Was sind Mehrwertdienste?

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1. Was sind Mehrwertdienste?

1. Was sind Mehrwertdienste?

Mehrwertdienst ist ein Begriff aus der Telekommunikation. Es handelt sich dabei um kostenpflichtige Dienstleistungen, die ├╝ber die reine Verbindungsleistung hinausgehen. Sie werden via Telefonrechnung abgerechnet. Ein Teilnehmer bezahlt nicht nur die technische Erbringung der Verbindung, sondern auch die dar├╝ber hinausreichende Dienstleistung. Mehrwertdienste geh├Âren in den Bereich der Sonderrufnummern und werden auch als Mehrwertrufnummern bezeichnet. Im englischen Sprachgebrauch ist der Begriff Value Added Services (VAS) ├╝blich.

Zu den typischen Mehrwertdiensten z├Ąhlen kostenpflichtige Servicenummern, die von Unternehmen als Service- oder Support-Hotline genutzt werden. Zudem fallen geb├╝hrenpflichtige Rufnummern, die f├╝r Gewinnspiele und Televotings im Fernsehen eingesetzt werden, in diese Kategorie. Ferner geh├Âren auch Wetter- und Verkehrsinformationen sowie Weckanrufe zu den Mehrwertdiensten.

Bei Mehrwertdiensten wird zwischen Mehrwertdiensten im engeren Sinn ÔÇô sogenannte Premium-Dienste (0900 Nummern) ÔÇô und Mehrwertdiensten im weiteren Sinn (z.B. kostenpflichtige Servicenummern mit der Vorwahl 0180) unterschieden. W├Ąhrend Mehrwertrufnummern im weiteren Sinn ├╝ber eine feste Tarifstruktur verf├╝gen, kann der Anbieter eines Premiumdienstes die Kosten f├╝r seine Dienstleistung frei w├Ąhlen. Es gelten jedoch gesetzliche H├Âchstgrenzen bei der Entgeltfestlegung.

2. Wie funktionieren Mehrwertdienste?

2. Wie funktionieren Mehrwertdienste?

Telefonische Mehrwertdienste sind Dienste, die ├╝ber spezielle Rufnummern in Anspruch genommen werden. Ein Telekommunikationsanbieter oder Telefondienst stellt die technische Verbindung her, w├Ąhrend die eigentliche Dienstleistung vom Betreiber der Mehrwertnummer zur Verf├╝gung gestellt wird. Die Kosten f├╝r Anruf und Dienstleistung richten sich dabei nach der Gespr├Ąchsdauer und werden ├╝ber die Verbindungsgeb├╝hren abgerechnet.

Neben Telefon-Mehrwertdiensten gibt es auch Daten-Mehrwertdienste (z. B. Fax-Services). Die Bedeutung dieser datenbasierten Dienste ist aufgrund der zunehmenden Verbreitung des Breitband-Internets jedoch stark r├╝ckl├Ąufig.

2.1 Rechtliche Grundlagen

2.1 Rechtliche Grundlagen

Mehrwertdienste unterliegen einer Reihe von telekommunikationsrechtlichen Vorschriften. Damit Mehrwertnummern als solche erkannt werden k├Ânnen, d├╝rfen sie lediglich in speziellen Rufnummernbereichen erbracht werden. Durch diese Ma├čnahme sollen Konsumenten vor hohen Kosten gesch├╝tzt werden.

Betreiber einer Mehrwertnummer unterstehen einer gesetzlichen Preisangabepflicht. Beim Bewerben des Dienstes muss immer der zu zahlende Bruttopreis angegeben werden. In den meisten F├Ąllen gilt zudem eine Preisansagepflicht.

Die Verpflichtung zur Preisangabe nach ┬ž 66a Telekommunikationsgesetz (TKG) gilt f├╝r folgende Mehrwertdienste:

  • 0900: Premium-Dienste
  • 118xy: Auskunftsdienste
  • 0137: Massenverkehrsdienste
  • 0180: Service-Dienste
3. Welche Mehrwertdienste gibt es?

3. Welche Mehrwertdienste gibt es?

Die Kosten f├╝r Mehrwertdienste gehen ├╝ber normale Gespr├Ąchsgeb├╝hren hinaus und werden auch nicht durch Volumentarife oder Flatrates abgedeckt. Aus diesem Grund sind f├╝r Mehrwertdienste spezielle Rufnummern vorgesehen.

3.1 Rufnummern f├╝r Premium-Dienste (0900)

3.1 Rufnummern f├╝r Premium-Dienste (0900)

Premium-Dienste mit der Vorwahl 0900 geh├Âren zu den Mehrwertdiensten im engeren Sinn. Sie sind die direkte Nachfolge-Kategorie der 0190-Rufnummerngasse.

Die Zuteilung von Rufnummern f├╝r Premium-Dienste erfolgt ausschlie├člich durch die Bundesnetzagentur. Alle vergebenen Mehrwertnummern in diesem Bereich werden in einer speziellen Datenbank erfasst. Zudem gibt es eine klar definierte Inhaltekennung:

  • 0900-1: Information
  • 0900-3: Unterhaltung
  • 0900-5: Sonstige Dienste
  • 0900-9: Dialer

Grunds├Ątzlich sind Anrufe zu 0900-Nummern von den jeweiligen Anbietern frei tarifierbar (sog. Offline Billing Services). Allerdings gelten gesetzliche H├Âchstpreis-Grenzen. Die Kosten f├╝r eine zeitabh├Ąngig abgerechnete Leistung darf maximal 3 Euro pro Minute betragen, w├Ąhrend f├╝r zeitunabh├Ąngige Dienste h├Âchstens 30 Euro pro Verbindung abgerechnet werden d├╝rfen. Zudem m├╝ssen Warteschleifen kostenlos sein. Auf diese Weise sollen Verbraucher vor hohen Entgeltkosten und Telefon-Abzocke gesch├╝tzt werden.

