1. Was bedeutet Bring Your Own Device?

1. Was bedeutet Bring Your Own Device?

Unter Bring Your Own Device ‚Äď oder abgek√ľrzt BYOD ‚Äď versteht man die Leitlinie, beziehungsweise M√∂glichkeit, private elektronische Endger√§te wie Laptops, Smartphones oder Tablets im Netzwerk eines Unternehmens, einer Schule, Universit√§t oder Bibliothek zu nutzen. Die User greifen nicht nur auf Netzwerkdienste des Unternehmens oder der Institution zu, sondern verarbeiten bzw. speichern organisations- oder unternehmensinterne Daten.

Bring Your Own Device erm√∂glicht Nutzern, zu dienstlichen Zwecken auf vertrauten Ger√§ten zu arbeiten. Dies bedeutet eine Verringerung der Kosten f√ľr Unternehmen, da weniger Computer f√ľr Mitarbeiter angeschafft werden m√ľssen. Allerdings ist bei der Anwendung des BYOD-Prinzips auf die Datensicherheit zu achten. Ein Zugriff auf ein Netzwerk von einem von Viren oder Trojanern befallenen Ger√§t aus stellt eine Bedrohung der sensiblen Unternehmensdaten dar.

2. Vorteile von Bring Your Own Device

2. Vorteile von Bring Your Own Device

Die Arbeit nach dem Bring Your Own Device-Prinzip hat zahlreiche Vorteile f√ľr Nutzer und Institutionen. Mitarbeiter, die ihr pers√∂nliches Mobilger√§t ins Unternehmen mitbringen k√∂nnen, ben√∂tigen keine Eingew√∂hnungszeit f√ľr ein anderes Betriebssystem. Sie stellen die Ausstattung ihres Laptops nach ihren pers√∂nlichen W√ľnschen zusammen. Dies steigert die Mitarbeiterzufriedenheit.

Die Nutzung eines eigenen mobilen Endger√§ts f√ľr die Arbeit erm√∂glicht eine h√∂here Flexibilit√§t. Wenn Smartphones oder Tablets genutzt werden, gewinnen die Mitarbeiter an Mobilit√§t.
Bring Your Own Device bedeutet eine Kosteneinsparung f√ľr Unternehmen. Es ist nicht n√∂tig, neue Computer anzuschaffen, wenn die Mitarbeiter ihre eigenen nutzen.

Wenn man in Schulen, Universit√§ten oder Bibliotheken mit dem eigenen, vertrauten Ger√§t arbeitet, bedeutet dies eine h√∂here Nutzerfreundlichkeit. Bei einer guten WLAN-Abdeckung k√∂nnen Smartphones, Tablets oder Laptops im Gegensatz zu Stand-PCs flexibel und mobil an verschiedenen Orten genutzt werden. Ebenso f√§llt die Investition in einen gro√üen Teil der IT-Ausstattung f√ľr Bildungseinrichtungen weg, weil diese keine Computer zur Verf√ľgung stellen m√ľssen.

3. Nachteile und Risiken von Bring Your Own Device?

3. Nachteile und Risiken von Bring Your Own Device?

Das Bring Your Own Device-Prinzip birgt auch Nachteile f√ľr Unternehmen und Einrichtungen. Ein schwerwiegender Faktor ist die mangelnde Datensicherheit beim Zugriff auf ein internes Netzwerk oder sensible Unternehmensdaten. Eigene Endger√§te zu nutzen bedeutet eine hohe Heterogenit√§t bzw. Vielfalt in der Hard- und Softwareausstattung einer Firma. Die verschiedenen Laptops, Smartphones oder Tablets bedingen einen h√∂heren Aufwand f√ľr das IT-Management, welcher die Kosteneinsparung bei der Anschaffung firmeneigener Ger√§te relativiert.

3.1 Datensicherheit beim Bring Your Own Device-Prinzip

Bring Your Own Device erschwert die Administration und Kontrolle, sodass die privaten Ger√§te der Mitarbeiter eine Sicherheitsl√ľcke f√ľr das unternehmensinterne Netzwerk darstellen.
Ist ein Privat-Laptop von einer Schadsoftware betroffen und mit dem Netzwerk einer Einrichtung verbunden, kann ein Trojaner die Eingaben auf der Tastatur und somit Logins und Passw√∂rter ablesen. Auf diese Weise erlangen Hacker Zugriff auf sensible Daten. Ist das Netzwerk eines Unternehmens oder einer Institution f√ľr den Zugriff von au√üen - etwa √ľber Cloud-Dienste - ge√∂ffnet, dann k√∂nnen sich au√üenstehende Personen Zugang verschaffen. Dies gilt auch bei passwortgesch√ľtzten Logins.

