Einzelverbindungsnachweis

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Mann telefoniert in einem Sessel entspannt per Headset über das Mobiltelefon

Der Einzelverbindungsnachweis, auch EVN abgek├╝rzt, geh├Ârt zu den Verbindungsdaten beziehungsweise Verkehrsdaten. Er beinhaltet eine ├ťbersicht der im Abrechnungszeitraum erfassten Telekommunikations-vorg├Ąnge, die Telekommunikationsanbieter ihren Kunden zur Pr├╝fung der Abrechnungen bereitstellen. Im EVN sind die Verbindungen einzeln aufgeschl├╝sselt und mit den entsprechenden Tarifinformationen versehen.

1. Was beinhaltet der Einzelverbindungsnachweis?

1. Was beinhaltet der Einzelverbindungsnachweis?

Was der Einzelverbindungsnachweis genau beinhaltet, wird von der Bundesnetzagentur festgelegt. Nach ihren Vorgaben muss der EVN unter anderem folgende Verkehrsdaten enthalten:

  • Die Rufnummer des Kunden
  • Datum, Uhrzeit und Dauer der Verbindung zusammen mit den angefallenen Geb├╝hren bei zeitabh├Ąngiger Tarifierung
  • Die Zielrufnummer (auf Wunsch k├Ânnen die letzten drei Ziffern der Rufnummer weggek├╝rzt werden)
  • Angaben zu Kontingenten, Volumen, Flatrates und volumenabh├Ąngigen Verbindungen und Tarifen

Zum EVN geh├Âren keine Nutzdaten. Inhalte der ├╝bertragenen Informationen, das hei├čt der Gespr├Ąche und/oder Nachrichten, sind damit ausgeschlossen. Diese d├╝rfen von den Anbietern niemals erfasst oder gar gespeichert werden. In manchen F├Ąllen ist es m├Âglich, zwischen einer k├╝rzeren Ansicht mit weniger Informationen und einer ausf├╝hrlichen Ansicht auszuw├Ąhlen.

2. In welcher Form wird der Einzelverbindungsnachweis bereitgestellt?

2. In welcher Form wird der Einzelverbindungsnachweis bereitgestellt?
Eine Frau telefoniert per Headset
Als Kunde haben Sie das Recht auf einen kostenlosen Einzelverbindungsnachweis

Die Bundesnetzagentur gibt vor, in welcher Form die Telekommunikationsanbieter ihren Kunden den Einzelverbindungsnachweis bereitstellen m├╝ssen. So ist der EVN auf Verlangen des Kunden grunds├Ątzlich kostenlos in Papierform zu erbringen. Eine Ausnahme besteht, wenn der Vertrag mit dem Telekommunikationsanbieter ├╝ber das Internet geschlossen wurde oder regelm├Ą├čig Verbindungen zum Internet abgerechnet werden. Unter diesen Umst├Ąnden kann der EVN in elektronischer Form unentgeltlich als Standard bereitgestellt werden.

Bei manchen Anbietern muss der EVN zuerst online aktiviert werden, damit er dort abgerufen werden kann. Der Kunde beh├Ąlt dennoch die Option, den EVN in Papierform anzufordern. Der Anbieter kann in diesem Fall ein an den Bereitstellungskosten orientiertes Entgelt verlangen. In der Regel bel├Ąuft sich dieser Betrag auf 15 bis 20 Euro. Wird der Einzelverbindungsnachweis elektronisch bereitgestellt, muss der Anbieter den Kunden ├╝ber die Fertigstellung des EVNs benachrichtigen. Dies geschieht entweder per SMS oder E-Mail. Sollte der Anschluss gesperrt werden, hat der Kunde die M├Âglichkeit, den Einzelverbindungsnachweis kostenlos in Papierform anzufordern.

3. Welchen Zweck erf├╝llt der Einzelverbindungsnachweis?

3. Welchen Zweck erf├╝llt der Einzelverbindungsnachweis?

Der Einzelverbindungsnachweis dient vor allem der Kontrolle der Kosten f├╝r verschiedene Telekommunikationsvorg├Ąnge, die vom Telekommunikationsanbieter abgerechnet werden. Zu diesen Telekommunikationsvorg├Ąngen z├Ąhlen zum Beispiel das Verschicken von Nachrichten und die Kommunikation ├╝ber das Telefon oder Smartphone. Der EVN spielt vor allem dann eine zentrale Rolle, wenn es Probleme mit der Abrechnung gibt und es ansonsten nicht nachvollziehbar beziehungsweise ersichtlich ist, woraus die Kosten entstanden sind. In diesen F├Ąllen k├Ânnen Sie den Einzelverbindungsnachweis anfordern, der Ihnen alle Leistungen und die dazugeh├Ârigen Summen einzeln aufschl├╝sselt. Auf diese Weise erhalten Sie die M├Âglichkeit zu ├╝berpr├╝fen, ob die Abbuchung rechtm├Ą├čig war oder nicht. Bei Smartphones ist der EVN vor allem dann wichtig, wenn die Sim-Karte keine Drittanbietersperre enth├Ąlt, da der EVN ebenfalls anzeigt, welcher Anbieter eventuelle Abos ├╝ber die Rechnung bezahlen l├Ąsst.

4. Der Einzelverbindungsnachweis und die rechtliche Lage in Deutschland

4. Der Einzelverbindungsnachweis und die rechtliche Lage in Deutschland

Telekommunikationsanbieter waren in Deutschland aufgrund einer gesetzlichen Regelung ab dem Jahr 2008 dazu verpflichtet, Verkehrsdaten ihrer Kunden zu erfassen und f├╝r sechs Monate zu speichern. Unter bestimmten Voraussetzungen konnten staatliche Institutionen wie zum Beispiel die Polizei die Herausgabe der Daten einzelner Nutzer verlangen. Diese sogenannte Vorratsdatenspeicherung erkl├Ąrte das Bundesverfassungsgericht f├╝r verfassungswidrig und hob die Regelung daher 2010 wieder auf.

2015 wurde ein neues Vorratsdatenspeicherungsgesetz verabschiedet, das im Dezember desselben Jahres in Kraft trat. Dieses Gesetz gab vor, dass alle Provider und andere Telekommunikationsanbieter Vorratsdaten f├╝r vier beziehungsweise zehn Wochen speichern sollen. Zwei Tage vor der endg├╝ltigen Umsetzung hat die Bundesnetzagentur die Vorratsdatenspeicherung bis auf weiteres ausgesetzt.

S├Ąmtliche Daten, die im Einzelverbindungsnachweis erfasst werden, fallen unter die personenbezogenen Daten und unterliegen damit dem Datenschutz. Die Telekommunikationsanbieter sind daher dazu verpflichtet, bei der Verarbeitung und Nutzung der Daten die in Deutschland geltenden Datenschutzrichtlinien und -gesetze einzuhalten.

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