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Was ist eine eSIM?

Alles, was man 2022 wissen muss

Von Sandra Plett
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1. Was ist eine eSIM und wie wird sie aktiviert?

1. Was ist eine eSIM?

Die eSIM ist die Weiterentwicklung der klassischen SIM-Karte und soll diese in Zukunft ersetzen. Im Gegensatz zur normalen SIM-Karte aus Kunststoff muss die eSim nicht mehr manuell ins Smartphone eingelegt werden, sondern ist als Mikrochip fest im Smartphone integriert. Das „e“ steht dabei für „embedded“, was ins Deutsche übersetzt so viel wie „eingebettet“ oder „verbaut“ bedeutet.

Die eSim hat den Vorteil, dass Kunden keine physische Karte mehr im Shop kaufen oder online beim Mobilfunkanbieter mit Lieferzeit bestellen müssen. Auch bei einem Wechsel des Mobilfunkanbieters muss die eSIM nicht ausgestaucht werden. Dadurch entfällt nicht nur das lästige Einlegen der SIM-Karte in das Kartenfach sowie das Herausbrechen oder Zuschneiden der Karte, sondern es wird auch gleichzeitig die Umwelt geschont. Zudem wird das Vernetzen von unterschiedlichen Geräten zum Kinderspiel. Per Bluetooth können die Daten, die sich auf der eSim befinden, rasch und einfach vom Smartphone auf eine Smartwatch übertragen werden. Auf diese Weise wird das Gadget zum Smarthone am Handgelenk: telefonieren, Nachrichten schreiben oder Einkäufe bezahlen wird damit möglich.

Bei der eSIM werden die Daten des Mobilfunkanbieters kontaktlos (over the air) auf den integrierten Chip übertragen. Dabei wird ein elektronisches eSIM-Profil erstellt. Mit diesem Profil können Handytarife und Mobilfunkverträge direkt auf ein Endgerät geladen werden. Bei einem Providerwechsel müssen die Daten nur noch umgeschrieben werden. Je nach Smartphone-Modell können auf einer eSIM sogar mehrere Profile angelegt werden. Ein flexibles Wechseln zwischen verschiedenen Verträgen ist damit ganz einfach möglich – ideal etwa, um Diensthandy und private Nutzung auf einem Device zu vereinen oder eine Rufnummer auf mehreren Geräten zu verwenden.

Einmal aktiviert, funktioniert die eSIM genauso wie eine physische SIM-Karte. Zudem nutzt sie dieselben Spezifikationen, wodurch sie zu allen anderen Kartentypen kompatibel ist.

1.1 Wie funktioniert die eSIM?

Auswechselnd und Einlegen einer klassischen SIM-Karte
Das zeitaufwendige Einsetzen und Austauschen der SIM-Karte entfällt bei der eSIM.

Nach Abschluss eines Handyvertrags ist es notwendig, das Smartphone beim Mobilfunkanbieter zu identifizieren. Das geschieht über die SIM-Karte. Die Karte muss dafür allerdings erst aktiviert bzw. freigeschalten werden, ehe der abgeschlossene Handytarif genutzt werden kann.

Mit der klassischen SIM-Karte läuft dieser Prozess bisher wie folgt ab: Der Kunde erhält vom Mobilfunkanbieter eine SIM-Karte. Abhängig vom jeweiligen Gerät kommen dabei verschiedene Kartentypen (Mini-SIM, Micro-SIM oder Nano-SIM) zum Einsatz. In der Regel befindet sich am Rand des Smartphones ein kleines Schubfach. Dieses muss mit einer speziellen Nadel geöffnet werden. Anschließend wird die Karte in das Fach eingelegt. Erst danach ist die Aktivierung der SIM-Karte möglich.

Mit einer embedded SIM wird diese Vorgehensweise obsolet. Das händische Einsetzen der Karte ist nicht mehr erforderlich, da diese als ca. 5 x 6 mm kleiner Chip direkt auf dem Motherboard des Geräts verbaut ist. Der Chip ist somit noch kleiner als eine Nano-SIM-Karte.

Da die eSIM nicht mehr ins Handy eingelegt bzw. ausgetauscht werden muss, ist sie auch weniger anfällig für mechanische Schäden oder Einflüsse von außen. Auch das Kartenfach kann nicht länger beschädigt oder verkratzt werden. Zudem gibt es keine unterschiedlichen Kartengrößen mehr, wodurch das lästige Herausbrechen oder Zuschneiden von SIM-Karten entfällt. Smartphone-Hersteller können den eingesparten Platz stattdessen für größere Akkus oder ein schlankeres Design nutzen.