Aufgrund des negativen Rufs der 0900er-Nummern hat die Deutsche Telekom den Vertrieb dieser Produkte bereits im Jahr 2011 vollst├Ąndig eingestellt. Zudem unterbinden einige VoIP-Telefonie-Anbieter die M├Âglichkeit f├╝r Anrufe zu Premium-Diensten. Auch ├╝ber die VoIP-Dienste von Placetel k├Ânnen Offline Billing Services sowie andere Mehrwertdienste nicht angew├Ąhlt werden.

3.2 Rufnummern f├╝r Auskunfts- und Vermittlungsdienste (118xy)

3.2 Rufnummern f├╝r Auskunfts- und Vermittlungsdienste (118xy)

Telefonische Auskunftsdienste mit den Vorwahlen 11810 bis 11899 dienen dazu, verzeichnete Telefonnummern, Faxnummern oder VoIP-Telefonie Rufnummern zu erfragen. Zudem kann auch die Weitervermittlung zum erfragten Teilnehmer erfolgen. Zu den bekanntesten Beispielen geh├Ârt die Inlandsauskunft der Deutschen Telekom (11833).

Telefonische Vermittlungsdienste sind an den Vorwahlen 118000 bis 118009 zu erkennen. Die Kosten f├╝r Auskunftsdienste variieren und sind von den Anbietern frei tarifierbar. Mitunter k├Ânnen die Entgeltkosten sogar h├Âher sein als bei Premium-Diensten.

3.3 Rufnummern f├╝r kurzfristigen Massenverkehr (0137)

3.3 Rufnummern f├╝r kurzfristigen Massenverkehr (0137)

Rufnummern mit der Vorwahl 0137 sind ausschlie├člich f├╝r den Einsatz als sogenannte Massenverkehrsdienste vorgesehen. Deren Nutzungszweck ist es, schwer handhabbare Spitzenlasten in einem Telefonnetz abzuwickeln. Deswegen werden 0137-Nummern vor allem bei Televotings im Fernsehen eingesetzt. Auch die Teilnahme an anderen Gewinnspielen in Medien findet vornehmlich ├╝ber 0137-Rufnummern statt.

Die Zuteilung von Rufnummern f├╝r kurzfristigen Massenverkehr wird durch die Bundesnetzagentur geregelt. Je nach technischem Typus der 0137-Nummer k├Ânnen zwischen 1.200 und 96.000 Anrufe pro Minute verarbeitet werden. So wie bei anderen Mehrwertdiensten sind Anrufe an eine Rufnummer aus der 0137-Nummerngasse mit Kosten verbunden. Der gr├Â├čte Teil der Einnahmen aus den Anrufen geht dabei nicht an den Telefondienstleister, sondern an den Anbieter des Dienstes.

Die Kosten f├╝r Anrufe aus dem Festnetz sind fest geregelt. Sie betragen abh├Ąngig von der gew├Ąhlten Rufnummer zwischen 0,14 ÔéČ und 1,00 ÔéČ pro Anruf. Die Preise f├╝r Anrufe aus Mobilfunknetzen sind in der Regel h├Âher und h├Ąngen vom genutzten Anbieter sowie Tarif ab.

3.4 Rufnummern f├╝r Service-Dienste (0180)

3.4 Rufnummern f├╝r Service-Dienste (0180)

Service-Dienste-Rufnummern bzw. Servicenummern sind ausschlie├člich f├╝r die Erbringung von Service-Dienstleistungen reserviert. Urspr├╝nglich wurden 0180-Nummern als sogenannte Shared Cost Services (Geteilte-Kosten-Dienste) eingef├╝hrt. Teile des Verbindungsentgelts wurden dabei von den angerufenen Unternehmen ├╝bernommen, sodass die Gespr├Ąchskosten f├╝r den Konsumenten unter jenen von normalen Rufnummern lagen.

Heutzutage wird die 0180-Rufnummerngasse haupts├Ąchlich von Unternehmen f├╝r Telefon-Hotlines im Bereich Kundenservice und -support verwendet. Im Durchschnitt liegen die Kosten f├╝r kostenpflichtige Servicenummern ├╝ber den Preisen f├╝r Gespr├Ąche im normalen Fest- oder Mobilfunknetz. Dar├╝ber hinaus werden 0180 Nummern auch f├╝r offene Callthroughs sowie individuelle Rufnummern von Unified Messaging-Diensten und VoIP-Anschl├╝ssen eingesetzt.
0180-Service-Dienste-Rufnummern unterliegen nicht nur einer Anzeigepflicht, sondern auch einer deutschlandweit einheitlichen Tarifstruktur. Die Kosten f├╝r Anrufe aus dem Festnetz liegen je nach Rufnummerngasse zwischen 3,9 Cent und 20 Cent pro Abruf. Mobilfunkteilnehmer bezahlen mehr.

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