3.2 Bring Your Own Device und die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)

Hinzu kommt ein rechtlicher Aspekt. Bei Bring Your Own Device werden personenbezogene oder firmeninterne Daten auf einem privaten Ger√§t abgerufen und gespeichert. Dies entspricht nicht den Richtlinien der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Es muss rechtlich gekl√§rt werden, wie bez√ľglich Daten und Gesch√§ftsgeheimnissen vorgegangen wird. Neben der verringerten Datensicherheit bedeutet die flexible Nutzung privater Endger√§te auch Stress f√ľr die Mitarbeiter. Wenn sie Ihren Laptop in der Freizeit nutzen und jederzeit erreichbar sind, f√§llt es schwer, Privates und Arbeit zu trennen.

Vorteile

  • Effizientes Arbeiten am eigenen Endger√§t
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  • Hohe Mitarbeiterzufriedenheit
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  • Hohe Nutzerfreundlichkeit
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  • Flexibilit√§t und Mobilit√§t
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  • Kosteneinsparung f√ľr Unternehmen, Einrichtungen und Institutionen

Nachteile

  • Mangelnde Datensicherheit
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  • Private Endger√§te als Sicherheitsl√ľcke f√ľr das Unternehmens-Netzwerk
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  • Rechtlicher Einwand: DSGVO
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  • Heterogene Hard- und Software
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  • Erschwerte Administration f√ľr das IT-Management
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  • Mobilit√§t und Flexibilit√§t bedeuten Stress f√ľr die Mitarbeiter
4. Richtlinien und Sicherheitsvorkehrungen f√ľr Bring Your Own Device

4. Richtlinien und Sicherheitsvorkehrungen f√ľr Bring Your Own Device

Bei der Anwendung des Bring Your Own Device-Ansatzes gilt es, die Vor- und Nachteile wie auch Kosten und Nutzen abzuw√§gen. Neben kleinen H√ľrden wie der Tatsache, dass Software wie Microsoft Office auf Privat-Laptops nicht f√ľr die kommerzielle Nutzung in Unternehmen lizenziert sind, bedeutet die Gew√§hrleistung der Datensicherheit einen gewissen Aufwand. Es lohnt sich, f√ľr diese Zwecke firmeninterne Richtlinien aufzusetzen. Zu den grundlegenden Vorgehensweisen geh√∂rt das regelm√§√üige Aktualisieren des Betriebssystems, die Anwendung eines Virenscanners sowie einer einheitlichen Software zum Schutz vor Malware.

4.1 Erleichterung der IT-Administration durch Mobile Device Management

F√ľr eine einfachere Administration durch das IT-Management bietet sich die Anwendung einer Mobile Device Management-Software (MDM) an. Damit werden alle Ger√§te, die im Netzwerk eines Unternehmens arbeiten, zentral verwaltet. Es lassen sich Zugriffsrechte vergeben oder der Zugang √ľber ein bestimmtes Endger√§t im Falle eines Diebstahls sperren.

4.2 Bring Your Own Device und VPN

F√ľr den sicheren Zugriff auf ein unternehmens- oder institutsinternes Netzwerk eignet sich die Verschl√ľsselung durch ein Virtual Private Network (VPN). √úber das „virtuelle private Netzwerk“ kann ein Nutzer von jedem Standort aus online auf das Netzwerk der Einrichtung zugreifen, sich darin bewegen, Dateien abrufen und speichern.

Die Desktop-Virtualisierung bringt einen weiteren Vorteil, die Trennung zwischen dem privaten und dem berufsbezogenen „Bereich“ auf dem Computer. Aus datenschutzrechtlicher Sicht d√ľrfen jedoch keine Daten aus dem Unternehmens-Netzwerk auf dem privaten Ger√§t abgespeichert werden.