1.2 Wie wird eine eSIM aktiviert?

Smartphone mit QR-Code für die Aktivierung der eSIM
Die Aktivierung der eSIM funktioniert ganz einfach mittels QR-Code.

Um die eSIM zu nutzen, muss ein Smartphone eSIM-fähig sein. Ist das der Fall, muss zunächst ein eSIM-Profil angefordert werden. Interessierte Kunden erhalten dieses nach Abschluss eines Vertrags mit einem Mobilfunkanbieter oder können es direkt beim Kundenservice ihres Providers bestellen. Im Profil sind die Nutzerdaten für den jeweiligen Netzbetreiber gespeichert.

Anschließend muss das eSIM-Profil aktiviert werden. Hierfür ist ein spezieller QR-Code notwendig. Dieser wird entweder auf dem Postweg zugestellt oder kann im Online-Kundenportal eingesehen werden. Bei einer Neuaktivierung im Shop ist der Code anbieterabhängig auch sofort vor Ort erhältlich. Nach dem Scannen des QR-Codes mit dem Smartphone wird das Profil vom Gerät automatisch aktiviert. Die SIM-Karte kann nun genutzt werden.

2. eSIM fähige Endgeräte und Einsatzgebiete von eSIM

2. eSIM fähige Endgeräte und Einsatzgebiete von eSIM

Die erste Version der eSIM-Architektur-Spezifikation wurde bereits Ende 2015 veröffentlicht. Allerdings war die Technologie zunächst nicht sehr verbreitet. Erst mit der zunehmenden Verfügbarkeit von eSim-fähigen Endgeräten hat auch das Angebot zugenommen. Neben Smartphones spielt die eSIM vor allem im Bereich von Tablets und Wearables wie der Smartwatch eine zunehmend wichtige Rolle.

Aktuell unterstützen in erster Linie die großen Hersteller Apple, Google und Samsung die neue Technologie. Die Liste der aufgeführten Geräte erweitert sich allerdings stetig, sodass diese keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit erhebt.

2.1 eSIM fähige Endgeräte

Zu den eSIM fähigen Smartphones gehören:

  • Apple iPhone 12, iPhone 12 mini, iPhone 12 Pro und iPhone 12 Pro Max
  • Apple iPhone 11, iPhone 11 Pro und iPhone 11 Pro Max
  • Apple iPhone SE
  • Apple iPhone XR
  • Apple iPhone XS und iPhone XS Max
  • Google Pixel 3 und Pixel 3 XL sowie die 3a Modelle
  • Google Pixel 4 und Pixel 4 XL
  • Google Pixel 4a
  • Samsung Galaxy S21, Galaxy S21+ und Galaxy S21 Ultra 5G
  • Samsung Galaxy S20, Galaxy S20+ und Galaxy S20 Ultra
  • Samsung Galaxy Fold
  • Samsung Galaxy Z Flip
  • Huawei P40 
  • Motorola Razr (2019)

eSIM-fähige Tablets und Notebooks:

  • Apple iPad Pro 12,9“ (3. und 4. Generation)
  • Apple iPad Pro 11“ (1. und 2. Generation)
  • Apple iPad Air (3. Generation)
  • Apple iPad (7. Generation)
  • Apple iPad mini (5. Generation)
  • Acer Swift7 
  • Asus Transformer Mini
  • HP Spectre Folio
  • Lenovo Yoga 5G
  • Microsoft’s Surface Pro X

eSIM fähige Smartwatches:

  • Apple Watch (Series 5, Series 4 und Series 3)
  • Samsung Galaxy Watch und Galaxy Watch Active 2 
  • Samsung Gear S2 3G
  • Huawei Watch 2 Pro
  • Amazfit Verge 2 
  • TicWatch Pro

2.2 Anwendungsgebiete der eSIM

Telefonierende Frau am Bahnhof

Nutzung zuhause und im Job

Dank der eSIM ist die Mobilfunktelefonie sehr viel flexibler geworden. Kunden haben den Vorteil, dass sie auf einer eSIM gleich mehrere Profile anlegen und somit bequem zwischen Tarifen und Anbietern wechseln können. Unterschiedliche Handys für die private und geschäftliche Nutzung gehören damit der Vergangenheit an. Mit der eSIM ist für zwei oder mehr Rufnummern nur noch ein einziges Endgerät notwendig. Die eSIM macht das Diensthandy überflüssig.

