices für CYOD

Mitarbeiter tippt am Arbeitsplatz auf seinem Diensthandy
CYOD sorgt bei Mitarbeitern für Freude.
Quelle: © dusanpetkovic1 – stock.adobe.com

Wer bei seiner Enterprise Mobility Strategie auf CYOD setzt, sollte sich in jedem Fall eine Herangehensweise überlegen, um möglichen Sicherheitsrisiken, finanziellen Einbußen oder technischen Problemen vorzubeugen. Damit Sie die CYOD-Strategie erfolgreich in Ihrem Unternehmen umsetzen können, haben wir ein paar Tipps für Sie:

1. Für ausreichend Sicherheit sorgen

Um das Sicherheitsrisiko so gering wie möglich zu halten, ist es wichtig, dass Sie sich im Vorhinein überlegen, wie die Geräte im Unternehmensnetzwerk bestmöglich vor Malware und Hacker-Angriffen geschützt werden können. Neben geeigneten Verschlüsselungstechniken sollte auch auf einen gewissen Authentifizierungs-Standard geachtet werden, sodass Geräte auch bei Verlust oder Diebstahl ausreichend geschützt sind. Viele Unternehmen setzen auf eine Mobile Device Management Lösung, mit der Daten im Worst-Case z.B. auch ber Fernwartung gelöscht werden können. Bei der Auswahl der richtigen Security Strategie sollte in jedem Fall auch darauf geachtet werden, dass diese DSGVO konform ist.

2. Budgetfrage klären & Auswahlkatalog erstellen

Neben der Sicherheitsfrage sollte während der Planung in jedem Fall das zur Verfügung stehende Budget geklärt werden. Mitarbeitern die komplette Wahl Ihres Wunschgeräts zu überlassen, würde vermutlich den Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel sprengen. Aus diesem Grund sollten Arbeitgeber eine Liste mit möglichen Geräten erstellen. Zudem muss definiert werden, wie Endgeräte finanziert werden sollen: Per Sofortkauf, Kauf auf Raten oder doch lieber eine Mietoption? Mit Hardware as a Service Modellen lassen sich heutzutage viele Endgeräte für eine geringe monatliche Gebühr mieten. Oft kann das Gerät nach einer gewissen Laufzeit zurückgegeben und durch ein neueres Modell ausgetauscht werden.

3. Auf die Komptabilität der Betriebssysteme achten

Das tollste und modernste Mobilgerät bringt dem Mitarbeiter leider wenig, wenn er damit nicht auf die benötigten Unternehmensanwendungen zugreifen kann. Arbeitgeber sollten sich vor der Auswahl der freigegebenen Endgeräte also sorgfältig mit den Möglichkeiten und der Komptabilität beschäftigen, um die Produktivität des Teams nicht zu gefährden.

FAQ - Häufige Fragen

FAQ - Häufige Fragen

1. Was ist CYOD?
Die Abkürzung CYOD steht für Choose your Own Device und bezeichnet ein Modell, bei dem sich Mitarbeiter ein gewünschtes Arbeitsgerät aus einer vom Unternehmen festgelegten Liste auswählen können.

Wie profitieren Unternehmen von CYOD?
CYOD verspricht direkt mehrere Vorteile für Unternehmen. So kann durch das Modell die Mitarbeiterzufriedenheit gesteigert und damit die Effizienz des Unternehmens erhöht werden. CYOD fördert zudem die Arbeitgeberattraktivität und hilft Unternehmen dabei, Mitarbeiter länger zu halten und neue Talente für sich zu gewinnen.

Was ist COPE?
COPE steht für Corporate-Owned, Personally Enabled und bezeichnet eine Unternehmensstrategie bei der Mitarbeiter die vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Mobilgeräte sowohl für berufliche als auch für private Zwecke nutzen dürfen.

Quellen

  1. Digital Business Cloud: CYOD: Spagat zwischen Sicherheit und Usability meistern
  2. jamf: Der Einfluss von Auswahlprogrammen wie CYOD in Unternehmen
  3. IT Rebellen: IDC-Studie: Jeder zweite Fachbereich verfügt 2015 über ein eigenes Mobility-Budget

Bildquelle Header: © fizkes – stock.adobe.com

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