1. Definition: Anlagenanschluss

1. Was ist ein Anlagenanschluss?

Unter einem Anlagenanschluss versteht man den Anschluss an ein Telefonnetz, welcher speziell für Telefonanlagen vorgesehen ist. International spricht man von einem Point-to-Point-Anschluss (PTP). Diese Technologie nutzen insbesondere Unternehmen mit Geschäftsanschlüssen. Im Normalfall ist es – anders als im Privatkundenbereich – nicht möglich, einzelne Endgeräte wie Telefone oder Faxgeräte direkt an den Anlagenanschluss anzuschließen.

1.1 Wie funktioniert die Telefonanlage bei einem Anlagenanschluss?

Die Kommunikation mit dem öffentlichen Telefonnetz erfolgt bei einem Anlagenanschluss über eine Telefonanlage. Sie verbindet mehrere Nebenstellen, wie Telefone, Faxgeräte oder Anrufbeantworter zu einem Anschluss an das Netz. Dadurch wird die interne Kommunikation zwischen verschiedenen Nebenstellen einer Telefonanlage ermöglicht. Unternehmen mit mehreren Standorten nutzen ein internes System aus mehreren Telefonanlagen, die miteinander vernetzt sind. Bei der Einrichtung erhält ein Anlagenanschluss einen Rufnummernblock, welcher aus Telefonvorwahl, Stamm- bzw. Hauptrufnummer und mehreren Durchwahl-Nummern besteht. Deren Anzahl sowie die Zuordnung zu Geräten sind je nach Bedarf frei wählbar. Die Durchwahl-Nummern ergeben sich aus dem jeweiligen Anschluss an die Telefonanlage.

2. Welche Formen eines Anlagenanschlusses gibt es?

2. Welche Formen eines Anlagenanschlusses gibt es?

Gespräche über Anlagenanschlüsse, über Fernsprechzentralen oder Nebenstellenanlagen wurden lange Zeit analog übertragen. Heute werden ausschließlich digitale Telefonsysteme genutzt. Die üblichen Anlagenanschlüsse sind der ISDN- oder VoIP-Anschluss.

2.1 ISDN-Anlagenanschluss

Das Akronym ISDN steht für Integriertes Sprach- und Datennetz bzw. die englische Bezeichnung Integrated Services Digital Network. Es handelt sich um einen internationalen Standard für digitale Kommunikationsnetze, der aber immer mehr durch VoIP abgelöst wird.

Ein ISDN-Anlagenanschluss erfolgt auf zwei Arten:

  • Basisanschluss bzw. Basic Rate Interface (BRI)
  • Primärmultiplexanschluss bzw. Primary Rate Interface (PRI)

2.1.1 ISDN-Anlagenanschluss via Basic Rate Interface (BRI)

Ein ISDN-Basisanschluss umfasst zwei B-Kanäle (engl. bearer channel – „Trägerkanal“) zur Übertragung der Nutzerdaten, wie der Sprache. Die Steuerinformation wird über den D-Kanal (engl. data channel – „Daten Kanal“) übertragen. Über einen ISDN-Basisanschluss können zwei Gespräche gleichzeitig übertragen werden („ISDN2“). Sind vier Kanäle notwendig, werden zwei BRI-Anlagenanschlüsse integriert, für sechs Kanäle drei Anschlüsse, usw. Diese sind unter einem Rufnummernblock erreichbar. Der Steuerkanal eines ISDN-Basisanschlusses besitzt eine Bandbreite von 16 Kilobit/Sekunde.

Ein BRI-Anschluss ist in zwei Formen verfĂĽgbar:

  • Anlagenanschluss (Point-to-Point) mit einer Basisnummer fĂĽr eine Telefonanlage
  • Mehrgeräteanschluss (Point-to-Multipoint) fĂĽr max. acht ISDN-Endgeräte

2.1.2 ISDN-Anlagenanschluss via Primärmultiplexanschluss (PRI)

Im Gegensatz zum Basic Rate Interface umfasst ein PRI-Anschluss eine Bandbreite von 64 Kilobit/Sekunde für 30 Nutzerkanäle sowie einen Steuerkanal. Um eine größere Anzahl an Kanälen zu erreichen, werden mehrere Anschlüsse durch eine Telefonanlage gebündelt.

2.1.3 Was ist der Unterschied zwischen Mehrgeräte- und Anlagenanschluss?

An einen Mehrgeräteanschluss können maximal acht Endgeräte angeschlossen werden. Er verfügt über zwei B-/Nutzerkanäle und drei bis zehn Mehrfachrufnummern.
Die Telefonie über einen ISDN-Anlagenanschluss erfolgt über eine Telefonanlage. Die Anwender erhalten eine Stammnummer mit einer unbeschränkten Anzahl an Durchwahlnummern. Einzelne Geräte können dadurch direkt erreicht werden.

2.2 VoIP-Anschluss

VoIP ist die Abkürzung für Voice-over-IP. Wörtlich übersetzt bedeutet dies die Stimmübertragung über ein Internetprotokoll. Die VoIP-Telefonie erfolgt über ein Datennetz. Sowohl Computer als auch Telefone oder andere Endgeräte können eine Kommunikationsverbindung herstellen.

Ein VoIP-Anlagenanschluss wird als SIP-Trunk (Session Initiation Protocol – „Gesprächsprotokoll“) bezeichnet. Damit wird die Telefonanlage mit dem VoIP-Netz des Telekommunikationsanbieters verbunden. Dieses ist entweder über ein Netzwerk oder das Internet realisiert. Durch Voice-over-IP können TK-Anlagen auch über eine Online-Cloud betrieben werden. Dadurch ist der flexible Zugriff von unterschiedlichen Standorten möglich.

2.2.1 Was sind die Vorteile eines VoIP-Anlagenanschlusses?

Die Voice-over-IP-Telefonie verfügt gegenüber einem ISDN-Anschluss über zahlreiche Vorteile. Weil sie über das Internet bzw. ein Netzwerk realisiert wird, ist kein normaler Telefonanschluss mehr erforderlich, wodurch Kosten gespart werden können. Die VoIP-Telefonie-Lösung erlaubt das standortunabhängige Telefonieren über einen Anlagenanschluss. Die Anzahl der Kanäle ist – anders als bei einem ISDN-Anlagenanschluss – nicht limitiert. Durch die moderne Art der Übertragung wird eine hohe Verbindungsgeschwindigkeit sowie eine hohe Sprachqualität erreicht. Auch mobile Endgeräte können an den Anlagenanschluss der Telefonanlage integriert werden.

Die Vorteile eines VoIP-Anlagenanschlusses im Ăśberblick:

  • Geringere Kosten
  • Standortunabhängiges Telefonieren
  • Anzahl an Kanälen
  • Hohe Sprachqualität
  • Hohe Verbindungsgeschwindigkeit
  • Integration von mobilen Endgeräten
3. Kann man eine ISDN-Telefonanlage ĂĽber einen SIP-Trunk betreiben?

3. Kann man eine ISDN-Telefonanlage ĂĽber einen SIP-Trunk betreiben?

Es sind spezielle Router erhältlich, mit denen ISDN-Telefonanlagen über einen SIP-Trunk betrieben werden können. Dadurch wird der Wechsel zu einer neuen Telefonanlage vermieden, aber Voice-over-IP ermöglicht.