4.3 Zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen bei BYOD

Durch das hohe Angebot an Cloud-Diensten wird f√ľr die Anwendung von Bring Your Own Device auch das sogenannte Application Streaming genutzt. Nicht nur die Daten, sondern auch die f√ľr die Verarbeitung n√∂tigen Anwendungen sind in der gesicherten Cloud des Unternehmens gespeichert. Sie werden auf das private Ger√§t √ľbertragen, sobald der Befehl zum √Ėffnen gegeben wurde. Bei der Nutzung von Cloud-Diensten sind eine hohe Sicherheit und Verschl√ľsselung notwendig. Private Endger√§te, die mit dem Firmen-Netzwerk verbunden sind, m√ľssen durch mindestens eine Zwei-Faktor-Authentifizierung verschl√ľsselt sein. Das bedeutet, dass das Smartphone mit einer PIN und einer Bildschirmsperre gesichert sein muss.

5. Rechtliche Grundlagen bei Bring Your Own Device

5. Rechtliche Grundlagen bei Bring Your Own Device

Datensicherheit spielt bei der Anwendung des Bring Your Own Device-Prinzips eine gro√üe Rolle. Aus diesem Grund m√ľssen bei der BYOD Nutzung individuelle unternehmensinterne Richtlinien und Regelungen zum Datenschutz aufgesetzt werden, deren Einhaltung jeder Mitarbeiter in einer Einwilligungserkl√§rung durch seine Unterschrift best√§tigt. Dazu geh√∂rt nicht nur der verantwortungsvolle Umgang mit Unternehmens- oder Kundendaten, sondern auch die Vereinbarung dar√ľber, inwieweit der Arbeitgeber oder andere Mitarbeiter Zugriff auf das private Ger√§t haben oder ob die (Betriebs-) Kosten f√ľr Laptop, Tablet oder Smartphone vom Arbeitgeber √ľbernommen werden.

6. FAQ- Häufig gestellte Fragen

6. FAQ - Häufig gestellte Fragen

  1. Was ist Bring your Own Device?
    Unter Bring Your Own Device (kurz BYOD) wird die Möglichkeit verstanden, private Geräte wie Laptops, Smartphones oder Tablets in Netzwerke von Unternehmen, Schulen sowie anderen Bildungseinrichtungen zu integrieren und zu nutzen.

2. Was erhoffen sich Unternehmen von Bring your own Device?
Arbeitgeber erhoffen sich durch die Einf√ľhrung von ‚ÄěBring your own Device‚Äú und den damit verbundenen Wegfall der Anschaffungskosten f√ľr neue Arbeitsrechner & Mobilger√§te vor allem hohe Kosteneinsparungen. Sie m√∂chten das Image eines modernen Arbeitgebers vermitteln und erhoffen sich eine schnellere Eingew√∂hnung der Mitarbeiter sowie mehr Sorgfalt im Umgang mit den privaten Endger√§ten.

3. Gibt es Alternativen zu Bring your own Device?
Alternative Konzepte zu Bring your own Device sind ‚ÄěCYOD‚Äú (Choose Your Own Device) oder‚Äě COPE‚Äú (Corporate-Owned, Personally Enabled). Hierbei werden die Arbeits-Ger√§te vom Unternehmen zur Verf√ľgung gestellt und stehen den Mitarbeitern oft auch zur Privatnutzung zur Verf√ľgung.

4. Wo wird das BYOD-Prinzip eingesetzt?
Die Idee zu BYOD stammt urspr√ľnglich aus der Arbeitswelt. Heutzutage wird BYOD jedoch auch z.B. in der Schule und Universit√§ten eingesetzt.

5. Welche Voraussetzungen braucht BYOD?
Um BYOD sicher und erfolgreich im Unternehmen zu etablieren, m√ľssen bestimmte Anforderungen erf√ľllt werden. Ein besonderes Augenmerk sollte auf den Datenschutz und die Datensicherheit gerichtet werden. Es empfiehlt sich firmeninterne Richtlinien aufzusetzen und alle Arbeitnehmer, die ihr eigenes Endger√§t f√ľr die Arbeit nutzen umfassend zu schulen. Unter anderem sollten folgende Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden:

  • Einrichtung eines sicheren VPNs mit Multi-Faktor Authentifizierung
  • Regelm√§√üige Aktualisierung des Betriebssystems
  • Nutzung eines Virenscanners sowie einer einheitlichen Software zum Schutz vor Malware
  • Private und gesch√§ftliche Inhalte sollten nicht vermischt werden