Vereinfachte Dual-SIM Funktion

Alle eSim fähigen Smartphones, die aktuell erhältlich sind, verfügen neben der eSim zusätzlich auch über einen SIM-Karten-Slot, wodurch sie automatisch zu Dual-SIM-Geräten werden. Mit dieser Funktion ist es ebenfalls möglich, auf einem Gerät gleich zwei Rufnummern zu nutzen. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig:

  • Trennung von Sprachtelefonie und Daten: Ein Provider kann für den günstigsten Sprachtarif genutzt werden, ein anderer für die beste Datenflatrate.
  • Optimierte Netzabdeckung: Bessere Erreichbarkeit durch die Nutzung eines zweiten Netzes (z.B. bei Funklöchern und schlechter Netzabdeckung).
  • Bring Your Own Device: Mitarbeiter nutzen ihr privates Smartphone als Diensthandy. Dazu liegt der private Mobilfunktarif im SIM-Karten-Slot, während auf der eSIM der Business-Handyvertrag gespeichert ist.

Nutzung im Ausland

Personen, die viel im Ausland unterwegs sind, profitieren von der eSIM, indem sie neben dem normalen Inlandstarif einen optimierten Tarif fürs Ausland verwenden können. Dazu können auf der eSIM zwei unterschiedliche Profile angelegt oder die Dual-SIM-Funktion genutzt werden. Im SIM-Karten-Slot wird dann der private Mobilfunktarif für Zuhause genutzt, wohingegen im Urlaub oder auf anderen Reisen außerhalb Deutschlands ein eSIM-Tarif mit günstigen Auslandsminuten oder zusätzlichem Datenvolumen zum Einsatz kommt.

Praktische Nutzung in der Unternehmenstelefonie

Dank der eSim-Technologie wird ein Smartphone zur vollwertigen Nebenstelle einer Telefonanlage. Parallel dazu kann der private Mobilfunktarif problemlos weiter genutzt werden.

Für Unternehmen wird die Verwaltung der unterschiedlichen Handyverträge von Mitarbeitern einfacher. Das mühsame Hantieren mit Plastik-SIM-Karten entfällt. Stattdessen ist eine vollständige Übersicht über Mitarbeiter, deren Verträge und SIM-Karten online in einem Verwaltungskonto möglich. Bei spontanen Dienstreisen muss nicht erst abgewartet werden, bis die richtige SIM-Karte da ist. Passgenaue Tarife und Flatrates können jederzeit flexibel online hinzugebucht werden. Die Aktivierung über eSim erfolgt ohne Vorlauf und ist innerhalb weniger Minuten abgeschlossen.

Internet of Things und M2M-Anwendungen

Die eSim-Technologie spielt auch bei der IoT-Integration eine wichtige Rolle. Einer der größten Vorteile der eSim ist, dass sie äußerst klein und im Gerät fest eingebettet ist. Dadurch ist sie wesentlich unempfindlicher gegenüber Erschütterungen, Temperaturunterschieden oder Staubeinflüssen. Sie kann somit länger störungsfrei eingesetzt werden als herkömmliche SIM-Karten. Diese Vorteile machen die eSIM zur optimalen Wahl für moderne M2M-Anwendungen (Machine to Machine Communication), wie sie im Smart Home verwendet werden.

3. Welche Anbieter für eSIMS gibt es?

3. Welche Anbieter für eSIMS gibt es?

Neben den drei großen Mobilfunkanbietern Telekom, Vodafone und O2 bieten auch Zweitmarken wie Congstar, verschiedene Discounter und einige VoIP-Anbieter eSIM-Tarife an.

  • Telekom
    Bei der Telekom ist eine eSIM sowohl für Vertragskunden als auch für Prepaid-Tarife verfügbar. Sie kann entweder als Hauptkarte oder Multi-SIM bestellt werden. Die Aktivierung der eSIM kostet nichts. Für die Nutzung einer MultiSIM (eine Rufnummer auf bis zu 8 Geräten) fallen 4,95 € monatlich an.

  • Vodafone
    Bei Vodafone gibt es die eSIM aktuell nur für Vertragskunden. Callya-Prepaid-Kunden können die Karte noch nicht bestellen. Die eSIM ist sowohl als Hauptkarte als auch als Zusatzkarte (MultiSIM) nutzbar. Die Vodafone Multi-SIM kann für 5 € monatlich als Zusatzoption gebucht werden.

