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DTMF

Alles Wichtige in 2022

Die Abk├╝rzung DTMF steht f├╝r Dual Tone Multifrequency und bezeichnet die ├ťbertragung von Tastent├Ânen ├╝ber das Telefonnetz an die Gegenstelle. Im deutschsprachigen Raum ist der Begriff Mehrfrequenzwahlverfahren (MFV) gebr├Ąuchlicher. Weitere Bezeichnungen sind Mehrfrequenzcode (MFC) oder Tonwahlverfahren.

1. Was ist DTMF?

1. Was ist DTMF?

Das Wahlverfahren DTMF l├Âste in den 1990er-Jahren das langsamere Impulswahlverfahren (IWV) weitestgehend in Deutschland ab. Allgemein dienen Wahlverfahren dazu, in einem Selbstw├Ąhltelefonsystem mit der Hilfe von Signalt├Ânen die Wahlinformation, wie zum Beispiel die Telefonnummer, an das Vermittlungssystem beziehungsweise das Telekommunikationssystem zu ├╝bermitteln.

Bei den Signalt├Ânen handelt es sich um Tastent├Âne, die von einem Telefon gesendet werden und dadurch bestimmte Funktionen erm├Âglichen. So wird DTMF in der Regel f├╝r die Fernabfrage von Mailboxen, die Steuerung von Dialogsystemen (z. B. einer IVR) in Callcentern oder f├╝r die Einwahl in eine Konferenz-Rufnummer ├╝ber die Eingabe einer PIN genutzt.

Befinden Sie sich beispielsweise am Telefon in einem Sprachmen├╝, haben Sie meistens die Auswahl zwischen mehreren Optionen. Das Bet├Ątigen der Taste 1 signalisiert in diesem Fall, dass Sie mit dem Kundensupport verbunden werden m├Âchten. Das System erkennt dabei anhand des ├╝bertragenden Tons, welche Taste gedr├╝ckt wurde und f├╝hrt die dazu passende Option aus.

2. Die Geschichte von DTMF

2. Die Geschichte von DTMF

Das Wahlverfahren DTMF wurde von den Bell Laboratories in den USA entwickelt und in den 1960er-Jahren als Ersatz f├╝r das langsamere Impulswahlverfahren (IWV) eingef├╝hrt. Im Jahr 1988 standardisierte die International Telecommunication Union (ITU) DTMF unter der Bezeichnung Q.23.

W├Ąhrend f├╝r das DTMS elektronische Schaltungen erforderlich sind, k├Ânnen die f├╝r das IWV n├Âtigen Impulse von einem W├Ąhlscheibenmechanismus erzeugt werden. Die Interpretation der Impulse erfolgt ebenfalls elektromechanisch durch die sogenannten W├Ąhler. Auch wenn das IWV ├╝berholt ist, werden in einigen L├Ąndern heute immer noch Telefone mit diesem Wahlverfahren hergestellt und genutzt.

In den 1990er-Jahren wurden in Deutschland alle ├Âffentlichen analogen Vermittlungsstellen durch digitale ersetzt, die sowohl DTMF als auch IWV unterst├╝tzen. Die digitalen Vermittlungsstellen erkennen, mit welchem Wahlverfahren ein angeschaltetes Telefon w├Ąhlt. Es gibt ebenfalls Systeme, die ausschlie├člich DTMF unterst├╝tzen. Dazu z├Ąhlen unter anderem moderne VoIP Router.

DTMF ist seit 1990 bei analogen Telefonanschlüssen das am meisten verwendete Verfahren zur ├ťbermittlung der gew├Ąhlten Rufnummern.

3. Wie funktioniert DTMF?

3. Wie funktioniert DTMF?

Das Bet├Ątigen einer Zifferntaste l├Âst ein individuelles W├Ąhlsignal aus, das aus zwei sich ├╝berlagernden sinusf├Ârmigen Tonsignalen besteht. Diese T├Âne werden inband ├╝ber die analoge Anschlussleitung zur Vermittlungsstelle oder zur Telefonanlage ├╝bertragen und dort von dem antwortenden System erkannt, woraufhin die entsprechende Funktion ausgef├╝hrt wird. Eine solche Funktion kann zum Beispiel der Verbindungsaufbau zum gew├╝nschten Ansprechpartner oder das Abspielen der Mailboxnachrichten sein. Die Tonfrequenzen ergeben sich aus der Tastenposition. Signaldauer, Signalunterbrechung, Amplituden und Frequenztoleranzen sind standardisiert.

DTMF ist ein Inband-Signalisierungsverfahren. Dies bedeutet, dass sich die verwendeten Tonsignale innerhalb des normalen Sprachfrequenzbandes befinden und daher von den Telefonierenden mitgeh├Ârt werden k├Ânnen. Es besteht deshalb die Gefahr, dass Umgebungsger├Ąusche (zum Beispiel Musik) von der Vermittlungsstelle ebenfalls als ein Signal aufgefasst werden. Um dieses Problem zu beheben, erzeugen die DTMF-Signale Dissonanzen, die nur sehr selten bis gar nicht in der Umgebung eines Telefons vorkommen. Dissonante Frequenzen k├Ânnen zudem aufgrund der fehlenden Resonanzen besonders selektiv registriert werden.

4. DTMF und VoIP

4. DTMF und VoIP

Damit Nutzer der VoIP-Telefonie ohne Einschr├Ąnkung Dialogsysteme und Anrufbeantworter verwenden k├Ânnen, existiert ein Verfahren, mit dem Mehrfrequenzt├Âne nicht inband, sondern outband, das hei├čt in Daten kodiert, ├╝bermittelt werden.

Auf diese Weise wird die Verwendung von Audiocodecs mit Schmalbandsprach├╝bertragung und starker Kompression umgangen, die f├╝r die ├ťbertragung von Sprache und nicht von Tonsignalen optimiert sind. Die Signale w├╝rden ansonsten in unzureichender Qualit├Ąt bei der Gegenstelle ankommen. Die Folge w├Ąren Fehlfunktionen.

Die Datenkodierung bringt au├čerdem den Vorteil mit sich, dass durch die direkte ├ťbermittlung von Daten nur ein Bruchteil des Datenverkehrs verursacht wird, der n├Âtig ist, um dieselben Daten im Sprachkanal in T├Âne umzuwandeln.