  • O2
    O2 bietet die eSIM derzeit nur für Vertragskunden an. Angaben, wann die eSIM für Prepaid-Tarife zur Verfügung steht, gibt es aktuell noch nicht. Der Wechsel von einer klassischen SIM-Karte auf eine eSIM ist ohne Kosten verbunden. Kosten für eine zusätzliche SIM-Karte variieren je nach Tarif.

  • Congstar
    Die Telekom-Tochter Congstar bietet Vertragskunden ebenfalls die Möglichkeit für eine Nutzung der eSIM. Mittlerweile können auch Prepaid Tarife von Congstar per eSIM genutzt werden. Allerdings ist derzeit noch nicht absehbar, wann Congstar die Multi-SIM unterstützen wird.

  • Placetel
    Placetel ist einer der führenden Anbieter für Business Kommuni­kationslösungen aus der Cloud und bietet Unternehmen mit seinem Produkt Placetel Mobile eine optimale Mobilfunkerweiterung zu seiner Telefonanlage an. Damit ist es möglich, sämtliche Telefonanlagen-Funktionen auch unterwegs auf dem Smartphone zu nutzen. Seit Kurzem können Kunden flexibel zwischen Standard SIM-Karte oder eSIM entscheiden oder auch beide Optionen miteinander kombinieren.

Weitere eSIM-Anbieter sind:

  • Klarmobil
  • Mobilcom-Debitel
  • Truphone
  • Blau
  • Ay Yildiz
  • Drillisch
  • 1&1 
4. eSIM und Sicherheit – Welche Bedenken gibt es?

4. eSIM und Sicherheit – Welche Bedenken gibt es?

Die eSIM speichert ähnlich wie eine normale SIM-Karte die persönlichen Daten des Nutzers. Hierzu gehören beispielsweise Adressbucheinträge oder die eigene Telefonnummer. Um unbefugten Zugriff durch Dritte und Datendiebstahl zu verhindern, werden eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. So wird das eSIM-Profil während des Installationsprozesses standardmäßig verschlüsselt. Zudem wird die Datenübertragung zwischen dem Server des eSIM-Anbieters und dem Modul des Endgeräts durch asymmetrische Verfahren gesichert.

Damit bietet die eSim eine ähnlich hohe Sicherheit wie herkömmliche SIM-Karten. Gegenüber ihrem Vorgänger aus Plastik hat sie jedoch den Vorteil, dass sie fest verbaut ist und damit weder verloren gehen noch gestohlen werden kann.

5. FAQ - Häufige Fragen zur eSIM

5. FAQ - Häufige Fragen zur eSIM

Was ist eine eSIM?
Bei der eSIM handelt es sich um eine SIM-Karte, die fest im Smartphone, Tablet oder in der Smartwatch verbaut ist. Anstelle einer physischen SIM-Karte wird ein kleiner Mikrochip verwendet, auf welchen die Nutzerdaten übertragen werden. Dies erfolgt über ein sogenanntes eSIM-Profil. Um eine eSIM verwenden zu können, benötigen Kunden ein eSIM-fähiges Endgerät.

Welche Vorteile bietet eine eSIM?
Die eSim ermöglicht Kunden einen schnelleren Anbieterwechsel und höchstmögliche Flexibilität beim Kauf eines neuen Smartphones, da sie die SIM-Karte nicht mehr tauschen müssen. Stattdessen wird der neue Tarif einfach auf den eSim-Chip gebucht. Die Aktivierung erfolgt per QR-Code. Zudem ist das Zuschneiden von SIM-Karten oder die Verwendung eines Adapters überflüssig. Die eSim kann auch nicht verloren gehen. Wird das eSIM-Profil unabsichtlich gelöscht, kann es unkompliziert neu aktiviert werden. Darüber hinaus ermöglicht die eSIM die Nutzung mehrerer Profile.

Welche Anbieter bieten eine eSIM an?
Neben den großen Telekommunikationsanbietern wie Telekom, Vodafone oder Télefonica unterstützen mittlerweile auch kleinere Anbieter wie Congstar, Klarmobil, Mobilcom-Debitel, Truphone, Blau, Ay Yildiz, Drillisch oder 1&1 die eSIM Technologie. Die Liste der Anbieter wächst jedoch stetig.

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